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Umland Radebeul: Einbau von Flüsterasphalt wird nicht gefördert
Region Umland Radebeul: Einbau von Flüsterasphalt wird nicht gefördert
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19:47 07.09.2015
Erfahrungen mit lärmmindernden Asphalt, wie hier bei einer Autobahnbaustelle in Nordrhein-Westfalen, gibt es genügend. Förderfähig ist seine Verwendung in Sachsen dennoch nicht. Quelle: imago stock&people

Damals habe die Stadtverwaltung versprochen, dass bei künftigen Investitionen stärker an Lärmminderung gedacht werde. "Tatsächlich sind wir aber keinen Schritt weiter", moniert Tittel. "Im Jahr 2015 wird an der Kötzschenbrodaer Straße ohne lärmmindernden Asphalt gebaut und es bleibt laut."

Die BVE sucht die Schuldigen dafür allerdings nicht im Radebeuler Rathaus. In Sachsen fehlten entsprechende Richtlinien für die Verwendung des lärmmindernden Asphalts, heißt es. Marlies Wernicke, Sachgebietsleiterin für Straßen, antwortet ganz ähnlich auf eine entsprechende DNN-Anfrage. Es gebe zwar Einbauerfahrungen für den lärmmindernden Asphalt, eine Bestätigung als Regelbauweise habe er aber noch nicht erlangt. Bedeutet: Für den Einbau von lärmmindernden Asphalt gibt es keine Förderung, ohne die Straßenbau wie er auf der Kötzschenbrodaer Straße in diesem Jahr oder der Meißner Straße im nächsten Jahr geplant ist, für das schmale Radebeuler Stadtsäckel nicht möglich ist. Dabei gebe es vom Umweltbundesamt eine einschlägige Dokumentation von regelkonformen Bauweisen, wie Wernicke sagt. Auch die lärmmindernde Wirkung sei nachgewiesen. Sie ist zwar nicht gerade sehr hoch, dennoch können die ein bis zwei Dezibel Lärmminderung für das menschliche Ohr eine wahrnehmbare Verbesserung bedeuten.

Stadt und BVE haben sich deshalb, und das ist offenbar auch ein Ergebnis der ersten Sitzung des Ende 2014 gegründeten Radebeuler Verkehrsrats, auf eine gemeinsam Stoßrichtung geeinigt. "Die Stadtverwaltung ist gemeinsam mit dem Radebeuler Verkehrsrat übereingekommen, erneut an die Ministerien heranzutreten, um möglichst zeitnah eine Anpassung der Förderrichtlinien zu erreichen", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). "Die Städte und Gemeinden können nicht auf der einen Seite verantwortlich für Lärmminderungspläne sein, um dann auf der anderen Seite die technisch vorhandenen Möglichkeiten zur Lärmminderung aus förderrechtlichen Gründen nicht nut- zen zu können." Die BVE tut auf ihre Weise das Übrige. Sie wirbt weiterhin für die Unterzeichnung der Online-Petition "Gesund leben ohne Verkehrslärm! Wir für Sachsen." auf der Internetseite www.sachsen-fahren-leiser.de. Diese läuft noch etwa drei Monate und hat bisher rund 2640 Unterstützer gefunden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.02.2015

Uwe Hofmann

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