Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Radebeul will Pläne für Esag-Spange zu den Akten legen
Region Umland Radebeul will Pläne für Esag-Spange zu den Akten legen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 28.08.2018
Der Ausbau der Meißner Straße zählt weiterhin zu den dringlichsten Verkehrsprojekten in der Lößnitzstadt. Quelle: Silvio Kuhnert
Radebeul

Der Durchgangsverkehr bleibt Serkowitz erhalten, wenn der Radebeuler Stadtrat am Mittwochabend dem neuen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) grünes Licht gibt. Denn die Ortsumgehung, auch als Esag-Spange bekannt, zählt in der Fortschreibung des Konzeptes zu den Verkehrsprojekten, die die Lößnitzstadt endgültig zu den Akten legt.

Vor rund zehn Jahren haben sich die Serkowitzer noch stark gemacht für die Umgehungsstraße, die von der Kötzschenbrodaer Straße ab Friedhofstraße am Ortsteil vorbei führen und am alten Esag-Verwaltungsgebäude an der Meißner Straße enden sollte. Eine Bürgerinitiative wurde 2008 ins Leben gerufen, die eine rasche Umsetzung des Vorhabens forderte. Doch seit Jahren ist es still um die Idee dieser neuen Straße geworden.

Angesichts von geschätzten Baukosten von rund zwei Millionen Euro allein für eine Brücke über die Eisenbahntrasse zählte die Esag-Spange einerseits schon immer zu den eher utopischen Bauvorhaben in der Lößnitzstadt. Andererseits ist die Kötzschenbrodaer neben der Meißner Straße die zweite Hauptverkehrsader im Stadtgebiet. Eine Zusammenführung der Verkehrsströme beider Achsen hätte spätestens in Radebeul-Mitte zum Kollaps geführt. Dort wären täglich über 20000 Kraftfahrzeuge (Meißner Straße) und 10000 Kfz (Kötzschenbrodaer Straße) aufeinandergetroffen. „Die Esag-Spange bringt verkehrsmäßig nichts“, sagt OB Bert Wendsche (parteilos).

Der VEP enthält 46 Handlungs- und Maßnahmenvorschläge, wie Radebeuls Straßennetz für die Anforderungen der Zukunft fit gemacht werden kann. Erstmals wurde ein derartiger Plan in den 1990er Jahren aufgestellte. Die erste Überarbeitung erfolgte 2004. Die Esag-Spange ist nicht das einzige Projekt, was aus dem Papier flog. „Definitiv verabschiedet haben wir uns von Neubaustrecken“, informiert Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Dazu zählen die Verlängerung des Turnerweges ab der Dresdner Straße bis zur Spitzhausstraße, der sogenannte „Obi-Strahl“, einer Direktanbindung der Kottenleite an die Kreuzung Meißner -/Cossebauder Straße sowie die Verlängerung der Sidonienstraße ab Forststraße unter der Autobahnbrücke hindurch zur Meißner Straße. Dagegen wird der Plan, die Sidonienstraße von der Kiefernstraße aus bis zur Forststraße zu verlängern, weiter verfolgt.

Im überarbeiteten VEP legen Verwaltung und Stadtrat bei der Lenkung der Verkehrsströme weiter den Fokus auf den Ausbau des Hauptstraßennetzes. Hier steht die weitere Ertüchtigung der Meißner Straße an erster Stelle. Als neues Schwerpunktthema kommt jetzt die westliche Fabrikstraße hinzu. Aufgrund der Engstelle an der ehemaligen Gärtnerei beim Lößnitzbad können Lkw derzeit nicht von der Cossebauder Straße aus in das Gewerbegebiet sowie in die Gegenrichtung fahren. Sämtlicher Schwerlastverkehr führt über die Emil-Schüller-Straße sowie Kötitzer oder Güterhofstraße durch Wohngebiete sowie das Sanierungsgebiet-West mit der Bahnhofstraße.

Seit Frühjahr dieses Jahres ist die ehemalige Gärtnerei neben dem Lößnitzbad im Eigentum der Stadt. Der Erwerb dieser Fläche hat sie in die Lage versetzt, die störenden Gebäude an der Engstelle abzureißen und die Fabrikstraße dort zu erweitern. Welche Entlastung vom Schwerlast- und Berufsverkehr die Umsetzung dieses Vorhabens für den Stadtteil Kötzschenbroda bringt, sollen Verkehrplaner jetzt genau untersuchen. Ergebnisse werden im Laufe des nächsten Jahres erwartet.

Von Silvio Kuhnert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor 135 Jahren wurde die Bahnstrecke von Freital-Hainsberg nach Kipsdorf eröffnet. Das Jubiläum nimmt der VVO zum Anlass, mehr Schmalspurbahnen vom 1. bis 3. September 2018 einzusetzen.

28.08.2018

Heimatliebe zum Vorzeigen – Stadt Meißen wirbt künftig mit Herzschlag-Logo für sich. Das Motiv ist nicht nur auf Marketingartikeln wie Tasse, T-Shirt und Lätzchen zu finden.

28.08.2018

Am Bahnhof Potschappel hat die Stadt Freital im Zuge des Umbaus eine neue Uhr in Betrieb genommen. Per Funksteuerung zeigt sie die Zeit an.

28.08.2018