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Offener Brief an Thomas de Maiziére

Regionale Bündnisse zur Flüchtlingsarbeit zeigen sich enttäuscht Offener Brief an Thomas de Maiziére

“Frustration im Ehrenamt“ lautet die Überschrift des offenen Briefes an Bundesinnenminister Thomas de Maiziére. Initiativen der Region (Buntes Meißen e.V, Moritzburg – Ort der Vielfalt und Bündnis Buntes Radebeul e.V.) haben sich zusammengeschlossen und den Unmut über das Gespräch“Platzwechsel“ am 2. Dezember in Coswig in einem Brief zusammengefasst.

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Quelle: dpa

Radebeul/Meissen/Moritzburg. “Frustration im Ehrenamt“ lautet die Überschrift des offenen Briefes an Bundesinnenminister Thomas de Maiziére. Initiativen der Region (Buntes Meißen e.V, Moritzburg – Ort der Vielfalt und Bündnis Buntes Radebeul e.V.) haben sich zusammengeschlossen und den Unmut über das Gespräch“Platzwechsel“ am 2. Dezember in Coswig in einem Brief zusammengefasst. Dort lud de Maiziére Vertreter der Flüchtlingshilfe und Interessierte ein, um sich über deren Arbeit und den aktuellen Stand in der Region zu informieren.

Im Brief heißt es unter anderem, die Ehrenamtlichen fühlen sich hinsichtlich des Gelingens der Integration als Experten, da sie „als einzige die Flüchtlinge dauerhaft begleiten“. Die Integration ende „nicht mit Anerkennung oder Ablehnung des Asylantrages“. Die Bündnisse bedauern, dass der Bundesinnenminister lediglich an Themen wie Spracherwerb, Arbeit und Berufsausbildung interessiert war. Der Familiennachzug war den ehrenamtlich Tätigen eine Herzensangelegenheit, vor allem, da sie Einzelschicksale sehr gut kennen. De Maiziére wickelte das Thema mit nur einem Satz ab: „Also ein Plädoyer für mehr Familiennachzug!“. Damit war das Thema für ihn beendet, unverständlich für die Vertreter der Bündnisse.

Auch wie die Ehrenamtlichen den Umgang mit Behörden erleben, hätte den Minister nicht interessiert. „Dabei sind wir es, die mit zur Anhörung fahren, die mit zur Ausländerbehörde gehen, wenn es Schwierigkeiten gibt, wenn Texte nicht verstanden werden, erstmal erklären, was die Behörde will usw.“, erklären sie im Brief. Doch auch da stoßen sie an ihre Grenzen, heißt es weiter. Das Prozedere der Antragsstellungen und anderen bürokratischen Herausforderungen sei schon für die meisten Deutschen ein Problem und Asylsuchende seien ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen kaum fähig, diese zu bewältigen.

Im Zusammenhang mit der Wohnungssuche wird der Bedarf nach sozialem Wohnungsbau für Deutsche wie für Ausländer als dringend notwendig bezeichnet. Zum Gespräch sagte Thomas de Maiziére lediglich, es gäbe doch genug Wohnungsleerstand. Auch, wie sie in Ostdeutschland den Vorurteilen gegenüber Geflüchteten entgegenwirken können, blieb unbeantwortet.

Drohende Abschiebungen seien die schwerste Last

Kürzlich geriet der Verein Bündnis Buntes Radebeul e.V. in die Kritik, da mögliche Abschiebungstermine auf der Facebook-Seite veröffentlicht wurden. Dies wurde auch im vergangenen Radebeuler Stadtrat thematisiert. Die CDU-Fraktion wollte wissen, ob die Stadt das Bündnis finanziell unterstütze und wie mit dem Thema umgegangen werde. Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) betonte, dass er die Arbeit des Vereins sehr schätzt und für ehrenwert empfindet. Die Tatsache, dass allerdings gesetzlich entschiedene Abschiebungen verhindert werden wollen, werfe einen Schatten auf die sonst „sehr ehrenwerte“ Flüchtlingsarbeit und sei nicht nachvollziehbar oder gar tolerierbar. Das Bündnis hat den Post nicht entfernt, da sie es nicht als Straftat betrachten. Auch in dem offenen Brief an den Bundesinnenminister werden drohende Abschiebungen als „schwerste Last“ bezeichnet. Die Bündnisse verweisen auf Veröffentlichungen diverser Medien, dass Afghanistan alles andere als sicher sei. Das Auswärtige Amt warne weiterhin vor Reisen nach Afghanistan. Die Ehrenamtlichen wünschen sich ein weiteres gemeinsames Gespräch mit Thomas de Maiziére. Der Brief wurde am 22. Dezember verschickt.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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