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Pirnaer Stadtwerke kaufen gesamtes Stromnetz zurück

Pirnaer Stadtwerke kaufen gesamtes Stromnetz zurück

Die Stromversorgung Pirna (SVP) soll wieder komplett in kommunale Hand gehen. Der Stadtrat gab dem Rückkauf aller Anteile durch die Stadtwerke Pirna (SWP) grünes Licht.

Pirna. Von Silvio Kuhnert

Noch besitzt die Energieverbund Dresden GmbH (EVD) mit 49 Prozent rund die Hälfte der Stromversorgung. Für einen Kaufpreis von reichlich 12,4 Millionen Euro soll sich dies zum Jahresende ändern. Die SVP wird eine hundertprozentige Tochter der SWP.

Das Geschäft stößt auch auf Skepsis. FDP-Stadträtin Ina Hütter sieht Risiken angesichts der Energiewende, deren Entwicklung keiner überblicken könne. Sie befürchtet negative Auswirkungen auf Strompreise und die Gewinnausschüttungen an die Stadt. Denn für den Rückkauf der EVD-Anteile am Pirnaer Stromnetz werden neue Schulden gemacht. "Für die Begleichung des Kaufpreises nimmt die SWP ein Darlehen auf", informierte Enrico Voigt, Leiter des OB-Büros. Die Stadt bürgt mit rund 9,9 Millionen Euro für den Kredit.

Auch Ulrich Kimmel (SPD) hat bei der durch den Kauf der Anteile bedingten Neuverschuldung der Stadtwerke Bauchschmerzen. "Wir treffen hier eine Entscheidung, die Folgen bis ins Jahr 2032 haben wird. Wir wissen nicht, wie sich der Strommarkt entwickelt", meinte er, auch wenn er für den Rückkauf der EVD-Beteiligung stimmte. "Dennoch ist dieser Schritt der Richtige, wenn wir die sich daraus ergebenden Chancen und Synergien richtig nutzen", so der SPD-Stadtrat.

Laut den Stadtwerken rentiert sich der Erwerb bereits durch die alleinige Verfügung über das gesamte Netz und die daraus folgenden Einnahmen durch die Netzentgelte. Außerdem hat die Stromversorgung heute schon rund 25 000 Kunden. Stadtkämmerin Birgit Erler sieht keine finanziellen Gefahren. Die Stadtwerke hätten aus ihren Anteilen von 51 Prozent im Geschäftsjahr 2011 eine Dividende von rund 1,26 Millionen Euro und im Geschäftsjahr 2012 von 982 000 Euro erhalten. "Die SWP GmbH wird auch in den folgenden Jahren positive Jahresergebnisse erwirtschaften können", ist sich Erler sicher. Sie rechnet sogar mit einer höheren Ausschüttung und damit besseren Einnahmen durch den Anteilserwerb.

Der Kauf der SVP-Anteile ist Teil einer größeren Rekommunalisierungsstrategie. Die Stadtwerke haben bereits den Energieverbund Pirna (EVP) als 100-prozentiges Tochterunternehmen gegründet. In den kommenden Jahren sollen die Gasversorgung und die Stromversorgung mit der EVP fusionieren. Der Verbund übernimmt dann auch die Fernwärme-Sparte der Stadtwerke.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.11.2012

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