Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Radebeul nutzt erstmals seit 2001 das Vorkaufsrecht zum Grundstückskauf
Region Umland Radebeul nutzt erstmals seit 2001 das Vorkaufsrecht zum Grundstückskauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:14 14.07.2017
Das Grundstück gleicht einem Dschungel. Zwischen Bäumen und Sträuchern sammelt sich allerlei Kram. Quelle: Lisa-Marie Leuteritz
Anzeige
Radebeul

Findet sich zwischen all dem Gestrüpp ein Loch zum Durchgucken, wird deutlich, dass das Grundstück eher einem Schrottplatz gleicht. Alte Möbel, Platten und diverse Gerätschaften tummeln sich zwischen all dem Grün. Im Erdgeschoss ranken sich die Kletterpflanzen sogar schon von innen an den Fenstern hoch. Dieses Grundstück empfindet die Stadt als Schandfleck und nutzt nun das sogenannte Vorkaufsrecht. Das Grundstück an der Dresdner Straße 14, Ecke Turnerweg steht zum Verkauf und ausgerechnet der Mieter, welcher das Gelände seit mehr als 14 Jahren verwahrlosen lässt, will es kaufen. Das will die Stadt verhindern.

Rechtlich gesehen ist es legitim. Denn das Areal liegt im Sanierungsgebiet „Zentrum und Dorfkern Radebeul Ost“. Werde das Grundstück so belassen, erfülle die Stadt nicht die Ziele einer Stadtsanierung. Das bestätigte auch die Sanierungsbehörde bei einer Vorortbegehung. Grundsätzlich darf ein Vorkaufsrecht erst angewendet werden, wenn von einem Grundstück Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht. Verwahrlosung allein reicht nicht aus. „Natürlich kann die Stadt nicht jedes Grundstück in der Stadt kaufen“, erklärt Baubürgermeister Jörg Müller in der Stadtratsitzung am 21. Juni. Doch das Sanierungsgebiet machts möglich.

Für gerade einmal 12 000 Euro kann die Stadt das Grundstück erwerben. Die Kosten für den geplanten Abriss sind dagegen viermal so hoch. 48 000 Euro werden investiert und anschließend soll die Fläche begrünt werden. Also bleibt es grün an der Dresdner Straße 14, nur eben schöner. Die Maßnahme hat auch noch einen anderen Vorteil. Denn die Häuser dahinter bezeichnet Baubürgermeister Müller auch als „Hubschraubergrundstücke“. Das bedeutet, diese sind nur über das verwahrloste Grundstück erreichbar und haben keinen direkten Anschluss an Gehwege und Straße. Dies wird sich nun ändern. Außerdem werden die Gehwege auf der Ostseite des Turnerweges auf 2,90 Meter verbreitert.

Derzeit laufen die Anhörungen mit dem Mieter. Bei der Vorortbegehung mit der Sanierungsbehörde wurde deutlich, dass der Mieter zwar den Hauptwohnsitz an der Stelle angemeldet hat, es spricht aber einiges dagegen, dass er dort tatsächlich wohne. Der Mieter erklärte bei der Begehung im vergangenen Oktober, dass sein Kind an eine Schule in eine andere Stadt gehe. Außerdem prüfte die Behörde Abrechnungen von Trink- und Abwasser und konnte einen viel zu geringen Verbrauch für eine Wohnnutzung feststellen. Darüber hinaus schätzt die Stadt die finanziellen Mittel des potenziellen Käufers und bisherigen Mieters zu gering ein, als dass er das Haus selbst renovieren oder abreißen könne. Gegen den Käufer musste bereits im Jahr 2000 ein Verfahren der Ordnungsbehörde eingeleitet werden, weil der Giebel einzustürzen drohte.

Der Stadtrat beschloss dieses Vorhaben einstimmig und wünschte der Verwaltung viel Glück bei den anstehenden Anhörungen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Umland Nationalpark von Schädlingsbefall besonders betroffen - Der Borkenkäfer ist in der Sächsischen Schweiz auf dem Vormarsch

Dieser Tage schwärmen junge Borkenkäfer aus und befallen neue Bäume. Von dem Schädling ist in diesem Jahr besonders der Nationalpark Sächsische Schweiz betroffen. Während in anderen Wäldern befallene Bäume sofort gefällt werden, wird der Käfer auf rund der Hälfte der Nationalparkfläche in Ruhe gelassen. Geht von dort nicht eine Gefahr für benachbarte Waldbesitzer aus?

13.07.2017
Umland Wegen Gefahr vor Steinschlag - Malerweg ist an der Lochmühle gesperrt

Der Malerweg musste am Donnerstag in Höhe der Lochmühle gesperrt werden. Es besteht die Gefahr von Steinschlag.

13.07.2017

Die Plossenkurve in Meißen bereitet vielen Menschen Sorgen. Die einen wollen eine breitere Kurve, damit Lkws und Schwerlasttransporte besser den Berg hinauf kommen. Die anderen, und das sind vor allem die Anwohner, wollen gar keine Schwerlasttransporte am Plossen sehen.

13.07.2017
Anzeige