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Umland Radebeul möchte in 2019 zahlreiche Großprojekte stemmen
Region Umland Radebeul möchte in 2019 zahlreiche Großprojekte stemmen
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17:59 07.01.2019
Oberbürgermeister Bert Wendsche. Quelle: Martin Förster/Archiv
Radebeul

Die Lößnitzstadt habe sich erfolgreich weiter entwickelt, so lautet das Fazit von Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) für 2018. Im DNN-Interview gibt er einen Ausblick, was im neuen Jahr für Aufgaben und Investitionen anstehen.

Frage: Herr OB Wendsche, wie lautet Ihr Fazit für 2018: War es ein erfolgreiches Jahr für die Stadt Radebeul?

Bert Wendsche: Die Stadt hat sich erfolgreich weiterentwickelt: Die Wirtschaft läuft, die Arbeitslosigkeit sinkt und der Zuzug hält erfreulicher Weise weiter an. Trotz der angespannten Baukonjunktur konnten wir als Stadt zahlreiche Großprojekte stemmen. Beispielhaft sei an den Ende November fertiggestellte Straßenzug Obere Johannisbergstraße/Kottenleite erinnert. Auch im Bildungsbereich haben wir einiges auf den Weg gebracht – wie etwa die Grundsatzentscheidung zum Schulcampus Kötzschenbroda, womit wir wichtige konzeptionelle Weichen für die weitere Planung gestellt haben.

Ob 2. Bauabschnitt Bootshaus, Meißner Straße oder Mittlere Bergstraße – einige Vorhaben konnten in diesem Jahr nicht wie geplant umgesetzt werden, da entweder die Fördermittel nicht wie erhofft flossen oder ein Rechtsstreit anhängig war. Hat dies den Investitionsplan sehr durcheinandergebracht?

Nein! An die zum normalen Bauleben und zur Investitionsplanung dazugehörigen Verschiebungen haben wir uns mittlerweile gewöhnt.

Was werden die großen Baustellen in 2019 sein?

Die größte Herausforderung für uns als Stadt, aber auch für Anlieger und Verkehrsteilnehmer wird im neuen Jahr die Meißner Straße sein. Dem grundhaften Ausbau im Abschnitt zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße steht nichts mehr im Wege. Er kann beginnen, sobald bauoffenes Wetter herrscht. Dieses Bauvorhaben ist immens wichtig für den Erhalt der Linie 4 als dem Rückgrat unseres ÖPNV-Netzes im Stadtgebiet. Ein weiteres großes Bauvorhaben in 2019 ist der Ergänzungsbau am Gymnasium Luisenstift, wo wir der Fertigstellung entgegengehen. Im Sportbereich sind es zwei Maßnahmen, und zwar zum einen der 2. Bauabschnitt im Bootshaus sein. Zum anderen bekommt das Weinbergstadion einen neuen Kunstrasenplatz. Für beide Projektes liegen die Fördermittelbescheide vor.

Wie geht es an der Mittleren Bergstraße weiter? Sie muss ja nicht nur wegen ihres schlechten Zustandes ausgebaut werden, sondern sie soll nach ihrem Ausbau als Umleitungsstrecke dienen, damit die Stadt die Meißner Straße in Zitzschewig in Höhe Löma-Center auf Vordermann bringen kann.

Die Mittlere Bergstraße wollen wir in 2019 bauen. Hier hoffen wir, dass, nachdem der Sächsische Landtag Mitte Dezember den Doppelhaushalt 2019/20 auf den Weg gebracht hat, die Genehmigung für einen förderunschädlichen Maßnahmebeginn bei uns im Rathaus bald eintrifft.

Auf welchen Straßen wird in 2019 noch gebaut?

Weitere Straßenbauvorhaben im neuen Jahr sind die Fertigstellung der Pestalozzistraße zwischen Schilden- und Schuhmannstraße. Auf unserer Agenda stehen zudem die Emil-Schüller-Straße im Abschnitt zwischen Kötitzer und Fabrikstraße und die Forststraße in Radebeul-Ost.

Welche Investitionen sind in 2019 im Hochbaubereich geplant?

Im Hochbau steht die Sanierung der Turnhalle der Grundschule Naundorf an. Eine weitere Investition in 2019 ist die Neugestaltung der Außenanlagen von Schiller-Grundschule und Pestalozzihaus. Außerdem werden die Planungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses sowie für den neuen Hort der Schiller-Grundschule in Radebeul-Ost bis zur Baureife geführt. Mit beiden Vorhaben wollen wir Ende 2019 in die Ausschreibung gehen.

