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Umland Rundgang durchs Schloss Moritzburg nach Sanierung wieder komplett
Region Umland Rundgang durchs Schloss Moritzburg nach Sanierung wieder komplett
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18:00 17.08.2016
Im kurfürstlichen Zimmer hängt der Schatz an den Wänden. Kostbare Ledertapeten, die in vierjähriger Arbeit mühselig restauriert wurden. Quelle: dpa/Arno Burgi
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Moritzburg

Der Museumsrundgang durch das Barockschloss Moritzburg ist wieder komplett. Nach etwa zweijähriger Bauzeit sind nun die Kurfürstenzimmer, die zum Brühl’schen Zimmer umgetaufte kleine Jagdgemäldegalerie und der Kapellengang wieder zu besichtigen. Das hat für Besucher den angenehmen Effekt, dass sie nicht mehr übers Außengelände gehen müssen, sondern alle Räume über die Gebäudetreppen erreichen können. Rollstuhlfahrer können nun auch wieder barrierefrei in das historische Porzellanquartier gelangen, das ihnen während der Bauzeit versperrt blieb.

Vom musealen Standpunkt aus ist die abgeschlossene Sanierung, für die rund 2,2 Millionen Euro Steuergeld ausgegeben wurden, von unschätzbarer Bedeutung. Denn Kurfürstenzimmer und Brühl’sches Zimmer stellen nicht nur einen Rückblick auf die Zeit dar, als das Schloss in zwölf Quartiere mit insgesamt 200 Zimmern einer Hofgesellschaft als Wohnstätte diente, sondern sind komplett mit Ledertapeten ausgestattet. Vier Jahre hat eine sechsköpfige Arbeitsgruppe um Schloss-Restauratorin Gabriele Hilsky an der Wiederherstellung des barocken Wandschmucks gearbeitet. Oft habe man dabei neue Wege gehen müssen.

Das fängt damit an, dass Fehlstellen mit eigens in Freiburg gegerbten Leder ausgeglichen werden mussten, für das man zudem noch eine Prägetechnik entwickeln musste, die dem barocken Ergebnis nahekommt. Schmutz und die Folgen in der Vergangenheit aufgebrachten Lederfetts mussten beseitigt werden, dazu hatten die Rückseiten gelitten, weil bei vorhergehenden Restaurierungen Leinenstreifen aufgebracht wurden, die Schädlinge anlockten. Weil man nur zwei komplette Zimmer mit blaugoldener Musterung hatte, für den Eindruck eines zusammenhängenden Wohnquartiers, in dem übrigens August der Starke im Sommer tatsächlich einmal seine Gemächer eingerichtet hatte, aber keinen Farbsprung riskieren konnte, wurde für den dritten Raum Tapete verwendet, die ursprünglich in den Türmen gehangen hatte. Dort war sie den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen ausgesetzt, was man ihr heute noch ansieht. Die Teilelemente musste restauriert, zu einem Zimmer zusammengesetzt und dann nach barockem Vorbild vernäht werden.

Mit 13 kompletten Ledertapeten-Zimmern besitzt Moritzburg die größte Ansammlung dieses seltenen und kostbaren Wandschmucks in der Welt. Nur fünf der Tapetenzimmer seien aber restauriert, sagt Hilsky. „Die übrigen acht warten nur darauf“, sagt sie. Schlösserland-Chef Christian Striefler stößt da ins gleiche Horn: „Einen Abschluss haben wir für Moritzburg damit nicht“, sagte er, auch wenn mit der Fertigstellung der kurfürstlichen Zimmer das fünfte Bauabschnitt im Schloss mit rund 14,3 Millionen Euro weitestgehend abgeschlossen ist. „Es gibt noch das Entrée, die Wachtürme, den Sonderausstellungsbereich, den Außenbereich, in dem viel zu tun ist“, zählt er auf. So bald werde man mit Sanierungsarbeiten im Schloss jedenfalls nicht fertig sein. „Vielleicht auch nie“, sagt Striefler.

Von UWe Hofmann

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