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Umland Planungen für neue Zugstrecke Dresden-Prag beginnen
Region Umland Planungen für neue Zugstrecke Dresden-Prag beginnen
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08:52 02.01.2018
Sowohl S-Bahnen, als auch Güter- und Fernverkehrszüge rollen jetzt über die zwei vorhandenen Gleise durch das Elbtal. Quelle: Marko Förster
Heidenau

In diesem Monat beginnt die Planung für eines der größten und teuersten Bauprojekte im Landkreis: Zwischen Heidenau und der tschechischen Stadt Ústí nad Labem soll eine neue Eisenbahntrasse für den Güter- und Personenverkehr entstehen. Der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke würde laut Landesverkehrsministerium sowohl den Güterverkehr durch das Elbtal entlasten und somit die Lärmbelastung entlang der Elbe verringern, als auch kürzere Reisezeiten im Personenfernverkehr garantieren. „Derzeit werden die Voraussetzungen für einen zügigen Planungsbeginn durch die DB Netz AG geschaffen. Mit einer etwa zehnjährigen Planungs- und Genehmigungsphase wird gerechnet. Danach könnte der Bau beginnen“, erklärt der Sprecher des Sächsischen Verkehrsministeriums, Jens Jungmann. Der Beginn der Planung ist für Januar des kommenden Jahres angedacht, der erste Spatenstich wird frühestens 2027 gesetzt.

Neubaustrecke Dresden Prag Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Die neue Strecke wird in Heidenau Süd ausbinden. Zwei Brücken sowie zwei Tunnel mit jeweils einem Kilometer Länge sind im Trassenverlauf vorgesehen. Außerdem ist geplant, einen Basistunnel durch das Gneisgestein des Erzgebirges bis ins Böhmische Becken zu bohren. Der Basistunnel beginnt etwa in Höhe des Dohmaer Ortsteils Goes. Mit einer Gesamtlänge von etwa 26 Kilometer entsteht im Erzgebirge der längste Eisenbahntunnel Deutschlands. Aktueller Rekordhalter ist der Landrückentunnel in Hessen. Dieser ist mit seinen 10,8 Kilometern jedoch nicht einmal halb so lang. Die Schienenstrecke verlässt den neuen Tunnel kurz vor Ústí nad Labem und geht von dort in die Hochgeschwindigkeitstrasse Lovosice-Prag über, die voraussichtlich 2030 fertiggestellt wird. Mit der Umsetzung des Bauvorhabens verringert sich die Reisezeit zwischen Dresden und Prag von derzeit etwa zwei Stunden und 15 Minuten auf etwa eine Stunde. Die Länge der zu befahrenden Strecke wird von aktuell rund 200 Kilometern auf zukünftig etwa 150 Kilometer verkürzt. Der Schienenweg zwischen Dresden nach Ústí nad Labem würde sich von derzeit 82 Kilometer auf rund 56 Kilometer verkürzen. Für diese Fahrt sind dann statt 60 nur 25 Minuten eingeplant. Die verkürzte Reisezeit ist auch darauf zurückzuführen, dass Personenzüge auf der neuen Trasse mit bis zu 230 Kilometer pro Stunde fahren können.

Für den Güterverkehr ist sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite von Geschwindigkeiten bis maximal 120 Kilometer pro Stunde auszugehen, so Jungmann. Der Lärmschutz werde in der Planung berücksichtigt, teilt der Ministeriumssprecher mit: „Für Neubaumaßnahmen gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz, sofern Grenzwerte überschritten werden.“

Auf der momentan einzigen Bahnstrecke entlang des Elbtals rollen S-Bahnen, Güter- und Personenzüge sowie der grenzüberschreitende Regionalzug Elbe-Labe-Sprinter. In Richtung der tschechischen Grenze stehen ab Pirna lediglich zwei Gleise zur Verfügung, so dass die Strecke an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt ist und sich zu einem Engpass entwickelt. Dies geht aus dem Ergebnis einer Studie hervor, welche die EU-Kommission im Jahr 2014 in Auftrag gab. Vor allem der Güterverkehr von den deutschen Seehäfen nach Tschechien und weiter in Richtung Südosteuropa sei betroffen: Laut Prognosen für das Jahr 2030 ist mit einem Anstieg des Güterverkehrs von 3,7 Prozent pro Jahr zu rechnen.

Schon vor 20 Jahren gab es Überlegungen, das Bauprojekt in die Wege zu leiten. Das Vorhaben wurde jedoch erst 2013 vom Freistaat für den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldet. Im August 2017 nahm das Bundesverkehrsministerium die Strecke in den „vordringlichen Bedarf“ des Verkehrswegeplans auf.

Das Bundesverkehrsministerium übernimmt die Kosten, welche die Deutsche Bahn für die Bauplanung benötigt. Jens Jungmann geht davon aus, dass der Trassenbau auf deutschem Gebiet etwa 1,3 Milliarden Euro kosten wird. Für den tschechischen Teil werden Kosten von rund 900 Mio Euro erwartet. Es sei davon auszugehen, „dass zum entsprechenden Zeitraum Finanzunterstützung aus dem EU-Förderprogramm ’Connecting Europe Facility’ (CEF) beantragt wird“, sagt Jungmann.

Von Junes Semmoudi

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