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Umland Radebeuler Stadtrat verhängt Bauverbot am Eingangstor zum Lößnitzgrund
Region Umland Radebeuler Stadtrat verhängt Bauverbot am Eingangstor zum Lößnitzgrund
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08:33 27.03.2018
Das umstrittene Gebiet liegt entlang der Gleise des dampfenden Lößnitzdackels und erstreckt sich von dem modernen Bau rechts unten im Bild nach links. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

 Eine feindliche Haltung gegenüber Bauwilligen und Investoren unterstellte FDP-Stadtrat Jan Mücke den Mitarbeitern des Rathauses. Vor allem das Bauamt würde „Verhinderungs-B-Pläne für einzelne Grundstücke machen“, weil der Verwaltung und einigen seiner Ratskollegen die vorgesehene „Bebauung nicht passt“, lautete sein Vorwurf auf der jüngsten Stadtratssitzung. Was den liberalen Kommunalpolitiker so in Rasche brachte, war die Verhängung einer sogenannten Veränderungssperre über das Gebiet des Bebauungsplans Nr. 47 zwischen Paradiesstraße und Mühlweg.

Zwei Baugesuche liegen vor

Zunächst hatte der Stadtrat den Geltungsbereich dieses B-Planes erweitert, und zwar um die Grundstücke des denkmalgeschützten ehemaligen Gasthofes „Weißes Roß“ und des Haltepunktes des Lößnitzdackels mit demselben Namen. Das Areal erstreckt sich nun von der Meißner Straße bis hin zum Straßenzug An der Jägermühle. Paradiesstraße und Mühlweg bilden die seitlichen Grenzen. Durch dieses Gebiet dampft die Schmalspurbahn und plätschert der Lößnitzbach.

Seit einem Jahr liegen der Verwaltung zwei Bauanträge für Einfamilienhäuser vor, die in dem Areal errichtet werden sollen. Das Bauamt hat die beiden Baugesuche erst einmal zurückgestellt, also bislang weder positiv noch negativ beschieden. Die Frist einer Zurückstellung darf jedoch nur ein Jahr betragen. Sie läuft Ende März aus. Wenn also die Verwaltung beide Baugesuche ablehnen möchte, muss der Stadtrat über das B-Plan-Gebiet eine Veränderungssperre verhängen. Das hat er auf seiner jüngsten Sitzung mit 17 Für- und zehn Gegenstimmen bei vier Enthaltungen getan. Damit sind in dem Gebiet die Errichtung neuer Gebäude oder Veränderungen an der vorhandenen Bausubstanz nicht erlaubt.

Überschwemmungsgefahr durch den Lößnitzbach

„Das ist keine Glanzleistung aus dem Bauamt und ein typisches Beispiel, wie die Stadtverwaltung mit Bauwilligen umgeht“, polterte Mücke. Durch die Veränderungssperre würden Grundstücke vom Markt genommen. „Eine Verknappung des Baulandes führt zu Mietsteigerung“, argumentierte er weiter. Mücke kann keinen Grund erkennen, der für die Verhinderung einer Wohnbebauung am Mühlweg spreche „Wir müssen investorenfreundlicher handeln und eine behutsame Nachverdichtung im Stadtgebiet zulassen, sonst sind wir irgendwann eine Stadt von Alten ohne junge Familien“, meinte Mücke.

Verdichtung sei nicht immer gut und Investoren müssten nicht immer Vorrang haben. „Es handelt sich um ein städtebaulich sensibles Gebiet“, konterte CDU-Stadtrat Jens Baumann. Und seine Ratskollegin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne) sagte: „Durch den Lößnitzbach ist die Gefahr von Überschwemmungen gegeben.“

Der Hochwasserschutz ist auch der Hauptgrund für den Stopp sämtlicher Bauvorhaben im Eingangsbereich zum Lößnitzgrund. Derzeit werde für den Lößnitzbach ein Hochwasserschutzkonzept erstellt, wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) informierte. Und künftige Flutschutzmaßnahmen möchte er nicht durch Bauprojekte, die jetzt erlaubt werden, zunichte machen.

Von Silvio Kuhnert

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