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Radebeuler Waffennarr zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

Prozess am Amtsgericht Radebeuler Waffennarr zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

„Damit hätte man Krieg führen können“, so Richter Arndt Fiedler. Andreas T. hatte sich ein riesiges Waffenlager zugelegt. In seiner Wohnung in Radebeul und in einem Lager wurden Unmengen Revolver, Pistolen Repetierflinten, halbautomatische Waffen, Munition, hunderte Patronen, Schalldämpfer und sogar ein Schießkugelschreiber gefunden. Dafür stand er jetzt vor Gericht.

 Radebeuler Waffennarr zu drei Jahren Gefängnis verurteilt
 

Quelle: dpa

Radebeul/Dresden.  Andreas T. war bisher ein unbescholtener Bürger und hatte es vor allem in den letzten Jahren nicht einfach. Der selbstständige Bauunternehmer wurde 2016 bei einen Arbeitsunfall schwer verletzt, zudem hat ihn wohl auch noch ein Subunternehmer böse geprellt. Anderas T. war wütend und haute den Mann zuerst vom Barhocker und dann noch eine rein. Nicht die feine englische Art, aber, wenn stimmt, was er am Freitag im Amtsgericht erzählte, sogar ein bisschen verständlich – Körperverletzung ist es trotzdem.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings das Waffenlager, dass sich der Angeklagte zugelegt hatte. In seiner Wohnung in Radebeul und in einem von ihm angemieteten Lagerkomplex wurden Unmengen Revolver, Pistolen Repetierflinten, halbautomatische Waffen, Munition, hunderte Patronen, Schalldämpfer und sogar ein Schießkugelschreiber gefunden. „Damit hätte man Krieg führen können“, brachte es Richter Arndt Fiedler auf den Punkt. Die Waffen waren funktionstüchtig und oft umgebaut. Bei einer Flinte, die im Wohnzimmer gefunden wurde, war der Lauf abgesägt und der Griff gekürzt worden.

Der Angeklagte ließ seine Anwältin zwar den Besitz der Waffen einräumen, wollte sich aber sonst nicht dazu äußern. Und auf keinen Fall sagen, von wem er sie hatte und wozu. Auch auf mehrmalige Nachfrage gab er sich sehr geheimnisvoll „Er wollte alles im Zuge der Waffenamnestie der Polizei zur Vernichtung zuführen“, erklärte seine Anwältin. Laut einer Änderung des Waffengesetzes ist es in dem befristeten Zeitraum zwischen Juli 2017 und 1. Juli 2018 möglich, straffrei illegal besessene Waffen und Munition bei den Waffen- und Polizeibehörden abzugeben.

Wenn er das wollte, warum hat er es nicht getan? In den Lagerräumen hätten sich nicht nur seine Waffen befunden, so der Angeklagte. Wenn er schon eine Annahmestelle für den Abtransport illegale Waffen Richtung Polizei betrieb, warum fanden die Ermittler dann eine Pump Gun in einem Teppich, einen Revolver in einer Fototasche im Kleiderschrank und Patronen in einer Standuhr im Wohnzimmer. Das sieht eher nach Versteck und nicht nach Abtransport aus.

„Glaubhaft ist die Erklärung nicht“, fand der Staatsanwalt. „Das war keine schnell zusammengestellte Sammlung, um die Waffen zu entsorgen, dafür war sie zu umfangreich.“ Mit den Waffen, das war kontrolliert worden, waren keine Straftaten begangen worden. „Saubere Waffen“ nannte es die Verteidigung. Der Richter sah dies anders. „Die Verstöße gegen das Waffengesetz sind immens, überall kursieren unzählige illegale Waffen. Keiner weiß, was damit passiert oder passieren kann. Die Strafen müssen da eine abschreckende Wirkung haben“, kommentierte Fiedler die Sammlung.

Andreas T., der wegen seines sonst so straflosen Lebens auf eine Bewährungsstrafe gehofft hatte, wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. „Bei so einer Unmenge an illegalen Waffen, kann man kein Bagatellurteil fällen“, erklärte ihm der Richter.

Von Monika Löffler

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