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Pirna zieht die Reißleine – Kein Auftritt von Petry und Lengsfeld

Sporthalle Sonnenstein Pirna zieht die Reißleine – Kein Auftritt von Petry und Lengsfeld

Es hätte für die AfD ein Coup sein können: Am Donnerstag wollte Frauke Petry mit der früheren DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld „zu aktuellen gesellschaftlichen Aspekten und politischen Fragen unserer Zeit“ diskutieren. Drei Tage vor der Bundestagswahl das Forum, das Petry in ihrem Wahlkreis lange Zeit gesucht hatte. Der Termin ist geplatzt.

Die alte Sporthalle auf dem Sonnenstein darf laut Pachtvertrag zwischen Stadt und Verein „Fit in Pirna“ nur für sportliche Veranstaltungen genutzt werden.

Quelle: Marko Förster

Pirna.  Es hätte für die AfD ein Coup sein können: Am Donnerstag wollte Partei-Chefin Frauke Petry mit der früheren DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld „zu aktuellen gesellschaftlichen Aspekten und politischen Fragen unserer Zeit“ diskutieren. Drei Tage vor der Bundestagswahl das Forum, das Petry in ihrem Wahlkreis lange Zeit gesucht und nicht gefunden hatte. Der Termin ist inzwischen geplatzt. Nachdem Ende August ein Auftritt Petrys in der Kleinkunstbühne Q24 wegen Bedenken der dort Verantwortlichen abgesagt werden musste, zog man dieses Mal im Rathaus die Reißleine.

Der Grund dafür wirkt unpolitisch. Der Veranstaltungsort, die alte Sporthalle auf dem Sonnenstein, darf laut Pachtvertrag zwischen Stadt und Verein „Fit in Pirna“ nur für sportliche Veranstaltungen genutzt werden, wie Stadtsprecher Thomas Gockel sagt. Weil der Verein sich gerade von „DS Pirna“ umbenannt hat, liegen Satzung und Pachtvertrag für die städtische Halle gerade bei einem Rathaus-Mitarbeiter auf dem Tisch. Diesem ist der Verstoß aufgefallen, sobald er von der Veranstaltung hörte.

Genau mit diesem Hergang hat man im Rathaus ein riesiges Problem. Erst durch Werbung und die Zeitungslektüre habe man von der Veranstaltung erfahren, sagt Gockel. „Wenn dort 200 oder 300 Zuschauer kommen, brauchen wir Genehmigungen für Brandschutz, Fluchtwege und dergleichen mehr“, sagt Gockel. Niemand habe die bisher beantragt und in der Kürze der Zeit ließen sie sich auch nicht erstellen. Das wäre wohl ohnehin nicht so einfach gewesen. „Die Halle ist sanierungsbedürftig, die Heizung ist ausgefallen, kürzlich hat es dort gebrannt“, sagt Gockel.

Beim AfD-Landesverband reagiert man auf diese Argumentation verschnupft. 2014 hielt die CDU in der Halle mehrere Veranstaltungen ab. 2013 gab es dort die Diskussionsrunde „Bleibt der Strom in Pirna bezahlbar?“ mit Landrat Michael Geißler (CDU), bei der auch die Chefs der Wohnungsgesellschaft Pirna, Jürgen Scheible, und der Stadtwerke Pirna, Herbert Marquardt, anwesend waren. Davon habe man damals nichts gewusst, sagt Gockel. Für Oliver Lang, Sprecher von AfD-Chefin Petry, eine nicht glaubwürdige Argumentation. Wie können Geißler, Marquardt und Scheible von einer Veranstaltung wissen, die dem Rathaus verborgen bleibt?, fragt er.

Ein Nachspiel muss Thomas Mache befürchten. Der Vereins-Chef von „Fit in Pirna“ ist schließlich darauf angewiesen, dass die Stadt bei allen beabsichtigten Änderungen mitspielt. „Das entscheiden die Stadträte“, sagt Stadtsprecher Gockel dazu so lapidar wie vieldeutig. Wirklich verstehen kann Mache die Absage nicht. Er habe den Veranstalter, den Dohnaer Unternehmer Daniel Heilmann, der Petry gemeinsam mit anderen Unternehmern nach Pirna holen wollte, per Vorvertrag dazu aufgefordert, sich um alle Genehmigungen zu kümmern. „Wenn die fehlen, findet die Veranstaltung nicht statt, so klar habe ich das gesagt“, betont er. Das werde er auch in einer Stellungnahme an die Stadt antworten, die er am Mittwoch abgeben muss. Für ihn ist das Thema noch nicht beendet.

Von Uwe Hofmann

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Die Veranstaltung mit Vera Lengsfeld (l.) und Frauke Petry (M.) könnte für Sportvereinschef Thomas Mache (r.) ein juristisches Nachspiel haben.

Die Veranstaltung mit AfD-Chefin Frauke Petry in der alten Turnhalle auf dem Sonnenstein könnte für den Verein „Fit in Pirna“ ein Nachspiel haben. „Wir werden den tatsächlichen Charakter der Veranstaltung prüfen“, kündigte Stadtsprecher Thomas Gockel am Freitag an.

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