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Umland Radebeul gründet Verkehrsrat: Bürgerinitiativen und Stadt setzen sich an einen Tisch
Region Umland Radebeul gründet Verkehrsrat: Bürgerinitiativen und Stadt setzen sich an einen Tisch
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09:28 23.12.2014

Mithin haben also zwei Seiten zueinander gefunden, die sich üblicherweise in Diskussionen gegenüberstehen.

Im Oktober habe das Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal (BVE), das die Interessen mehrerer BIs der Region bündelt, um ein Treffen im Rathaus gebeten, berichtet OB Wendsche. Man habe sich über unabhängig voneinander gemachte Ergebnisse von Verkehrsbeobachtungen ausgetauscht und dabei übereinstimmende Positionen erkannt. Dann kam das Angebot der Zusammenarbeit, womit man "offene Türen eingerannt" habe, wie Wendsche sagt. Im Januar soll es das erste Arbeitstreffen geben.

Der Zeitpunkt der Einigung ist interessant. Schließlich wird aktuell noch sehr grundsätzlich über den Ausbau eines Abschnitts der Meißner Straße in Radebeul-Ost diskutiert und die mit Fluthilfe-Geldern finanzierte Sanierung der Kottenleite geplant. Zwei Großvorhaben also, welche die im Verkehrsrat vertretenen BIs bewegen. Dennoch verneint OB Wendsche die Frage, ob man im neu geschaffenen Gremium über diese Projekte sprechen wird. Das könnten die BIs ja ohnehin schon auf dem Wege der öffentlichen Beteiligung, sobald die Pläne öffentlich ausgelegt werden. Der Oberbürgermeister sagt aber auch: "Die Bürgerinitiativen profitieren natürlich davon, dass man sie für alle sichtbar auf Augenhöhe behandelt."

Die Zusammenarbeit, die im Verkehrsrat auf "eine neue Stufe" gehoben werde, wie Wendsche sagt, konzentriert sich vorrangig auf zwei Bereiche: Die Erfassung von Verkehrsaufkommen und -verstößen, um etwaige Probleme zu erfassen, sowie Maßnahmen, mit deren Hilfe diese anschließend gelöst werden können. Wichtig sei dabei zunächst, die "vielfach gefühlte, subjektive Verkehrsbelastung zu objektivieren", wie der OB sagt. Mit falschen Behauptungen könnte man schnell für schlechte Stimmung sorgen, die sich kaum mehr heben lasse.

Vorgesehen ist eine Art Messgemeinschaft. Die Stadt und die BIs verständigen sich dabei darauf, wo und wann sie ihre Verkehrszähler einsetzen, um zu verwertbaren Ergebnissen bezüglich Zahl, Geschwindigkeit und Art der Fahrzeuge zu kommen. Die Ergebnisse werden analysiert. Daraufhin folgt dann die Entscheidung, ob der mobile Blitzer an bestimmten Stellen öfter eingesetzt werden soll oder gar ein Tempo 30 angebracht ist.

Weiterhin wird bei den mindestens einmal im Quartal stattfindenden Gesprächen der Zustand und der Sinn bestimmter Verkehrsschilder Thema sein. Aus Sicht der Stadt wichtigster praktischer Nutzen: Die BI wird den Austausch der Batterien bei den zwei städtischen Tempo-Tafeln organisieren, die die Geschwindigkeit vorbeifahrender Autos anzeigen. Selten könne man sie dort installieren, wo es eine geregelte Stromversorgung gibt, sagt OB Wendsche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.12.2014

Uwe Hofmann

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