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Pirnas Stadträte müssen über OB Hankes Kulturhaus-Vision entscheiden

Grundsatzbeschluss naht Pirnas Stadträte müssen über OB Hankes Kulturhaus-Vision entscheiden

Mit der Vision einer Wiederbelebung des „Weißen Rosses“ als Kulturhaus trat Klaus-Peter Hanke (parteilos) zur Wiederwahl als Oberbürgermeister in Pirna an. Am kommenden Dienstag ist der Stadtrat gefragt. Im DNN-Interview führt Hanke die Argumente auf, die für das Projekt eines multifunktionalen Kulturzentrums im ehemaligen Volkshaus sprechen.

Der leerstehende Volkshaussaal im „Weißen Roß“ kann laut OB Klaus-Peter Hanke die langersehnte Veranstaltungsstätte in Pirna werden.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Mit der Vision einer Wiederbelebung des „Weißen Rosses“ als Kulturhaus trat Klaus-Peter Hanke (parteilos) zur Wiederwahl als Oberbürgermeister in Pirna an. Jetzt ist der Stadtrat gefragt. Im DNN-Interview führt Hanke die Argumente auf, die für das Projekt eines multifunktionalen Kulturzentrums im ehemaligen Volkshaus sprechen.

Frage: Herr Hanke, der Stadtrat soll am kommenden Dienstag über Ihre Vision eines Kulturhauses im „Weißen Roß“ entscheiden. Was zeichnet dieses Gebäude als Standort der langersehnten Veranstaltungsstätte für Pirna aus?

Klaus-Peter Hanke: Das „Weiße Roß“ ist bereits seit längerer Zeit als Kulturstätte in der Diskussion. Für das Objekt spricht zum einen vor allem die Lage. Es befindet sich in der Stadt und nicht am Rande. Und eine zentrumsnahe Kultur- und Veranstaltungsstätte trägt zu einer weiteren Belebung der Innenstadt bei. Andererseits steht das Parkhaus „Stadtmitte“ in unmittelbarer Nähe. Stellplätze für Besucher, die mit dem Fahrzeug kommen, sind hier also kein Problem. Der Stellplatzmangel am Tischerplatz war ein Grund, der gegen eine Wiederbelebung der „Tanne“ als Kulturhaus sprach. Des Weiteren möchte der bisherige Eigentümer das „Weiße Roß“ verkaufen. Den Gaststättenbetrieb hat er bereits aus Altersgründen eingestellt. Daher bietet es sich jetzt an, über das Projekt eines multifunktionalen Kulturzentrums im „Weißen Roß“ nachzudenken.

Das Objekt verfügt über eine wettkampftaugliche Kegelbahn, über eine funktionstüchtige Gaststätte, Räume für Vereine und Familienfeiern sowie Büros. Über Vermietung und Verpachtung lassen sich Einnahmen zur Deckung der Betriebskosten generieren, oder?

Das Spektrum, was dieses Objekt neben dem großen Saal bietet, ist breit. Früher gab es noch einen kleinen Saal, der durchaus wieder hergestellt werden kann. Auch unter dem großen Veranstaltungssaal befinden sich Räume, die nicht länger nur als Lager oder Abstellkammer dienen müssen, sondern die sich für andere Nutzungen – beispielsweise Discoveranstaltungen wie Ü-30-Parties – anbieten.

Die entscheidende Frage ist: Was wird die Sanierung und der Umbau zu einem Kulturhaus kosten?

Es liegen noch keine Kostenschätzungen vor. Fakt ist, dass bis auf den Saal alle anderen Teile des Gebäudeensembles wie Gaststätte und Kegelbahn bis vor zwei Monaten in Betrieb waren und daher in einem sehr guten Zustand sind. Aber auch der Saal weist bis auf die fehlende Heizung keine grundlegenden Mängel auf, die gegen eine Wiederinbetriebnahme sprechen. Auch das Problem mit dem Lärmschutz ist lösbar.

Ein Veranstaltungssaal zählt zu den freiwilligen Aufgaben der Stadt. In jüngster Zeit sieht sich die Stadt immer wieder mit unerwarteten Pflichtaufgaben konfrontiert, wie die Erweiterung des Schiller-Gymnasiums, die vorgezogene Sanierung der Diesterweg-Grundschule sowie der Bau neuer Kitas. Daher möchte nicht nur der Stadtrat gerne wissen, was die Umsetzung dieses Projektes kostet, ob sich die Stadt das momentan leisten kann und ob nicht am Ende bei anderen Aufgaben im freiwilligen Bereich der Rotstift angesetzt werden muss.

Wenn der Grundsatzbeschluss getroffen ist, werden wir als nächsten Schritt eine Kostenschätzung erarbeiten. Am kommenden Dienstag geht es aber erst einmal um die grundsätzliche Entscheidung, ob sich der Stadtrat an diesem Standort, der in einem Fördergebiet liegt, eine Kulturstätte für Pirna wünscht. Wer künftig das Projekt umsetzen wird, ob die Stadt selbst, die Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna oder ein Investor, ist damit noch nicht entschieden. In Sachsen gibt es in Städten gleicher Größe Spielstätten, die erfolgreich und ohne Zuschüsse durch Private betrieben werden.

Muss die Grundsatzentscheidung jetzt getroffen werden oder kann sie noch warten?

Das „Weiße Roß“ befindet sich im Sanierungsgebiet Königsteiner Straße. Mit der Grundsatzentscheidung wollen wir erreichen, dass Fördermittel von Bund und Land für die Sanierung und den Umbau bereitgestellt werden. Eine derartige Fördermöglichkeit wird sich in den nächsten Jahren nicht so schnell und so einfach wieder bieten. Wenn das „Weiße Roß“ nicht kommt, können wir die Diskussion um eine Kultur- und Veranstaltungsstätte für Pirna beenden.

Es gibt also keine Alternativen als Veranstaltungsort?

Im Moment erkenne ich keine bezahlbaren und realisitischen Alternativen.

Was ist mit einer Lärmschutzertüchtigung der Herderhalle?

Der Nutzen steht in keinem vertretbaren Verhältnis zu dem finanziellen Aufwand, den die Stadt betreiben müsste, um das Lärmschutzproblem an der Herderhalle zu lösen. Nur mit äußerst komplizierten und sehr schwierigen Baumaßnahmen könnten wir der Problematik Herr werden.

Kann der Saal im „Schwarzen Adler“ nicht auch als Veranstaltungsort in Frage kommen?

Der Saal ist kleiner als im „Weißen Roß“ und bietet nicht die Kapazität, die wir uns wünschen. Bei Tanzveranstaltungen fanden im Volkshaus-Saal des Rosses früher bis zu 400 Gäste einen Sitzplatz und hatten noch ausreichend Beinfreiheit zum Tanzen.

Und die Hengst-Fabrik? Sie war auch schon als Veranstaltungsort im Gespräch?

Die Hengst-Fabrik befindet sich im privaten Besitz. Der neue Eigentümer hat andere Pläne. Sie steht für ein derartiges Vorhaben nicht mehr zur Verfügung.

Und ein Neubau?

Der Neubau eines Kulturhauses wird wesentlich teurer als die Sanierung des „Weißen Rosses“. Und als Standort kommt beispielsweise nur das Gewerbegebiet auf dem Sonnenstein in Frage. Innerstädtisch verfügen wir über keine Flächen dafür.

Sie sprachen von der Möglichkeit, dass ein privater Investor sich der Sache annehmen könnte. Steht schon einer in den Startlöchern?

Nein! Aber um jemanden aus der Privatwirtschaft zu finden, der sich dieser Aufgabe annehmen möchte, ist dieser Grundsatzbeschluss notwendig. Nur mit diesem Beschluss können wir eine Verlängerung und eine Aufstockung der Mittel des Förderprogramms beantragen. Für einen privaten Investor wird die Umsetzung des Projektes nur durch die Bereitstellung von Fördermitteln attraktiv. Und nur mit Hilfe des Förderprogramms wird die Stadt – sollte sich der Stadtrat dafür entscheiden, dass wir es selbst machen – die Realisierung des Vorhabens finanziell stemmen können.

Stadtratssitzung: Dienstag, 29. August, 18 Uhr; Großer Ratssaal im Rathaus

Von Silvio Kuhnert

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