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Pirnaer Stadträte setzen Investor Edeka unter Druck

Scheunenhof-Center Pirnaer Stadträte setzen Investor Edeka unter Druck

Nach wiederholter Veränderung der Baupläne sowie ständiger Verschiebung des Baubeginns reißt der Pirnaer Stadtratsfraktion „Wir für Pirna – Freie Wähler“ der Geduldsfaden in Sachen Scheunenhof-Center. Sie hat einen Antrag auf Vertragsbeendigung mit Investor Edeka gestellt.

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Die Visualisierung zeigt den Eingangsbereich am Dohnaischen Platz zum künftigen Einkaufszentrum auf dem Scheunenhofareal in Pirna.

Quelle: Visualisierung: www.archlab.de

Pirna. Beim Thema Scheunenhof-Center reißt Pirnas Stadträten der Geduldsfaden. Vor rund vier Jahren gab es den symbolisch ersten Baggerhub, der signalisieren sollte, dass der Bau des Einkaufszentrums losgeht. Doch seither ist bis auf den Aushub einer riesigen Baugrube auf dem Areal zwischen Robert-Koch-, Bahnhof- und Hospitalstraße nichts weiter sichtbares passiert. Die Stadtratsfraktion „Wir für Pirna – Freie Wähler“ will daher jetzt, dass der OB eine Rückabwicklung des Vertrages mit Investor Edeka prüft. Ein entsprechender Antrag steht auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am nächsten Dienstag.

„Der Entwickler scheint kein gesteigertes Interesse an dem Bauvorhaben zu haben“, meint Stadträtin Katrin Lässig (Wir für Pirna – Freie Wähler), die den Antrag im Namen ihrer Fraktion eingebracht hat. Ihre Vermutung wird nicht nur dadurch genährt, dass der Baubeginn durch den Investor ständig verschoben wurde – die Fertigstellung und Eröffnung war nach dem symbolischen Baggerhub ursprünglich für Ende 2015, spätestens Anfang 2016 geplant. Sondern: „Er lässt sich wiederholt im Stadtrat verleugnen und verweigert damit Informationen zu Änderungen das Objekt und die einzelnen Flächen betreffend“, moniert Lässig.

Seit Edeka den Zuschlag für den Bau eines Shopping-Centers in Pirnas Stadtzentrum bekam, wurden immer wieder die Pläne geändert. Anfangs lag der Entwurf zu einem Einkaufstempel mit Geschäften über zwei Etagen vor. Geschäfte soll es dagegen künftig nur noch im Erdgeschoss geben. In den beiden Obergeschossen ziehen die Johanniter mit Betreutem Wohnen sowie Arztpraxen ein. Über die jüngsten Änderungspläne sollte Edeka im Stadtrat informieren. Doch die anberaumten Termine wurden wiederholt kurzfristig vom Investor abgesagt.

Von Anfang an stand fest, dass im Scheunenhof-Center ein Edeka-Supermarkt entsteht. Nach dem letzten Planungsstand nimmt dieser rund die Hälfte der von einst 8200 auf jetzt 4900 Quadratmeter geschrumpften Gesamtverkaufsfläche ein. „Statt eines Einkaufszentrums bekommen wir am Ende einen Solitärmarkt. Das ist unsere Sorge“, sagt Sven Vater, Vorstandsmitglied der Wählervereinigung „Wir für Pirna – Freie Wähler“.

Auch Stadträtin Lässig zweifelt, ob das jetzige Konzept mit den ursprünglichen Hoffnungen, die die Stadt mit einem Einkaufstempel verband, noch übereinstimmt. Als die Ideen zu einem Scheunenhof-Center reifte, gab es keinen großen Lebensmittelmarkt in Altstadtnähe. Durch die Ansiedlung von Supermärkten an der B 172 sei dieser „Notstand an Nahversorgung beseitigt“, so Lässig. Des Weiteren sollte das Center durch eine Vielfalt an Geschäften eine Sogwirkung entfalten, und viele Kunden zum Bummel in die Innenstadt locken. Einen derartigen Mehrwert kann Lässig nicht mehr erkennen.

In ihrer Stellungnahme zum Antrag muss die Verwaltung einräumen, dass durch die Reduzierung der Verkaufsfläche die „Magnetwirkung“ geschwächt werde. Eine Kündigung des Vertrages mit dem Investor zieht sie allerdings nicht in Erwägung. „Edeka wird die geplante Investition zu Ende führen, und es wird eine sinnvolle Ergänzung unserer Innenstadt sein, zum einen in Richtung Handel und zum anderen für altersgerechtes Wohnen mitten in der Stadt“, lautet die Einschätzung von OB Klaus-Peter Hanke (parteilos). Und Edeka versprach in einer Mitteilung, an dem Projekt festhalten zu wollen und mit dem Bau im kommenden Januar zu beginnen, wenn es die Witterung zulässt.

Von Silvio Kuhnert

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