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Umland Porzellan-Museum in Meißen zeigt die Geschichte des Zwiebelmusters
Region Umland Porzellan-Museum in Meißen zeigt die Geschichte des Zwiebelmusters
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18:22 31.01.2018
Ausstellungskuratorin Anja Hell forschte zur Geschichte des Zwiebelmusters. Das Dekor chinesischer Porzellane - wie das auf der Tasse in ihrer Hand – diente als Vorbild. Quelle: Foto: S.Kuhnert
Meissen

In einer neuen Sonderausstellung geht das Porzellan-Museum Meißen der Frage nach, wie das weltbekannte Zwiebelmuster in die Domstadt kam. Anhand von rund 80 erstmals in der Öffentlichkeit präsentierten Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen sowie eigenen Stücken der Porzellan-Stiftung Meissen kann Ausstellungskuratorin Anja Hell mit einem Irrtum aufräumen: „Lange Zeit wurde angenommen, dass für das Zwiebelmuster ein Teller aus der Sammlung August des Starken als Vorbild diente.“ Es existiert zwar einen Teller, er wurde aber später aufgekauft, als es das erste „Meißner“ Zwiebeldekor schon gab.

Vielmehr hat das erfolgreichste Dekor der Porzellan-Manufaktur Meissen mehrere Inspirationsquellen. Das sind zum einen Motive auf japanischen und chinesischen Porzellanen. Auf ihnen sind Abbildungen von Pfirsichen, Melonen und Granatäpfeln zu finden. Diese Früchte finden sich andererseits auf Fayencen des frühen 18. Jahrhunderts wieder. Die Meißner Porzellanmaler griffen diese Quellen auf und entwickelten ihr eigenes Muster. Einer der frühesten Teller mit dem heute als Zwiebelmuster bekannten Dekor stammt aus der Zeit um 1730 bis 1733. Er ist Teil der Ausstellung – so wie auch chinesische Vorbilder und Fayencen aus jener Zeit. Unter dem Titel „Falsche Früchte auf echtem Meissener“ gibt die Porzellan-Stiftung in dieser Schau, die am heutigen Donnerstag öffnet, nicht nur einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, sondern erzählt auch von der weiteren Entwicklung bis heute. Nachahmungen und Verfälschungen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind aber ebenso Teil der Geschichte dieses Musters, weshalb Exponate dazu in der Ausstellung nicht fehlen dürfen.

Und wie kam das Zwiebelmuster zu seinem Namen? „Das ist wohl auf eine Fehldeutung zurückzuführen“, meint Hell. Die Porzellanmaler jener Zeit wie auch viele ihre Zeitgenossen hatten vielleicht von Granatäpfeln gehört, kannten ihr Aussehen aber nicht. Für sie glichen die Abbildungen dieser Frucht auf den Porzellanen eher einer Zwiebel.

Die Sonderausstellung ist bis zum 31. Dezember zu den regulären Öffnungszeiten des Porzellan-Museums Meißen (Nov.-April täglich 9-17 Uhr; Mai-Okt. 9-18 Uhr) zu sehen.

Von Silvio Kuhnert

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