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Umland Pirna feiert 750 Jahre Schloss Sonnenstein
Region Umland Pirna feiert 750 Jahre Schloss Sonnenstein
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09:25 12.03.2019
Schloss Sonnenstein in Pirna, früher Burg Sonnenstein bzw. Festung Sonnenstein steht vor einem großen Jubiläum. Quelle: Daniel Förster
Pirna

Schon von Weitem ist das Schloss Sonnenstein auszumachen. Die historische Festungsanlage thront auf dem letzten linkselbischen Ausläufer der Sächsischen Schweiz. Unmittelbar über dem historischen Ortskern gelegen, prägt der heutige Verwaltungssitz des Landkreises das Antlitz der Sandsteinstadt – seit nunmehr 750 Jahren. Mit einem bunten Jubiläumsprogramm sollen die besten Jahre des Schlosses, aber auch dessen dunkle Kapitel beleuchtet werden.

Am umfangreichen Veranstaltungskalender für das Festjahr beteiligen sich unter anderem die Kuratorien Altstadt Pirna und Gedenkstätte Sonnenstein, die städtische Kultur- und Tourismusgesellschaft, das Landratsamt sowie das Festival „Sandstein & Musik“. Das Programm beginnt am 27. April mit der Eröffnung einer Sonderschau im Stadtmuseum Pirna.

Vom Mittelalter zur NS-Zeit

Das Schloss Sonnenstein kann auf eine ereignisreiche Historie zurückblicken: Am 5. Dezember 1269 wurde die Pirnaer Burg erstmals urkundlich erwähnt. Der Prachtbau war im Mittelalter eine bedeutsame Grenzburg. Die sächsischen Kurfürsten ließen die Gebäudeanlage seit dem 16. Jahrhundert zu einer wichtigen sächsischen Landesfestung ausbauen. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichte die Festung zwischen 1670 und 1740.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war auf dem Sonnenstein das neben dem Königstein bedeutendste sächsische Staatsgefängnis untergebracht. Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges wurde der Sonnenstein mit Ausnahme einer Episode in der Zeit der napoleonischen Kriege nicht mehr als Festung genutzt.

Blick auf die Elbkaserne und das Mittlere Werk, Postkarte, um 1910. Quelle: Archiv Boris Böhm

Im Jahre 1811 wurde auf dem Festungsareal die landesweit erste größere Heilanstalt für psychisch kranke Menschen gegründet, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts europäischen Ruhm erlangte. Nach der Auflösung der Heilanstalt 1939 begann das furchtbarste Kapitel in der Geschichte des Sonnensteins: 1940 und 1941 wurden in den Räumen der heutigen Gedenkstätte etwa 15 000 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen in der von den Nationalsozialisten eingerichteten Tötungsanstalt ermordet.

Polizeischule und Kreistag

In den Nachkriegsjahren befanden sich auf dem Sonnenstein ein großes Flüchtlingslager und eine Polizeischule. Erst 1991 wurden große Teile des ehemaligen Anstaltskomplexes der Öffentlichkeit zugänglich. Nach einer umfangreichen Sanierung zog 2011 das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in das Schloss Sonnenstein ein, wo auch heute noch Verwaltung und Kreistag ihren Sitz haben.

27. April, 16 Uhr:
Eröffnung der
Sonderausstellung „Zur Geschichte der Burg und Festung. Von den Anfängen bis 1813“; Ausstellung bis 27. Oktober geöffnet; Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2 (Di – So, feiertags 14 – 17 Uhr).

5. Mai bis 29. September, Mi – So, Feiertage 13 – 17 Uhr: Pirnaer Skulpturensommer unter dem Motto „Das Tier – Sinnbild des Göttlichen“; Eintritt: Erwachsene 5 Euro, erm. 3 Euro, Kinder/Schüler frei; Schloss Sonnenstein, Bastionen, Schloßhof 2.

13. Mai, 19 Uhr: Gesprächsabend

„Wie weiter? Stark Gefährdete Denkmale auf dem Sonnenstein; Stadtbibliothek, Gotischer Saal,

Dohnaische Straße 76.

17. Mai, 10 Uhr und 16.30 Uhr, 18. Mai, 10 Uhr:
Kolloquium „750 Jahre Burg Pirna in grenzüberschreitender Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv Děčín. Referenten: Dr. Boris Böhm, Andrea Tonert, Dr. Matthias Kälble, Dr. Frank Metasch, Jan Nemec, Michal Plavec u.a.; Schloss Sonnenstein, Lesesaal, Schloßhof 2.

16. Juni, 11 – 18 Uhr: Schlosshangfest zum Stadtfest; Schlosshang Sonnenstein.

Juni bis August, immer sonntags, 10 Uhr:
Führung „Kunst und Architektur auf Schloss Sonnenstein mit Stadtführer Wilfried Geyer; 6 Euro pro Person; Treff am Tourist-Service, Am Markt 7.

8. September, ab 10 Uhr: Tag des offenen Denkmals; Führungen durch die Bastionen, Rundgang auf dem Gelände Schloss Sonnenstein und Gedenkstätte Sonnenstein, gemeinsam mit dem Kuratorium Altstadt.

25. September, 19 Uhr: „Die Festungsgarnison auf dem Sonnenstein vom Dreißigjährigen bis zum Siebenjährigen Krieg“; Vortrag von Dr. Boris Böhm; Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2.

1. Oktober, 19 Uhr: „Die verstoßene Königin Adela. Liebe, Macht und Politik zwischen Sachsen und Böhmen um 1200“, Vortrag von Dr. André Thieme; Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2.

8. Oktober – 19. Dezember (Di, Mi, Do 14 – 17 Uhr): Ausstellung „Der Sonnenstein auf Pirnaer

Ansichten“; Pirnaer Mägdleinschule, Kirchplatz 10.

9. Oktober, 19 Uhr: „Burgen an der Elbe zwischen Pirna und

Meißen; Vortrag von Dr. Thomas Westphalen; Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2.

8. November, 18 Uhr: Jubiläumsveranstaltung „750 Jahre Burg

Pirna auf dem Sonnenstein; Festvortrag von Dr. Boris Böhm zur Geschichte der Pirnaer Burg bis zur Auflösung der Festung im Jahr 1813 und einem Ausblick in die neuere Zeit; Schloss Sonnenstein, Kreistagssaal des Landratsamtes, Schloßhof 2.

5. Dezember, 19 Uhr: Konzert „Sandstein & Musik“; „Das Loch in der Brücke“ – Groteske, heitere Kurzgeschichten des polnischen Schriftstellers Sławomir Mrożek, mit Friedrich-Wilhelm „Fiete“ Junge (Lesung), Michael Fuchs (Klavier), Ive Kanew (Saxofon); Schloss Sonnenstein, Kreistagssaal des Landratsamtes, Schloßhof 2.

Von Junes Semmoudi

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