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Radebeuler Manufaktur "Eigenart" rückt Kunst ins rechte Licht

Radebeuler Manufaktur "Eigenart" rückt Kunst ins rechte Licht

Etwas ins rechte Licht zu rücken, ist eine Kunst für sich: Ein wertvolles Exponat durch raffinierte Ausleuchtung wie glühend erscheinen zu lassen, ein altehrwürdiges Buch dem Museumsbesucher ultrascharf vor Augen zu führen - auf diese Kniffe versteht sich die Radebeuler Leuchtenmanufaktur "Eigenart Leuchten GmbH" so gut, dass nicht nur Schlösser und Museen aus ganz Deutschland zu den Kunden zählen, sondern auch die Ölscheichs aufmerksam geworden sind.

Radebeul.

Aus Saudi-Arabien winkt nun ein Auftrag, ein neues Weltkulturzentrum auszuleuchten.

Hinter "Eigenart" steht ein ehemaliger Schiffbauer, den die Vorliebe für gutes Licht zum Leuchtendesign getrieben hat. "Lichttechnik hat mich schon immer fasziniert und vor allem der Werkbund-Gedanke, Form und Funktion zu verschmelzen", sagt Unternehmens-Chef Christoph Kappeler. Und so tauschte er die Werft gegen ein eigenes Lichtstudio ein, das er 1991 in Hamburg eröffnete und 1997 nach Radebeul verlagerte. Weil sich die Aufträge seitdem stetig häuften, baute er 2007 für rund 1,2 Millionen Euro einen neuen Firmensitz - ganz aus Holz übrigens - an der Meißner Straße an der Stadtgrenze zu Dresden. Mittlerweile beschäftigt er 15 Ingenieure, Elektriker, Konstruktionsmechaniker und andere Mitarbeiter, die etwa anderthalb Millionen Euro Umsatz generieren.

Am meisten setze er inzwischen LED-Licht ein, sagt Kappeler, am liebsten aber Halogen-Leuchten. "LEDs bieten natürlich gute Möglichkeiten, aber wenn man eine warme Ausleuchtung haben will und bestimmte Farben an einem Kunstwerk gezielt zur Geltung bringen will, ist eher Halogen meine erste Wahl", betont der 48-Jährige. "Manche Museen wollen auch ganz bestimmte Effekte. Da wird zum Beispiel der Raum mit eher kühlem Licht ausgeleuchtet, während man die besondere Preziose im Zentrum in ein warmes Licht taucht. Das wirkt auf den Besucher, als ob das Exponat glühen würde."

Um solche Raffinessen solange auszufeilen, bis das Kunstwerk wirklich im rechten Licht steht, sind oft lange Versuchsreihen im hauseigenen Lichtlabor notwendig. Dort experimentieren die Eigenartler mit verschiedenen Lichtströmen und -winkeln, Farbtemperaturen und anderen "Feinstellschrauben". Manchmal werden ganze Vitrinen aufgebaut, Reproduktionen angestrahlt, manchmal sogar Original-Exponate aufgestellt, damit auch die letzte Farbnuance später im Museum präzise zur Geltung kommt.

Auch bei der Glasauswahl beraten die Radebeuler ihre Kunden. "Sehen Sie nur den Unterschied", weist Kappeler auf zwei Wandvitrinen, die gerade in seinem Lichtlabor ausgemessen werden: In beiden liegen antiquartische Lexika - das rechte hinter normalem Glas, das linke hinter einem speziell für Museen entworfenen Spezialglas, das das Schriftbild traumhaft überscharf erscheinen lässt. "Da sind die Besucher oft versucht, durchzufassen, weil sie das Glas überhaupt nicht bemerken."

Solches Finish, aber auch die flexible Arbeitsweise der Firma, die mit einem Laserbearbeitungszentrum und anderen Maschinen im Hause sowie eigenem Platinen- und Kühlkörperentwurf schnell auf Änderungs- und Sonderwünsche der Kunden reagieren kann, hat "Eigenart" einen guten Ruf weit über die Region eingetragen. Und so leuchten die Installationen von "Eigenart" nicht nur im Dresdner Stadtmuseum, im Militärhistorischen Museum oder den Staatlichen Kunstsammlungen Sachsen, sondern auch in Schlössern, Musentempeln und Besucherzentren in ganz Deutschland, der Schweiz oder bei der EU in Brüssel. Der jüngste Auftrag winkt derzeit aus Saudi-Arabien, wo das Königshaus ein großes Weltkulturzentrum plant. Kappeler: "Der Prinz hat unsere Leuchten schon auf die Ausschreibungsliste gesetzt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.09.2013

Heiko Weckbrodt

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