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Umland Radebeul vergibt Aufträge fast nur an sächsische Unternehmen
Region Umland Radebeul vergibt Aufträge fast nur an sächsische Unternehmen
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20:25 11.04.2018
Das Spitzhaus ist ein Wahrzeichen für Radebeu.l Quelle: Foto: Martin Förster/Archiv
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Radebeul

Derzeit sucht die Stadt Radebeul ein Bauunternehmen, das die Fassade der Wachschen Villa auf Vordermann bringt. Die Ausschreibung dieses Bauauftrages läuft bis 3. Mai. Bis dahin können Betriebe ihre Angebote im Rathaus einreichen. Danach wird der Stadtrat dem wirtschaftlichsten Gebot den Zuschlag geben. „Wir hören immer wieder Kritik, dass die Aufträge nicht an heimische Firmen gehen“, berichtet OB Bert Wendsche (parteilos). Auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion hat daher seine Verwaltung die Auftragsvergaben der vergangenen vier Jahre unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Kritik ist unberechtigt.

Als Resümee der Vergabeberichte von 2014 bis 2017 kann man die Stadt Radebeul als Förderer der sächsischen Wirtschaft bezeichnen. „Unter fünf Prozent der Aufträge geht an Unternehmen außerhalb des Freistaates“, informiert das Stadtoberhaupt. D.h., der Bärenanteil bleibt in Sachsen. In die Auswertung flossen alle Vergaben ab einem Wertumfang von 10000 Euro ein. Im Jahr 2014 waren es 67, den Zuschlag erhielten 63 Sachsen (94 Prozent). 2015: 74 von 77 (96,1 Prozent). 2016: 66 von 68 (97,1 Prozent). Und im vergangenen Jahr blieben 62 von 65 städtischen Aufträgen im eigenen Bundesland (95,4 Prozent).

Nun können kritische Stimmen meinen, entscheidender als die Auftragszahl sei der finanzielle Umfang, womit sie auch Recht haben. Denn es macht einen gewaltigen finanziellen Unterschied aus, ob ein Betrieb „nur“ die Wände in Klassenzimmern streicht, die städtischen Grünanlagen pflegt oder eine Straße grundhaft ausbaut. Daher hat die Radebeuler Stadtverwaltung auch den Verbleib des Geldes untersucht.

Investitionen im Umfang von 8,8 Millionen Euro standen auf der Agenda im vorigen Jahr. Und von diesem Auftragsvolumen verblieben rund 8,7 Millionen oder 98,2 Prozent in den Grenzen des Freistaates. Im Vorjahr waren es 95 Prozent von 4,7 Millionen Euro, 95,7 Prozent von 3,5 Millionen Euro in 2015 und 96,3 Prozent von 4,5 Millionen Euro in 2014.

Ob die Sanierung der Oberen Johannisstraße und Kottenleite oder die des Bootshauses – die größten Summen fließen im Tief- und Hochbau. Von den Auftragswerten im Umfang von 3,7 Millionen Euro der sogenannten VOB-Aufträge – Ausschreibung und Zuschlag nach den Regeln der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – gingen im vergangenen Jahr 17,8 Prozent an Firmen mit Sitz in Radebeul, 21,7 Prozent an Betriebe aus der Region Großenhain, 31,9 Prozent an Dresdner Unternehmen und 22 Prozent an Handwerker aus dem Raum Freital/Tharandt/Pirna.

„Wir können berechtigt stolz sein“, meint OB Wendsche. Er verweist auch darauf, dass es in den vergangenen zwei Jahren keine Beanstandung durch eine Nachprüfstelle gab.

Von Silvio Kuhnert

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