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Noch ein Jahr Baustelle an den Landesbühnen in Radebeul

Noch ein Jahr Baustelle an den Landesbühnen in Radebeul

Man kennt das von den Landesbühnen Sachsen: Auf der Bühne geht es lange hin und her, ehe sich am Ende alles zum Guten wendet. So ähnlich geschieht es nun auch hinter den Kulissen.

Radebeul.

Dort, genauer gesagt zwischen der Paradiesstraße und der Schuchstraße in direkter Nachbarschaft zum Radebeuler Stammhaus, wird nun der lang erwartete Werkstattbau errichtet - nach jahrelangem Gezerre. Applaus gibt es dafür vor allem von den 18 Werkstattmitarbeitern und Fahrern, die in etwa einem Jahr in den 6,8 Millionen Euro teuren Neubau einziehen werden.

Sie arbeiten derzeit noch unter abenteuerlichen Bedingungen in Baracken am Moritz-Garte-Steg. Dort sind die Räume zu niedrig und zu eng, was vor allem die Bühnenbildner zu spüren bekommen. Größere Gebilde müssen im Freien geschweißt werden, ob es nun regnet oder schneit. Die Bühnenmaler haben Schwierigkeiten, das von ihnen fabrizierte Bühnenbild auch mal als Ganzes zu betrachten. Von der Wirkung aus größerer Ferne, so wie es also vom Publikumsraum aus wahrgenommen werden könnte, ganz zu schweigen.

Alles Missstände, die seit Langem bekannt sind und die man 2009 mit dem Baustart für neue Theaterwerkstätten beseitigen wollte. Weil die hitzige Diskussion um die Umstrukturierung des Landestheaters in eine GmbH dazwischenkam, wurde damals aber nur die Kostümwerkstatt als direkter Anbau ans Theaterhaus errichtet. Im Herbst 2010 war das 3,2 Millionen Euro teure Gebäude, zu dem ein Depot für 10 000 Kostüme, eine Probebühne sowie Räume für die Kostümschneider und Requisitenbildner gehören, fertig. Anschließend stand es monatelang größtenteils ungenutzt da, weil der Freistaat das Geld für den Umzug nicht lockermachen wollte, solange die Theater-GmbH nicht gegründet war. Der Neubau für die übrigen Theaterwerkstätten wurde aus dem selben Grund ganz auf Eis gelegt.

Diese Eiszeit ist nun vorbei. Seit der GmbH-Gründung im August 2012 ist Baureferentin Birgit Schüler bei den Landesbühnen beschäftigt. Sie hat sich zunächst um den Ausbau der Traditionsgaststätte "Goldene Weintraube" zur Theaterkneipe kümmern müssen (DNN berichteten). Für den zweiten Teil der Theaterwerkstätten hat man darüber hinaus bereits im Sommer 2014 den ersten Spatenstich getan. Geplant ist ein langgezogener, meistenteils eingeschossiger Zweckbau, der aus Sicht der Landesbühnen-Beschäftigten für paradiesische Arbeitsverhältnisse sorgen wird. "Das Tolle ist, dass wir eine Montagehalle haben, in der wir gleich alles aufbauen können", sagt Till Wanschura, kaufmännischer Geschäftsführer der Landesbühnen-GmbH. Die Arbeiter sparen sich so die Mühe, alles ins Stammhaus zu schleppen, um das Bühnenbild dort aufzubauen.

Außerdem gehört zum Malsaal eine Galerie, von der aus sich die Fernwirkung der Bühnenbilder einschätzen lässt. Beide, Montagehalle und Malsaal, erhalten Oberlichter und sind in dem Gebäudeteil untergebracht, der dem Stammhaus am nächsten ist. Es schließen sich zur Paradiesstraße hin Schlosserei, Tischlerei, Modellwerkstatt, Dekorations- und Schranklager sowie die Dekorationswerkstatt an. Außerdem gibt es auf dem Gelände Parkplätze für die Transporter, Busse und Lkw der Landesbühnen, mit denen die Ensemblemitglieder, Requisiten, Kostüme und die in transportable Einzelteile zerlegten Bühnenbilder zu den Spielstätten in der Region gebracht werden. Über der Tischlerei wird es zudem ein Obergeschoss mit Büroräumen geben.

Mit den Arbeiten liege man gut im Zeitplan, sagt Schüler. Es habe zwar "kleinere Überraschungen" gegeben. "Das waren Altfundamente, die ein bisschen hartnäckig waren", sagt die Baureferentin. Die Verzögerung habe man nach dem milden Winter aber gut aufgeholt. Voraussichtlich im März 2016 kann der 75 Meter lange Bau, der eine Dachbegrünung und ein Blockheizkraftwerk erhalten wird, bezogen werden. Erst dann wird sich erweisen, wie funktional die neuen Werkstätten geplant sind. "Alles, was mit Menschen ist, findet drüben statt", sagt Intendant Manuel Schöbel und zeigt auf das Stammhaus mit der angebauten Kostümwerkstatt. "Alles, was mit der Bühne zu tun hat, hier", fügt er mit Verweis auf den Neubau an. So soll es aussehen, das Happy End für die Landesbühnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.03.2015

Uwe Hofmann

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