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Umland Pirnaer Geibeltbad feiert 80. Geburtstag
Region Umland Pirnaer Geibeltbad feiert 80. Geburtstag
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08:46 18.07.2017
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1937, dem Baujahr des Geibeltbades. Im Hintergrund ist der Zehn-Meter-Sprungturm zu sehen. Quelle: Foto: Archiv Stadtwerke Pirna
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Pirna

Sind Sie schon mal mit Magengrummeln vom Zehn-Meter-Turm ins Wasser gesprungen? Nein? Das ist nicht verwunderlich, denn erstens gehört schon ein bisschen Wagemut dazu, und zweitens existiert hierzulande kaum noch ein solch hoher Sprungturm. Eine Ausnahme bildet der „Zehner“ im Geibeltbad am Kohlberg, das in diesem Sommer 80 Jahre alt wird. Da kommt auch der Sprungturm zu Ehren – beim großen Sprungturmfest mit Arschbombenwettbewerb am 13. August. Jeder, der sich traut, kann bei dem Spektakel mitmachen und den Pokal für die größte Arschbombe gewinnen, wenn er das Wasser schön hoch spritzen lassen kann beim Eintauchen in die Fluten.

Sprungturmfest

anlässlich des 80-jährigen Bestehens lädt das Geibeltbad am Sonntag, dem 13. August, von 10 bis 18 Uhr zum Sprungturmfest ins Freibad ein

14 Uhr beginnt die Show der „Wilden Springer“ und der Synchronschwimmerinnen „Dresdner Goldfische“; außerdem wollen die Cheerleader der „Pirna Arrows“ für Stimmung sorgen

17 Uhr startet der große „Arschbomben-Wettbewerb“; Anmeldeformulare gibt es an der Kasse; jeder, der sich vom 10-Meter-Turm zu springen traut, kann mitmachen; Pokal für die größte Arschbombe wird verliehen; alle, die sich am Wettbewerb beteiligen, bekommen einen Geibeltbad-Gutschein

Eintritt zu den regulären Eintrittspreisen

Der Turm für die ganz Mutigen steht im Übrigen bereits seit der Eröffnung des Geibeltbades im Sommer 1937. Aus der Chronik geht hervor, dass das Bad in Rekordzeit – nämlich binnen reichlich drei Monaten – gebaut wurde. „Unter Einsatz von je 30 Arbeitern in zwei Schichten, die täglich von 4.30 Uhr bis 22 Uhr arbeiteten, gelang es, das Bad bereits zum Pirnaer Heimatfest am 20. Juni 1937 feierlich zu eröffnen“, heißt es. Es verfügte damals über eine Wasserfläche von 2600 Quadratmetern. Die 4700 Kubikmeter Wasser für die Becken sind aus vier Brunnen bereitgestellt worden. Weil es bislang nur eine bewachte Badeanstalt an der Elbe gab, kamen Badegäste in hellen Scharen. 61 634 Besucher bevölkerten zwischen dem 20. Juni und dem 15. September 1937 die neue Anlage mit Springerbecken und Sprungturm, 50-Meter- und dem Kinderbecken – „52 559 zahlende Gäste, 4001 Wehrmachtsangehörige, 3778 Kinder von Volksschulen, 766 Jugendliche höherer Schulen und 530 Mitglieder unterschiedlicher Vereine“, steht in der Bad-Chronik. Der Namen Geibeltbad erinnert an den Grundbesitzer Karl-Robert Geibelt und seine Frau Anna Marie, die 1882 eine Stiftung mit einem Vermögen von 368 000 Reichsmark mit Sitz in Pirna gegründet hatten, aus dem das Bad letztlich finanziert wurde. „Da wir keine eigenen Kinder zu erziehen haben, müssen wir versuchen, der Welt auf andere Weise zu nützen“, hatte Geibelt die Entscheidung des Ehepaares begründet. Am Dienstag legen Olaf Schwarze, Geschäftsführer der Stadtwerke Pirna, und Bürgermeister Eckhard Lang (parteilos) am Grab der Geibelts auf dem Pirnaer Friedhof Sträuße nieder.

Das Geibeltbad ist im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und zu DDR-Zeiten rege genutzt worden. 1999 haben die Pirnaer Stadtwerke das Bad von der Stadt übernommen. Als es 2001 modernisiert und um die ganzjährig nutzbare Bade- und Saunalandschaft erweitert wurde, hat man u.a. das 50-Meter-Schwimmbecken erhalten und lediglich das alte Beton- gegen ein Edelstahlbecken ausgetauscht. Kurioses Detail: „In den hölzernen Umkleidekabinen unter den Arkaden existieren noch Fensterchen, durch die die Gäste früher ihre Garderobe zum Aufbewahren nach hinten durchgereicht haben“, berichtet Ines Pfeiffer von den Stadtwerken Pirna. Heute passen hinter den Umkleiden allerdings keine Garderobieren mehr auf, der langgestreckte Raum wird als Lager genutzt.

Service

: geöffnet bis 17. Sept., Juli/Aug. 9-20 Uhr, Sept. 9-19 Uhr

in Badelandschaft und Freibad Tagestarif für Familien 15 Euro

: Geibeltbad Pirna, Rottwerndorfer Straße 56c, Tel.: 03501 / 71 09 00; geibeltbad@stadtwerke-pirna.com


: 50-Meter-Becken 2000 m³, Springerbecken 1400 m³, Nichtschwimmerbecken 400 m3

Hat das Pirnaer Geibeltbad Konkurrenz? Ines Pfeiffer nennt die Kiesgrube Pratzschwitz und den Natursee in Pirna-Copitz, in beiden Gewässern könne man ohne Aufsicht kostenlos baden. Ansonsten aber sei das Geibeltbad vor allem auch bei Dresdnern beliebt. „Jeder zweite Badegast reist aus der Landeshauptstadt an“, berichtet sie. Heute kommen im Schnitt 240 000 Badelustige pro Jahr, 20 000 davon halten sich nur im Freibad auf, die anderen nutzen auch die Bade- bzw. Saunalandschaft. In diesem Jahr sind es bisher 115 000 Gäste, davon 10 000 Freibadgäste. „Im Ruhebereich der Saunalandschaft stoßen wir an die Kapazitätsgrenzen“, sagt Ines Pfeiffer. Die Halle und das Freibad hingegen könnten durchaus noch mehr Wasserratten vertragen. Geöffnet hat das Freibad bis Mitte September. Bereits ab 4. September wird die Bade- und Saunalandschaft drei Wochen lang auf Vordermann gebracht und bleibt deshalb geschlossen.

Von Katrin Richter

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