Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Paare lieben die Villa Teresa in Coswig als Hochzeitsort

Paare lieben die Villa Teresa in Coswig als Hochzeitsort

Der Sekt ist schon kalt gestellt. Mitarbeiter der Coswiger Villa Teresa stutzen im schönen Park Pflanzen oder schmücken den Pavillon.

Voriger Artikel
Jacobs will die Autobahn-Maut für alle
Nächster Artikel
DNN-Ausflugsserie: Durch die Idylle in eine andere Welt

Leiterin Christiane Matthé hat schon 200 Feiern in der Villa koordiniert. Seit 2003 gab es dort fast 430 Trauungen.

Coswig. Von Stephan Klingbeil

Coswig. Der Sekt ist schon kalt gestellt. Mitarbeiter der Coswiger Villa Teresa stutzen im schönen Park Pflanzen oder schmücken den Pavillon. Morgen wird hier Hochzeit gefeiert. Wieder mal. Ein Pärchen aus Bonn, das zur Feier in die alte Heimat zurückkehrt, will dort, wo sonst meist Kammermusik gespielt und Literatur besprochen wird, mit der Familie auf das gemeinsame Glück anstoßen. Zuvor wird Petra Gulde, eine der beiden Standesbeamten von Coswig, drei andere Paare vermählen.

Die Standesbeamtin und ihre Kollegin bekommen immer öfter Anfragen von Heiratswilligen, die sich in der Villa das Ja-Wort geben wollen. Bis Ende Juli haben sie 69 Paare unter die Haube gebracht. Nur 17 davon ließen sich im Rathaus trauen. Die anderen Ehen haben sie dieses Jahr in der Villa geschlossen. "Insgesamt sind die Zahlen konstant", sagt Petra Gulde. "Aber für die Villa habe ich noch 30 Zusagen bis Jahresende." Damit ist das Kleinod an der Kötitzer Straße beliebter denn je.

Seit 2003 kann man sich in dem Zentrum für Kammermusik und Kultur trauen lassen. Damals waren es nur 14 Hochzeiten. Die ersten Vermählten dort waren Radebeuler, die am 28. Juni geheiratet hatten. Seither sind - mit einer Ausnahme im Jahr 2010 - nur Zuwächse bei den Eheschließungen in der Villa zu verzeichnen. Im Vorjahr gaben sich 70 Paare das Ja-Wort dort. Nun wird die Zahl erneut getoppt.

Villa-Leiterin Christiane Matthé von der Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land rechnet in diesem Jahr sogar mit bis zu 90 Trauungen. Damit würde man fast so viele Hochzeiten in einem Jahr verzeichnen können wie das Radebeuler Staatsweingut Schloss Wackerbarth.

Im Kammermusiksaal der Coswiger Villa wurden ferner auch drei der insgesamt sieben gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften geschlossen - seit 2005 sei das möglich. Und Anfragen für Termine im kommenden Jahr gibt es schon. Gültig wäre der Termin aber aufgrund der Gesetzeslage erst ein halbes Jahr vor der Trauung. Spitze seien dabei die Monate Mai bis August. In diesem Juli gaben sich 19 Paare das Ja-Wort in der Villa. Dabei kann dort nur an Sonnabenden geheiratet werden. Die letzte Hochzeit beginnt dann jeweils um 14 Uhr. Sie wird in der Regel an jene Eheleute in spe vergeben, die dort auch feiern und übernachten wollen. 2000 Euro kostet das. Essen und Getränke kann man mitbringen. Das würden aber nur fünf Prozent der Besucher so handhaben.

Wären Trauungen noch kurzfristig über das ganze Jahr möglich, kann man die Anlage für Feiern an den Sonnabenden erst wieder ab Ende Oktober mieten. Und der Juni 2013 ist sogar schon ausgebucht. Vor allem Ja-Sagern aus Dresden gefällt das Ambiente. Die Villa hat Charme. 1873 wurde das Gebäude von Theodor Kessler im Stil der Dresdner Schule errichtet. 18 Jahre später zog das Künstlerehepaar Eugen d'Albert und Teresa Carreño ein. Das Anwesen trägt fortan den Namen der Pianistin aus Venezuela, deren Ehe mit dem Schotten aber schon 1895 geschieden wurde. Die Familie Matter kaufte die Villa samt Garten, den sie im Stil einer Englischen Parkanlage mit Teich und Teehäuschen umgestaltete. Seit 1961 gehört die Villa der Stadt, Wohnungen wurden dort eingerichtet. Von 2000 bis 2002 hat man Haus samt Areal saniert. Seit 2007 gibt es im Obergeschoss ein Museum, das an die berühmten Hausherren erinnern soll.

Das Obergeschoss war noch bis 2005 bewohnt. Laut Matthé war dies auch ein Grund, dass die Zahl der Trauungen und Feiern in dem Haus seither zugenommen haben. Die Suite im Obergeschoss wird seit jener Zeit gern von Hochzeitspaaren genutzt.

"Wir fanden das Ambiente sehr schön", betont Cathleen Jangor. Die 26-jährige Dresdnerin hat am 21. Juli in der Villa ihren Veit geheiratet. "Wir haben ein Kind, zur Feier waren neun weitere Kinder dabei, da war das mit dem Park von Vorteil." Dort im Grünen darf man aber übrigens nicht standesamtlich heiraten. Das ist nur in geschlossenen Räumen erlaubt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.08.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr