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Umland Pirnas Schiller-Gymnasium kann bis zur Fertigstellung des Anbaus nicht warten
Region Umland Pirnas Schiller-Gymnasium kann bis zur Fertigstellung des Anbaus nicht warten
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09:15 04.02.2016
Mit dem Zusammenschluss von Schiller- und Fetscher-Gymnasium wurde das Schulgebäude an der Seminarstraße saniert und bereits erweitert.   Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Pirna

 Für den Anbau an das Schiller-Gymnasium hat der Pirnaer Stadtrat eine weitere Weiche gestellt. Auf einer Sondersitzung gaben die Räte die Planung bei einem Architekturbüro in Auftrag. Zum Schuljahresbeginn 2019/20 soll das Schulhaus an der Seminarstraße über 13 zusätzliche Räume verfügen. Bis zur Übergabe des Erweiterungsbaus drängen Schulleitung und Schulkonferenz auf eine Interimslösung. Denn das Schiller-Gymnasium hat schon jetzt seine Kapazitätsgrenze überschritten.

Direx Bernd Wenzel schlug auf der Stadtratssitzung Alarm: „Ich kann im nächsten Schuljahr nur noch 58 Schüler aufnehmen.“ Das wären zwei volle und eine bilinguale Klasse im deutsch-tschechischen Bildungsgang. Für mehr Schüler bzw. Klassen reicht der Platz in seinem Schulhaus nicht mehr aus. Jeder Raum, in dem auf irgendeine Art und Weise eine Schulstunde abgehalten werden kann, wird zum Klassenzimmer umfunktioniert. Zuletzt traf es das Zimmer für das Ganztagesangebot. Weitere Räume können nun nicht mehr für den Unterricht in Beschlag genommen werden. Das Schiller-Gymnasium platzt mit knapp 870 Schülern aus allen Nähten.

Eigentlich ist die Penne für vier Klassen pro Jahrgang konzipiert. Doch schon seit mehreren Jahren werden 4,5 Züge praktiziert. D.h., im Wechsel werden in einem Jahr vier im Folgejahr fünf Klassen gebildet. Laut der neuesten Analyse der Sächsischen Bildungsagentur zur Auslastung ist eine Sechszügigkeit notwendig. Mit dem Anbau, für den der erste Spatenstich Ende 2017 erfolgen soll, möchte die Stadt dem Mehrbedarf an Unterrichtsräumen gerecht werden. Die zentrale Frage, die sich der Stadtrat nun aber stellen und für die er schnell eine Lösung finden muss, ist laut Baubürgermeister Eckhard Lang (parteilos): „Was unternehmen wir in der Zeit bis zur Fertigstellung, wenn sich mehr Schüler anmelden, als das Gebäude verträgt?“

Eine Möglichkeit wäre die Aufnahme von Schülern zu begrenzen. 117 Kinder besuchen aktuell die fünfte Klasse – also die doppelte Anzahl, die Wenzel nach den kommenden Sommerferien aufnehmen kann. Bereits vor der Bildung der jetzigen fünften Klassen gingen mehr Anmeldungen im Schiller-Gymnasium ein, als Unterrichtsplätze zur Verfügung standen. Um die Schule besuchen zu können, mussten die jetzigen Fünftklässler entweder bestimmte Kriterien wie Schulweg über 60 Minuten oder Tschechisch bei der Fremdsprachenwahl erfüllen oder Glück beim Losverfahren haben. Wem Fortuna nicht holt war, musste sich für ein anderes Gymnasium entscheiden.

Wenzel machte deutlich, dass er kein Freund einer Aufnahmebegrenzung ist. „Bei den Eltern um Verständnis zu werben, fällt mir schwer“, so der Direktor. Eine Aufnahmebegrenzung könnte auch Pirnaer Schüler betreffen. Auch wenn die Stadt Schulträger ist, bedeutet das nicht, dass ihnen ein Platz entweder am Schiller- oder am Herder-Gymnasium garantiert ist. „Pirnaer können eventuell nicht in Pirna beschult werden“, so Lang. Um den gymnasialen Bildungsweg einzuschlagen, müssten sie dann jeden Schultag nach Heidenau, Dresden oder gar Sebnitz reisen.

Um eine Umlenkung von Schülern in andere Städte zu verhindern, könnte die Stadt eine Außenstelle eröffnen. Das Schulgebäude an der Nicolaistraße wäre dafür geeignet. Jedoch eine Zergliederung des Schulstandortes lehnt die Schulkonferenz ab. „Suchen Sie nach einer Lösung, die den Kindern eine abenteuerliche Wanderung über die B172 erspart“, bat Wenzel die Stadträte. Die viel befahrene Straße liegt zwischen dem Hauptgebäude und der potenziellen Außenstelle.

„Ich mache alles mit, was nah an der Schule ist. Eine Wanderung ist für mich ausgeschlossen“, antwortete Wenzel auf die Frage nach seiner Wunschlösung. Hier kommt eigentlich nur das Aufstellen von Containern in Frage. Von allen derzeit denkbaren Lösungsvarianten würde der Kauf oder die Anmietung von sogenannten modularen Raumeinheiten das Stadtsäckel am stärksten belasten. Die Debatte über die Interimszeit ist eröffnet. Sie wird im entsprechenden Ausschuss fortgesetzt.

Von Silvio Kuhnert

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