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Umland Radebeuler müssen für den Schwimmlernkurs ihrer Kinder mehr bezahlen
Region Umland Radebeuler müssen für den Schwimmlernkurs ihrer Kinder mehr bezahlen
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18:04 08.03.2018
Kinder üben für das Seepferdchen. Quelle: Andreas Doering
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Radebeul

Eltern, deren Kinder in der Radebeuler Schwimmhalle ihr Seepferdchen machen, müssen tiefer in die Tasche greifen. Der Schwimmkurs für Kinder kostet jetzt 120 Euro. Vor einem Jahr waren für den Schwimmlernkurs „nur“ 80 Euro zu zahlen. Das ist eine Erhöhung um 50 Prozent. „40 Euro mehr sind für Familien, die es finanziell nicht so dicke haben, eine Belastung“, regt sich ein Vater gegenüber den DNN auf.

Die Mehrbelastung für Familien schmeckt auch Stadtrat Martin Oehmichen nicht: „Für die Fraktion Bürgerforum/Grüne ist diese Preissteigerung eine absolute Fehlentwicklung“, kritisiert er. Der Grüne-Lokalpolitiker erinnert an die Stadtratssitzung am 7. Februar dieses Jahres. Auf dieser hatte OB Bert Wendsche (parteilos) über die demografische Entwicklung in der Lößnitzstadt und die Folgen für die hiesige Wirtschaft gesprochen. Fast 6000 Arbeitsplätze können in den nächsten drei Jahrzehnten nicht mit Radebeulern besetzt werden, da mehr Einwohner in Rente gehen als ins Berufsleben eintreten (DNN berichteten). Im Stadtrat schien es laut Oehmichen Konsensmeinung zu sein, dass die Bedingungen für junge Familien und die Anreize für eine Familiengründung gesteigert werden müssen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Entscheidung der Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH (SBF), höhere Teilnahmegebühren für die Kinderschwimmkurse zu verlangen, ist seiner Meinung nach kontraproduktiv. Wenn Radebeul künftig dem demografischen Wandel begegnen möchte, sei ein kinder- und familienfreundliches sowie ein gerechtes Umfeld vonnöten. Daher fordert Oehmichen im Namen seiner Stadtratsfraktion „ein familienfreundliches und sozialverträgliches Preismodell“ in allen städtischen Einrichtungen.

Oehmichen stößt auch eine Werbeaktion für das Fitnesscenter im Sport- und Freizeitkomplex „Krokofit“, in welchem sich auch die Schwimmhalle befindet, sauer auf. „Vom SBF werden derzeit vorwiegend Erwachsene mit 120 Euro Startguthaben (bei mindestens sechsmonatiger Mitgliedschaft) in den Fitnessbereich gelockt. Gleichzeitig, vielleicht um diese Geschenke zu finanzieren, werden Familien mit Kindern im Kindergartenalter deutlich belastet“, mutmaßt Oehmichen.

Diesen Verdacht weist SBF-Geschäftsführer Titus Reime von sich: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Das Krokofit mit Fitnesscenter, Bowlingbahn, Badminton und Tennishalle ist zwar gebäudetechnisch mit der Schwimmhalle verbunden, wirtschaftlich sind beide Bereiche aber strikt getrennt.“ Spartenrechnung nennt man dies. D.h., die Freizeitangebote im Krokofit müssen sich finanziell selbst tragen. Der Betrieb der Schwimmhalle wird dagegen von der Stadt bezuschusst. Beide Bereiche werden separat abgerechnet. Zwischen der Werbeaktion für Fitness und den Preisen fürs Schwimmen gebe es keine Verbindung, versicher Reime.

Für die Schwimmhalle fallen jährlich rund 880000 Euro an Betriebskosten an. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Kursgebühren können diese Ausgaben nicht ansatzweise decken. Im Schnitt entsteht jedes Jahr ein Verlust von circa 450000 Euro, den die Stadt ausgleicht. Im turnusmäßigen Abständen nimmt die SBF einen Preisabgleich ihrer Angebote mit denen anderer Einrichtungen aus der Region vor. So seien die für die Seepferdchenkurse an das untere Niveau der marktüblichen Preise angepasst worden, informiert Reime. Vorher waren sie zehn Jahre lang unangetastet geblieben.

Von Silvio Kuhnert

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