Im Frühjahr soll die Aussichtsplattform auf dem Bismarckturm geöffnet werden. Allerdings besteht nach jetzigem Planungsstand die Möglichkeit eines Aufstiegs nur für kurze Zeit, da die Gestaltung der Außenfläche sowie die touristische Erschließung mit Parkplätzen etc. noch aussteht. Wann wird der Turm Besuchern offen stehen?

Erst einmal hoffen wir gemeinsam mit dem Verein für Denkmalpflege und neues Bauen, dass wir die Treppe samt Aussichtsplattform bis zum 1. April 2019, dem Geburtstag von Otto von Bismarck, fertig stellen können. Das ist unser erstes Ziel. Ob die Realisierung wie erhofft gelingt, können wir jetzt noch nicht sagen. Zu dem Gesamtvorhaben gehört natürlich auch die Neugestaltung der Außenanlagen um den Turm selbst sowie eine Lösung für den Besucherverkehr, da die jetzige verkehrliche Erschließung des Areals um das Spitzhaus absolut unbefriedigend ist. Beide letztgenannten Vorhaben können erst begonnen werden, wenn die Treppe vollständig eingebaut ist. Bis zu ihrer Realisierung und Fertigstellung, müssen wir eine Übergangslösung für die Öffnung des Turmes finden. Anfang des neuen Jahres werden wir uns gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Wahnsdorf als Vertreter der Anlieger und dem Verein für Denkmalpflege und neues Bauen als Stifter darüber verständigen, wie wir eine für alle Seiten vertretbare provisorische Lösung organisieren können.

Die Stadt sucht einen neuen Kulturamtsleiter/eine neue Kulturamtsleiterin. Möchte sich die Stadt kulturell neu aufstellen? Kommen zu den Karl-May-Festtagen, dem Herbst- und Weinfest oder dem Weihnachtsmarkt in Altkötzschenbroda neue Großveranstaltungen hinzu?

Veränderungen wird es immer gegeben. Denn alles andere würde Stillstand bedeuten. Und was Ihre Frage nach einer weiteren Großveranstaltung betrifft: Im Kulturbereich sind wir als Stadt Radebeul gut beraten, wenn wir nicht nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ verfahren oder nach dem Kreieren von immer Neuem und Größerem streben, sondern wir sollten unseren vielfältigen Schatz an kulturellen Einrichtungen und Ereignissen bewahren und behutsam weiterentwickeln. Deshalb wird es keine weitere Großveranstaltung geben. Eine Herausforderung wird aber sein, wie wir das Thema Karl May in die Zukunft tragen. Die Vermittlung von Leben und Werk des wohl größten Sohnes unserer Stadt wird ein Fokus der Anstrengungen von Stiftung, Museum und Stadt in den nächsten Jahren sein. Für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Museumsareals sind dringende Sanierungen an den Bestandsgebäuden sowie eine Gestaltung, die den heutigen Ansprüchen an eine Ausstellung genügt, erforderlich.

Mit Forststraße, neuem Hort für Schiller-Grundschule sowie Feuerwache haben Sie bereits einige Projekte in Radebeul-Ost erwähnt. Welche Vorhaben sind in 2019 im Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ geplant?

Neben der weiteren planerischen Entwicklung des Schulcampus Kötzschenbroda ist die Zukunft der Bahnhofstraße das zentrale Thema, womit wir uns befassen. Hier sind zwei Konzepte unter Einbeziehung von externem Sachverstand in Arbeit. Zum einen zählt hierzu das Händlerleitbild. Ein Zwischenergebnis wurde auf der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt. Zum anderen werden derzeit Untersuchungen zu einem Verkehrskonzept erstellt. Hier lassen wir prüfen, ob und wie Verkehrsströme anders bzw. neu in dem Gebiet organisiert werden können. Beide Teilkonzepte möchten wir in den nächsten Wochen zu einem Gesamtkonzept zusammenführen und im Anschluss eine Bürgerbeteiligung starten. Nach einer breiten öffentlichen Diskussion soll der Stadtrat das Zukunftskonzept für die Bahnhofstraße in der zweiten Jahreshälfte beschließen.

Zu den städtebaulichen Missständen in West zählt das leerstehende Bahnhofsgebäude. Besteht hier Hoffnung auf eine Sanierung? Der Eigentümer wollte in 2018 einen Bauantrag einreichen. Ist dies geschehen?

Die Entwicklung des Objektes liegt nicht in der Hand der Stadt. Ein Bauantrag vom Eigentümer liegt der Verwaltung noch nicht vor. Es gibt derzeit aber auch keinen produktiven Gesprächsfaden zwischen ihm und uns. Für das Funktionieren und gelingen des Sanierungsgebiets in Radebeul-West ist das Bahnhofsgebäude immens wichtig, so dass wir als Stadt an dem Projekt dran bleiben und nach einer Lösung streben.

Von Silvio Kuhnert

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