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Umland Radebeul will 2019 freies WLAN im Stadtgebiet anbieten
Region Umland Radebeul will 2019 freies WLAN im Stadtgebiet anbieten
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09:30 04.11.2018
Bisher gibt es in Radebeul keinen WLAN-Hotspot. Das soll sich nun ändern, zum Beispiel soll auf dem ganzen Anger Altkötzschenbroda freies Internet zugänglich sein. Quelle: Martin Förster
Radebeul

Die Lößnitzstadt bekommt freies Internet. Und das nicht nur in Altkötzschenbroda, wie es die Stadtratsfraktion von Bürgerforum/Grüne 2016 in einem Antrag gefordert hat. Nach langwierigen Untersuchungen will die Stadtverwaltung nun an allen touristisch bedeutenden Orten der Stadt drahtloses und frei zugängliches Internet anbieten. „Wir wollen das nicht nur für den Solitär Altkötzschenbroda, sondern haben alle touristischen Träger in unsere Untersuchung einbezogen“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos).

Bei den meisten ist Hartmut Schreyer, der im Rathaus die EDV-Abteilung leitet, dabei offenbar offene Türen eingerannt. Nur das Staatsweingut Schloss Wackerbarth hat müde abgewinkt. Kostenlos-WLAN gibt es in der barocken Anlage schon länger. Jugendherberge, Hoflößnitz und Karl-May-Museum wollen sich jedoch beteiligen. Hinzu kommen die beiden Stadtbüchereien in Ost und West, die Sternwarte, Altkötzschenbroda, wo das WLAN entlang des Angers zwischen Bahnhofstraße und Neuer Straße auf 400 Metern empfangbar sein soll, sowie die Tourist-Info in Radebeul-Ost hinzu.

Als die in die neuen Räume zog, hatte man freies WLAN das erste Mal untersucht, aber den Gedanken nicht weiter verfolgt, weil unter anderem die Haftungsfrage nicht geklärt war. Man hätte nur ein Sorglos-Paket bei großen Anbietern kaufen können, sagt EDV-Mann Schreyer. Und das wäre zu teuer gekommen. „Das hat sich nun geändert, die Betreiberhaftung gibt es nicht mehr“, begründet OB Wendsche das Umdenken im Rathaus. Künftig kann die Stadt nicht belangt werden, wenn über den freien Internetzugang einer ihrer Einrichtungen ein schlimmer Finger etwas Verbotenes tut. Solange man einen vertretbaren Aufwand für Sicherheit betreibe, wie Schreyer sagt.

Da sich während der Untersuchung die Fördermodalitäten geändert haben, hat die Studie etwas länger gedauert. Nun ist aber der Weg klar: Die Tourist-Information erarbeitet ein touristisches Konzept, was Voraussetzung ist, um an eine 80-prozentige Förderung für die Installationskosten zu gelangen. Für diese gibt es derzeit nur eine Schätzung, die auf einer älteren Abfrage bei Unternehmen beruht: 100 000 bis 150 000 Euro. Neue konkrete Kostenschätzungen werden in diesen Tagen erwartet. Wenn alles klappt, will man den WLAN-Aufbau dann bereits im nächsten Jahr angehen. Den späteren Betrieb der Hotspots müssen die jeweiligen Einrichtungen selbst zahlen.

Die gehen ganz unterschiedlich mit dem Thema WLAN um. So wünscht die Sternwarte zum Beispiel nicht, dass es freies kabelloses Internet im Gebäude gibt. Dort sollen sich Besucher ungestört auf Vorträge, Planetariumsshow und Ausstellung konzentrieren. Gewünscht ist es dagegen für den Vorplatz und das Umfeld der Sternengucker-Plastik. Vergleichsweise große Netzwerke sind neben Altkötzschenbroda für die Jugendherberge geplant, die WLAN in allen drei Gebäuden wünscht. Ähnlich sieht es für das Karl-May-Museum aus. Das WLAN der Stadtbibliothek Radebeul-Ost soll gleichzeitig Kulturhalle und Bahnhofsvorplatz erschließen. „Man muss sehen, ob das ungewünschte Nebeneffekte hat, Stichwort Jugendtreff“, deutet Schreyer mögliche Kehrseiten an. OB Wendsche hält einen Missbrauch allerdings eher für ein großstädtisches Problem. Nötigenfalls müsse man das Netz nachts abschalten oder dürfe nur eine begrenzte Nutzung erlauben, sagt Schreyer.

Von Uwe Hofmann

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