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Umland Radebeul-Pass stößt auf wenig Interesse – wird dennoch nicht für gescheitert erklärt
Region Umland Radebeul-Pass stößt auf wenig Interesse – wird dennoch nicht für gescheitert erklärt
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21:00 06.05.2016
Radebeuls Sozialamtsleiter Elmar Günter zeigt den neuen Radebeul-Pass. Quelle: Uwe Hofmann
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Radebeul

„Die Resonanz war verhalten“, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) über die ersten neun Monate des im Juli 2015 so hoffnungsvoll gestarteten Sozialpasses. Man könnte auch weniger euphemistisch von einem Flop sprechen: Bis Anfang März wurden nach städtischer Statistik 251 Pässe an Radebeuler ausgegeben, die damit Ermäßigungen über insgesamt 661 Euro erhalten haben. Diese beschränken sich auf Ermäßigungen für Eintritt die Stadtbäder (365 Mal), das Super-Sommer-Ferienticket des Verkehrsverbundes Oberelbe (16 Mal), das Herbst- und Weinfest (acht Mal), das DDR-Museum „Zeitreise“ (fünf Mal), Das Karl-May-Musem und die Volkshochschuel (je drei Mal). Zum Vergleich: Für die bis Ende Juni laufende Testphase hatte man im Rathaus eigentlich mit Kosten über 15 000 Euro kalkuliert.

Auf diese Aussage können sich deshalb alle einigen: Der Sozialpass, nach dreijähriger Diskussion mit verschiedenen Einrichtungen wie dem Karl-May-Museum, der Traditionsbahn, der Volkshochschule und dem DDR-Museum gestartet, ist bisher bei etwa 4000 den Bezugsberechtigten nicht angekommen. Für gescheitert will ihn dennoch niemand erklären. Einstimmig hat der Stadtrat die Verlängerung der Testphase bis Ende 2018 beschlossen, die damit zu einer Art Dauerzustand wird. Das Jahresbudget hat man auf 10 000 Euro heruntergesetzt.

Bleibt „die Frage, warum der Pass so wenig begehrt ist“, wie Stadtrat Uwe Wittig (Freie Wähler) formuliert. Er sieht vor allem zwei Handlungsfelder, „die man sich noch mal anschauen sollte“, den Kreis der Anspruchsberechtigten und das Leistungsangebot. Wittig schlägt etwa eine Ausweitung des bezugsberechtigten Personenkreises nach Pirnaer Vorbild auf Familien mit drei Kindern und Alleinerziehende mit zwei Kindern vor. Bisher ist der Radebeul-Pass für Menschen gedacht, die soziale Leistungen wie Kindergeldzuschlag, Wohngeld, Grundsicherung oder Sozialhilfe bekommen oder von denen ein Teil des Elternbeitrags übernommen wird. Diese Regelung hatte man so getroffen, um den Aufwand für die Ausgabe des Sozialpasses so gering wie möglich zu halten. Schließlich ist jeder Empfänger von Sozialhilfen hinreichend geprüft, so dass für die Beantragung des Radebeul-Passes die Vorlage eines entsprechenden Bezugsscheins genügt.

Außerdem fragt Stadtrat Wittig, ob Zuschüsse zu Eintrittsgeldern für städtische Feste sinnvoll sind. „Wie oft geht man denn zu den Karl-May-Festtagen?“, fragt er. Besser sei es doch, stattdessen die Zuschüsse zu Volkshochschulkursen zu erhöhen. „Die Hälfte von 100 Euro Teilnahmegebühr ist schließlich immer noch viel Geld“, begründet er.

Eine weitere Schraube sieht die Stadtverwaltung. Man wolle das Angebot besser bewerben, heißt es. Allerdings existieren Flyer, Plakate und dergleichen bereits. Wer vom Sozialpass wissen wollte, der konnte das in der Vergangenheit schon. „Das muss im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss diskutiert werden“, sagt Satdträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne).

Von Uwe Hofmann

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