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Rettungsdienst kommt bei 18 Prozent der Einsätze zu spät zum Einsatzort

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Rettungsdienst kommt bei 18 Prozent der Einsätze zu spät zum Einsatzort

Die Erfüllung der Hilfsfrist bleibt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Problem. Im zweiten Halbjahr 2017 traf der medizinische Rettungsdienst nur in 82 Prozent der Fälle in der vorgegebenen Zeit am Einsatzort ein.

Die Erfüllung der Hilfsfrist beim medizinischen Rettungsdienst bleibt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weiter ein Sorgenkind.

Quelle: ttr

Pirna.  Die Erfüllung der Hilfsfrist beim medizinischen Rettungsdienst bleibt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weiter ein Sorgenkind. Laut jüngster Statistik waren Notarzt und Sanitäter im zweiten Halbjahr 2017 „nur“ in 82 Prozent der Einsätze in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit am Einsatzort. Nach den Vorgaben des Freistaates soll ein Rettungswagen eigentlich in 95 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Minuten nach Eingang des Notrufes vor Ort sein.

Beim Ausrücken sind die medizinischen Rettungskräfte allerdings schneller geworden. Die Hilfsfrist verbesserte sich innerhalb eines Jahres von 79,1 im zweiten Halbjahr 2016 auf 80,3 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2017 und weiter auf die bereits erwähnten 82 Prozent in der zweiten Hälfte des vorigen Jahres. In die Auswertungsstatistik 2017 flossen 23750 Einsätze ein – 1370 mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Nachdem in den vergangenen Jahren sich die Fristerfüllung immer mehr verschlechtert hatte – sie sank von 91,5 Prozent im ersten Halbjahr 2012 auf 75,5 Prozent im zweiten Halbjahr 2015 –, ergriff die Kreisverwaltung verschiedene Maßnahmen. So trat beispielsweise ein neuer Bereichsplan für die Rettungswachen Dippoldiswalde, Freital, Pirna, Heidenau/Dohna, Sebnitz und Neustadt in Kraft. Dieser hatte eine Vergrößerung der Rettungswagenflotte, eine Verlängerung der Dienstzeiten bestehender Fahrzeuge sowie die Beschäftigung von zusätzlichem Rettungspersonal zur Folge. Laut Kreisverwaltung hat sich im vorigen Jahr die Ausrückzeit der Rettungskräfte in Bad Gottleuba durch die Inbetriebnahme der neuen Wache wesentlich verbessert.

Warum ein Rettungswagen nicht in der vorgegebenen Frist am Einsatzort eintrifft, hat verschiedene Gründe. So hatten die Rettungskräfte in den beiden Anfangsmonaten des Jahres 2017 mit den Winterbedingungen zu kämpfen. Wegen Schneefalls und Glätte mussten sie langsamer oder wegen Schneeverwehungen Umleitungen fahren. In der zweiten Jahreshälfte hat sich eine außergewöhnlich hohe Zahl an Straßenbaustellen negativ auf die Hilfsfristerfüllung ausgewirkt.

Jedoch bleiben wie schon im Vorjahr die sogenannten Duplizitätsfälle – d.h., es kommt zu mehr Einsätzen in einem Rettungswachenbereich als Fahrzeuge dort vorhanden sind – der Hauptgrund für das Zuspätkommen. In 55 Prozent der Fälle im zweiten Halbjahr 2017 trafen die Rettungskräfte zu spät am Einsatzort ein, weil sich dieser entweder außerhalb des eigenen Rettungswachenbereichs befand oder sie mit dem Wagen nicht von ihrer Rettungswache starten konnten, da sie aufgrund des vorhergehenden Notrufes noch in ihrem Gebiet unterwegs waren und sich somit der Anfahrtsweg verlängerte.

Um diese Fahlzahlen zu verringern, prüft die Kreisverwaltung gegenwärtig drei neue Rettungswachenaußenstellen zu errichten, um, wie sie im Bericht an den Kreistag schreibt, vorhandene Rettungswagen-Kapazitäten in die „Fläche“ zu bringen und so die Fahrzeiten zu verkürzen. Des Weiteren soll die Rettungswache in Wilsdruff einen zweiten Rettungswagen bekommen. Dafür ist jedoch noch ein neues Gebäude vonnöten, weil sich das jetzige nicht erweitern lässt.

Von Silvio Kuhnert

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