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Umland Radebeul will Meißner Straße ab 2018 abschnittweise sanieren
Region Umland Radebeul will Meißner Straße ab 2018 abschnittweise sanieren
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08:30 20.11.2017
Nicht alle freuen sich über den bevorstehenden Ausbau zwischen der Rennerbergstraße und der Dr.-Külz-Straße. An diesem schmuck sanierten Fachwerkhäuschen wird der Fußweg nach Sanierung nur 1,50 Meter breit sein. Der Eigentümer ist von diesen Plänen wenig begeistert. Quelle: Uwe Hofmann
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Radebeul

Radebeul. Die Meißner Straße ist Radebeuls Hauptverkehrsader – und das Sorgenkind der Lößnitzstadt. Abwasserkanäle, Gleisanlagen der Straßenbahn, Asphalt sind in vielen Abschnitten marode und müssen saniert werden. Ab dem Frühjahr 2018 soll nun das nächste Teilstück der Staatsstraße ausgebaut werden. Die DNN zeigen, wie es weiter geht.

Wo wird als nächstes saniert?

Zwischen der Rennerbergstraße und der Dr.-Külz-Straße wird im Jahr 2018 gebaut – dieses Bekenntnis war von Stadt und Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) zuletzt bei der Einweihung der neuen Haltestelle bei Schloss Wackerbarth zu hören. Man könnte auch hinzufügen: endlich. Drei Jahre hat es gedauert, bis die Landesdirektion Sachsen das obligatorische Planfeststellungsverfahren abgeschlossen hat. Der Abschnitt bedeutet im Grunde eine Weiterführung des Straßenquerschnitts, so wie er im bereits sanierten Abschnitt vor den Landesbühnen bis zu Rennerbergstraße vorliegt. Dennoch hat es das etwa sieben Millionen Euro teure Vorhaben in sich: Insbesondere weil die Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (WSR) einen neuen Abwasserkanal verlegen muss, ziehen sich die Bauarbeiten bis zum Jahresende und darüber hinaus. „Eineinhalb Jahre bis zwei Jahre wird die Bauzeit wohl betragen“, sagt Angelika Wernicke, Sachgebietsleiterin Straßenbau. Geplant ist, den Verkehr in Richtung Coswig über die derzeit in Sanierung befindliche Heinrich-Zille-Straße zu leiten. Autofahrer in Richtung Dresden fahren an der Baustelle vorbei. Die Linie 4 wird zunächst gesperrt und soll dann ab dem späten Herbst wenigstens eingleisig in dem Abschnitt wieder fahren, heißt es von den DVB.

Wo geht es weiter?

„2019 wollen wir in Zitzschewig sanieren“, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Der etwa 360 Meter lange Abschnitt gilt als sehr kompliziert, weil die Meißner Straße dort sehr eng ist und sich Umleitungen schwer einrichten lassen. Eigentlich wollten Stadt und WSR bereits 2016 den an der Grenze zu Coswig gelegenen Abschnitt bauen, mussten ihre Pläne aber auf Eis legen, weil man erst in die Fördermitteltöpfe griff, als diese bereits leer waren. In diesem Jahr gab es zwar den ersehnten Fördermittelbescheid, bauen will man trotzdem im nächsten Jahr noch nicht. „Wir haben mit einem Verkehrsplanungsbüro die sich aus den bereits in Radebeul und Coswig geplanten Bauvorhaben ergebende Verkehrssituation analysiert“, sagt Wernicke. Ergebnis: Wegen drohendem Verkehrskollaps 2018 nicht umsetzbar, unter anderem weil die Deutsche Bahn an der Bahnbrücke über die Meißner Straße baut und in Coswig die Moritzburger Straße saniert wird.

Und bis dahin?

Ist die Mittlere Bergstraße dran. Für die marode Straße gibt es seit 2009 Ausbaupläne, die mangels Finanzierung nicht aus der Schublade gezogen wurden. Jetzt sollen so schnell wie möglich ein Fördermittelantrag eingereicht werden, um die Pflasterstrecke, die teilweise keinen Fußweg hat, auf den heute üblichen Ausbaustand zu bringen. Die Baukosten werden auf eine Million Euro geschätzt. Der Ausbau hat vor allem den Vorteil, dass die Mittlere Bergstraße 2019 als Umleitung zur Verfügung steht, wenn in Zitzschewig die Meißner Straße gebaut wird.

Und wann kommt Radebeul-Ost dran?

Diese Frage stellt man sich vor allem bei den DVB. Die Gleise dort sind so schlecht, dass Straßenbahnen an manchen Stellen nur noch zehn Stundenkilometer fahren können. 2016 haben die Baupartner die Planfeststellung für den Abschnitt Schillerstraße bis Eduard-Bilz-Straße beantragt. Legt man die zuletzt übliche Bearbeitungszeit bei der Landesdirektion zugrunde, könnte also 2019 Baurecht herrschen. Für einen Ausbau 2020 ist das wegen der Auslege- und Ausschreibungsfristen womöglich zu spät.

Und dann kehrt erst einmal Ruhe an der „Meißner“ ein?

Das kann man nicht sagen. Denn im nächsten Jahr sollen die Stadträte den Ausbau für zwei weitere Abschnitte beraten und beschließen. „Wir wollen immer etwas in der Hinterhand haben, damit es kontinuierlich weiter gehen kann“, sagt Baubürgermeister Müller. Demnach sollen als nächstes die Planungen für die Abschnitte Eduard-Bilz-Straße bis Wasastraße, wo auch der neue Platz für das Karl-May-Museum eine Rolle spielen wird, und Gradsteg bis Gleisschleife Radebeul-West vorangetrieben werden. Vor allem der letztgenannte ist heikel, weil er die Kreuzung der Meißner Straße mit der Bahnhofstraße beinhaltet. Dort sollen mit dem Ausbau die derzeit üblichen Staus verschwinden. Weiterhin gibt es Überlegungen zum Abschnitt Gleisschleife Radebeul-West bis Cossebauder Straße.

Und sonst?

Wird nicht auf, sondern rings um die Meißner Straße gebaut: Das Ausbauprogramm auf den Neben- und Umleitungsstrecken geht weiter. So auf der Forststraße, für deren rund 560 000 Euro teuren Ausbau seit Kurzem die Fördermittel bereit stehen. Außerdem soll 2018 auch auf der Seestraße, Kiefernstraße und Dresdner Straße in Radebeul-Ost gebaut werden. In Radebeul-West hat man sich die Emil-Schüller-Straße vorgenommen.

Von Uwe Hofmann

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