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Umland Pirna macht zur Einkaufsnacht eine Zeitreise
Region Umland Pirna macht zur Einkaufsnacht eine Zeitreise
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18:42 30.08.2017
Jana Türke dreht mit den Händlern an der Uhr. Sie nehmen die Besucher der Pirnaer Einkaufsnacht auf eine Zeitreise mit. Quelle: Silvio Kuhnert

Zum 15. Mal stellen die Händler in Pirnas Innenstadt eine Einkaufsnacht auf die Beine. Am 8. September haben mehr als 120 Geschäfte bis Mitternacht geöffnet. Welches Motto und Programm sie zum langen Einkaufsfreitag in einer Wochen bieten, sagt Jana Türke vom Citymanagement e.V. im Interview.

Frage: Am 8. September laden Pirnas Händler zur Einkaufsnacht ein. Das Shoppingevent steht immer unter einem bestimmten Motto. Wie lautet es diesmal?

Jana Türke: In diesem Jahr begeben sich die Händler und Gastronomen mit den Besuchern der Pirnaer Innenstadt auf eine Zeitreise. Das diesjährige Motto lautet „Shoppen durch die Zeit“. Es werden verschiedene Epochen thematisiert, durch die sich die Stadt bewegt hat. Es fängt bei der Zeit des Retters Pirnas während des Dreißigjährigen Krieges an, geht über die Goldenen Zwanziger und die 1950er Jahre weiter bis hin zu Flower Power und DDR.

Und wie sind die Händler auf die Idee der Zeitreise gekommen?

Das Motto suchen wir immer gemeinsam auf einem Akteursmeeting aus. Die Idee kam spontan von den Händlern. In der 15-jährigen Geschichte der Einkaufsnacht gab es schon einmal eine Art Zeitreise. Und die Händler wollten dieses Thema neu und anders gestalten. Sie möchten die schönen Seiten Pirnas zeigen, die es aktuell gibt und auch früher schon gab. Egal in welcher Zeit – ein Besuch in Pirna ist immer ein Erlebnis.

In der Innenstadt gibt es noch die ein oder andere Baustelle. Leiden die Händler sehr?

Einige Händler verzeichnen natürlich Umsatzeinbrüche. Man kann dies aber nicht verallgemeinern: Nicht allen Händlern, die eine Baustelle vor der Tür haben, geht es schlecht. Und umgekehrt kann man auch nicht sagen, dass es allen, die vom Baugeschehen nicht weiter betroffen sind, auch gut geht. Sondern es ist sehr branchenabhängig. In Pirna sind die normalen Schwankungen wie auch in anderen Städten vorhanden. Allerdings werden sie hier durch die Baustellen etwas verschärft. Gerade im Knotenpunkt Dohnaische -/Schmiedestraße erwies sich die Situation als durchaus schwierig. Aber hier ist ein Ende in Sicht und die Händler blicken trotz der schwierigen Zeit, die hinter ihnen liegt, optimistisch in die Zukunft.

Bei einem Rundgang durch die Innenstadt könnte man meinen, dass der Leerstand zugenommen hat. Täuscht der Eindruck?

Der Leerstand hat nicht erst mit der verstärkten Bautätigkeit im Zuge der Hochwassersanierung zugenommen, sondern ein leichter Anstieg war vorher schon zu beobachten. Händler, die in den Ruhestand gehen, finden zum einen keinen Nachfolger für ihr Geschäft und müssen daher schließen. Meine Beobachtung in Pirna ist, dass sich die Bereitschaft junger Leute, ein gut laufendes Einzelhandelsgeschäft zu übernehmen oder ein eigenes zu eröffnen, derzeit in Grenzen hält. Zum anderen gibt es viel Bewegung. Dies ist besonders auf der Schössergasse augenfällig. Hier gab es einige Umzüge. Alle sprachen nur darüber, dass dort ein weiteres Geschäft geschlossen wurde. Dass der Landeninhaber umgezogen und sich in der Schmiedestraße vergrößert hat, darüber redete niemand. Aber es gibt auch Zuzüge. Contor23 hat zum Beispiel ein Geschäft in der Schössergasse eröffnet, weil der Inhaber von der Lage überzeugt ist. Der Ladenleerstand in Pirna gibt keinen Anlass zur Sorge, sondern es sind natürliche Bewegungen, bei denen Händler, Dienstleister und Büros nach Optimierungsmöglichkeiten suchen.

Verschwinden Geschäfte, weil der Online-Handel zunimmt?

Das Kaufverhalten im digitalen Zeitalter verändert sich. Die Frage ist, wie stellen sich die Händler darauf ein und zeigen ihre Präsenz. Und inwieweit kann man die Kunden sensibilisieren, dass sie ihr Einkaufverhalten so organisieren, dass auch der Einzelhändler vor Ort leben kann. Denn sonst ist der Händler irgendwann weg. Und ohne Geschäfte gibt es keine Eisdiele, keine Restaurants und Kultur mehr und die Innenstädte sterben aus. Das Problem sehe ich für Pirna gegenwärtig nicht. Wir haben einen gut funktionierenden und vielfältigen Einzelhandel sowie eine hervorragende Gastronomieszene. Damit dies weiterhin so bleibt, müssen alle Akteure auf die veränderte Kaufverhalten reagieren und sich der Herausforderung mit guten Ideen stellen.

Zurück zur Einkaufsnacht: Gibt es in diesem Jahr wieder ein Programm?

Selbstverständlich! Der Startschuss fällt um 19 Uhr im Foyer der Ostsächsischen Sparkasse Dresden mit dem traditionellen Sektempfang. Danach können die Besucher in die Straßen und Gassen der Innenstadt ausschwärmen. Die Händler haben sich in den einzelnen Straßenzügen zusammengeschlossen, um eine bestimmte Epoche zu gestalten. So steht die Breite und Dohnaische Straße im Zeichen der Goldenen Zwanziger. Die Gartenstraße, die Schössergasse und Schmiedestraße entführen in die bunte Hippiezeit der 1970er Jahre. Der Rock’n’Roll der 1950er Jahre erlebt in der Schuh- und Barbiergasse ein Revival. Die Jakobäer Straße macht einen Schwenker in die DDR-Zeit. Tanzgruppen führen Tänze jener Zeiten auf, Musiker spielen damalige Hits, es gibt Oldtimer zu sehen und vielerlei weitere Aktionen sind geplant. Die Geschäfte haben bis 24 Uhr geöffnet.

Und es winken auch Preise, oder?

Ja! Unsere Baustellen-Tombola läuft noch bis zur Einkaufsnacht. Ein Einkaufsbummel in Pirna lohnt sich also schon vorher. Denn mit jedem Einkauf ab zehn Euro gibt es bei den teilnehmenden Händlern ein Los. Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen die Losscheine mit Anschrift zur Einkaufsnacht in die Losbox auf dem Marktplatz geworfen werden. Welche Preise winken, ist unter der Rubrik Baustellen-Tombola auf unserer Homepage www.citymanagement.pirna.de zu finden.

Von Silvio Kuhnert

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