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Umland Radebeuler Stadträte stellen wichtige Weichen für Schulcampus in West
Region Umland Radebeuler Stadträte stellen wichtige Weichen für Schulcampus in West
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17:03 25.06.2018
Die Grundschule Kötzschenbroda wird an der Westseite durch einen Anbau mit Treppenhaus und Sanitäranlagen auf jeder Etage erweitert. Quelle: Visualisierung: rau-architekten
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Radebeul

Rund fünf Jahre müssen sich die Grund- und Oberschüler in Radebeul-West noch mit den jetzigen Lernbedingungen zufrieden geben. Beide Schulgebäude an der Harmoniestraße entsprechen nicht mehr den baulichen Anforderungen der heutigen Zeit. „Vieles ist marode. Ich würde mein Kind dort nicht hinschicken“, sagte beispielsweise SPD-Stadtratsfraktionschef Thomas Gey auf der jüngsten Ratssitzung. Und FDP-Stadtrat Jan Mücke meinte, dass der Zustand der Schulhäuser einfach nur „peinlich“ und „kein Ruhmesblatt“ für die Stadt sei.

Eine Änderung ist aber in Sicht: Für den geplanten neuen Schulcampus in Kötzschenbroda stellte der Stadtrat nun weitere wichtige Weichen. Zum einen fasste er den Baubeschluss für die brandschutztechnische und barrierefreie Ertüchtigung der Grundschule. Und beauftragte zum anderen den Preisträger des Architekturwettbewerbs für den Neubau der Oberschule mit der weiteren Planung. „Beide Vorhaben möchten wir bis Sommer 2023 baulich realisiert haben“, kündigte OB Bert Wendsche (parteilos) an. Sprich die Oberschüler sollen dann ihr neues Schulhaus beziehen und die Grundschüler in ihr saniertes Gebäude zurückkehren können.

Beide Projekte sind nicht nur von der Zeit bis zur Fertigstellung her – von Planung über Fördermittelbeantragung bis hin zu den eigentlichen Bauarbeiten (zwei Jahre Oberschule und mindestens anderthalb Jahre Grundschule) – ambitioniert, sondern auch finanziell. Das neue Oberschulgebäude schlägt mit Baukosten von geschätzt rund elf Millionen Euro zu Buche. Für die Brandschutzsanierung der Grundschule werden circa 2,7 Millionen Euro benötigt.

Mit einem kleinen Anbau möchte die Stadt in das im Jahr 1904 eingeweihte Schulhaus für Erst- bis Viertklässler den notwendigen zweiten Fluchtweg bringen. Neben einem Treppenhaus entstehen durch den Erweiterungsbau an der Westseite pro Etage neue Sanitäranlagen. „Die historische Schule werden wir mit einem Raumprogramm der heutigen Zeit versehen“, berichtete Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos).

Während der Bauarbeiten müssen die Grundschüler aus dem Schulhaus an der Harmoniestraße ausziehen. Der Umzug in ein Ausweichquartier ist notwendig. Wo die Schüler allerdings vorübergehend unterkommen sollen, ist derzeit noch offen. „Wir müssen noch eine Interimslösung für die Grundschule finden“, informierte Wendsche.

Bei den Oberschülern hat es die Stadt da einfacher. Sie können von ihrem jetzigen Schulhaus aus die Arbeiten für ihr neues Domizil beobachten. Schräg gegenüber dem jetzigen Standort ist zwischen Harmonie- und Hermann-Ilgen-Straße der Neubau geplant. Mit „quadratisch, praktisch, gut“ fasste Baubürgermeister Müller den Entwurf von Michael Auerbacher zusammen. Der Burghausener konnte die Jury des Architekturwettbewerbs, für den insgesamt 122 Bewerbungen im Rathaus eintrafen und von denen 30 per Los zur Teilnahme ausgewählt wurden, mit seiner Idee eines kompakten Quaders überzeugen. Um einen Lichthof mit Glasdach sind in dem künftig dreigeschossigen Gebäude Klassenzimmer und Fachkabinette gruppiert.

Nach dem Umzug im Jahr 2023 wird die jetzige Oberschule saniert. In das Gebäude zieht dann der Hort der Grundschule ein, der sich gegenwärtig noch im einstigen Amtsgericht an der Wilhelm-Eichler-Straße befindet. Den Eltern der Hortkinder treibt eine Sorge um: Auf dem neuen Schulcampus stünde ihren Kindern weit weniger Freifläche zum Spielen zur Verfügung, wie sie wiederholt äußerten. Am jetzigen Hort-Standort ist der Außenbereich mit 6298 Quadratmetern üppig bemessen. OB Wendsche gibt aber zu bedenken, dass der große Hof in seiner jetzigen Form nicht erhalten bleibe. Denn das Amtsgerichtsgebäude teilt sich der staatliche Hort mit dem Evangelischen Schulzentrum. Und das möchte sich an der Wilhelm-Eichler-Straße mit einem Anbau und später mit einer Turnhalle erweitern. Beide zusätzlichen Gebäude nehmen Platz auf der jetzigen Außenanlage in Anspruch. Sie wird kleiner.

Dagegen wird der Außenbereich am künftigen Schulcampus im Vergleich zu jetzt (3600 Quadratmeter) größer. So hat die Stadt bereits ein Nachbargrundstück erworben. Des Weiteren sind der Abriss von Anbauten geplant. Zudem bekommen die Oberschüler einen eigenen Schulhof. „Es kommt zu keiner Verschlechterung“, so OB Wendsche.

Von Silvio Kuhnert

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