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Umland Pirna bekommt einen „Hingucker“ von fast 70 Metern Höhe
Region Umland Pirna bekommt einen „Hingucker“ von fast 70 Metern Höhe
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17:18 05.12.2018
Die Visualisierung veranschaulicht mit Blick in Richtung Stadtzentrum wie sich die Brücke vom Kohlberg (links) zum Sonnenstein (rechts) über das Gottleubatal spannen wird. Quelle: Deges
Pirna

Mit 916 Metern Länge und Pfeilern von bis zu fast 70 Metern Höhe, was einem zwanziggeschossigen Hochhaus entspricht, wird die Brücke über das Gottleubatal das imposanteste Bauwerk der Südumfahrung Pirna. „Ein richtiger Hingucker“, meint Projektleiterin Barbara Fahland, wegen der schlanken Gestalt der Stahlverbundkonstruktion, die sich zwischen Kohlberg und Sonnensteiner Ebenheit über die „Roten Kasernen“, die Rottwerndorfer Straße, die Gottleuba und das Kohlbergstadion spannen wird.

Mit dem Abriss eines alten Stromhäuschens gab Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch den Startschuss für die Errichtung der Gottleubatal-Brücke. „Der Baubeginn markiert einen wichtigen Meilenstein innerhalb der Realisierung des gesamten Projektes“, so der Minister.

Anfang August vorigen Jahres läutete er im Seidewitztal mit dem ersten Spatenstich den Bau der insgesamt rund 3,8 Kilometer langen Trasse ein, die den Autobahnzubringer in Höhe Feistenberg mit der Bundesstraße 172 auf der Sonnensteiner Ebenheit verbindet, den Verkehr in und aus Richtung Sächsischer Schweiz an Pirnas Innenstadt vorbeiführt und so das Stadtzentrum von Pkw und vor allem Lkw entlastet. „Die neue Brücke wird ein sichtbares Zeichen, dass die Ortsumfahrung Gestalt annimmt“, sagte Dulig. Rund 97 Millionen Euro sind als Baukosten für die Südumfahrung veranschlagt.

Im kommenden Januar wird zunächst eine Baustraße angelegt. Einen Monat später beginnt eine aufwendige Tiefengründung. Damit die Pfeiler – 21 Meter ist der kleinste hoch, 68 Metern der größte – einen festen Stand haben, lässt die für den Bau der Ortsumgehung verantwortliche Projektmanagementgesellschaft Deges unter jedes Pfeilerfundament 18 Großbohrpfähle von bis zu 18 Metern länge und 1,20 Metern Durchmesser in das Erdreich einbringen.

Während die acht Pfeiler in die Höhe wachsen – fünf stehen auf der Talsohle, einer auf dem Westhang des Kohlberges und zwei in der Viehleite, dem Stadtwald am Osthang zum Sonnenstein – wird an der oberen Kante des östlichen Hanges der Vorschubplatz errichtet. Von dort aus wird der Brückenüberbau von Ost nach West geschoben. Die einzelnen Hohlkästen, auf denen die Fahrbahn lastet und die für Kontrollen innen begehbar sind, werden in Prag gefertigt, nach Pirna geliefert und auf den Vorschubplatz montiert. Mit jedem Element bewegt sich der Überbau gen Kohlberg. Bis zum ersten Pfeiler ist eine Distanz von 76 Metern zu überwinden. „Der längste Abschnitt zwischen zwei Pfeilern misst 124 Meter“, informierte Fahland. Auch bei diesem Abstand nimmt die Überbaukonstruktion im freien Vorschub an Länge zu.

Ende 2021 soll die Gottleubatal-Brücke fertig sein. Jedoch können Fahrzeug nicht sofort über sie rollen, da der Kohlbergtunnel noch im Bau ist. Die Verkehrsfreigabe für die Südumfahrung ist im Jahr 2022 vorgesehen. „Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen“, sagte Dulig.

Die Fahrbahn wird 15,60 Meter breit. Da sie von West nach Ost ansteigt, gibt es in Richtung Sächsischer Schweiz zwei Fahrspuren. Aus dem Elbsandsteingebirge in Richtung Kohlberg steht den Kraftfahrern ein Fahrstreifen zur Verfügung. An beiden Seiten werden Schutzwände montiert, die an den Brückenenden vier Meter hoch zum Schutz von Fledermäusen sind.

Der mit dem Bau der Südumfahrung verbundene Eingriff in die Natur stößt bei Umwelt- und Naturschützern auf Kritik. So geißelt Sebastian Schmidt, Vorsitzender der Regionalgruppe „Oberes Elbtal“ des Naturschutzbundes (NABU) in Pirna, die Trasse der Südumfahrung als „überdimensioniert“ und „völlig fehlgeplant“. Schwere Landschaftschäden seien durch erhebliche Baumfällungen und Grünlandabtragungen in einem sensiblen Biotop schon längst sichtbar.

Von Silvio Kuhnert

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