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Umland Neues Notfallzentrum hat im Meißner Krankenhaus die Arbeit aufgenommen
Region Umland Neues Notfallzentrum hat im Meißner Krankenhaus die Arbeit aufgenommen
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19:29 22.06.2018
Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (l.) und OB Olaf Raschke (r.) ließen sich von Oberarzt Dr. Thomas Peschel die neuen Behandlungsräume zeigen. Quelle: Foto: S. Kuhnert
Meissen

Die Bauarbeiten in den Räumen neben dem Haupteingang des Elblandklinikums in Meißen sind beendet. Wo sich einst eine große Garage befand, sorgen sich Ärzte jetzt um Notfälle. Als vor 20 Jahren der Klinikneubau in Betrieb ging, „wurden in der Notaufnahme 10000 Patienten medizinisch versorgt, sind es jetzt jährlich fast 30000“, sagte Landrat Arnd Steinbach (CDU), bei der offiziellen Eröffnung des neuen Notfallzentrums. Die gestiegene Patientenzahl war der Grund für die Vergrößerung.

Im April 2017 begannen die Bauarbeiten – „bei laufendem Betrieb“, wie Verwaltungsdirektorin Katrin Oesterreich betonte. Dies habe einiges von Personal und Patienten abverlangt. Denn Baulärm und sich immer wieder ändernde Raumnutzungskonzepte ließen sich sich während der Bauzeit bis Juni dieses Jahres in der Notaufnahme nicht verhindern. Das neue Notfallzentrum umfasst eine zentrale Anmeldung, zusätzliche Untersuchungs- und Behandlungsräume, eine angeschlossene Beobachtungsstation mit sechs Betten sowie einen Schockraum und einen eigenen Wartebereich. Zudem verfügt die vergrößerte Notaufnahme jetzt über einen separaten Eingang vom Außenbereich aus. Damit wird der Weg für Patienten von der Bushaltestelle vor dem Krankenhaus oder vom Parkplatz kürzer. Rund 1,1 Millionen Euro haben Umbau und Erweiterung der Notaufnahme gekostet. Der Bund gab einen Zuschuss in Höhe von 818000 Euro.

Völlig neu ist eine sogenannte Notfall-Triage-Praxis. „Triage“ ist vom französischen Wort „trier“ abgeleitet, bedeutet im übertragenen Sinne Sichtung oder Einteilung und ist die Bezeichnung für ein spezifiziertes Verfahren zur Priorisierung medizinischer Fälle. Die neue Praxis dient als Schnittstelle zwischen Ambulanz und stationären Bereich. Patienten melden sich in der zentralen Anmeldung im Notfallzentrum an. Aufgrund der Symptome wird entschieden, ob eine Vorstellung in der Ambulanz oder in der Notaufnahme erfolgt. Außerdem wird bei der Ankunft des Patienten mittels dem zertifizierten Manchester-Triage-System die Schwere der Verletzung oder Erkrankung eingeschätzt. Diese Einschätzung entscheidet darüber, wie schnell ein Patient von einem Arzt untersucht werden muss. Besteht der Verdacht auf Herzinfarkt oder einen Schlaganfall oder wird jemand mit schwersten Verletzungen eingeliefert, kümmern sich spezialisierte Notfallteams im Schockraum um den Patienten.

Zwischen 60 und 80 Menschen suchen die Notaufnahme in Meißen am Tag auf. „An Wochenenden können es auch bis zu 120 sein“, informierte Oberarzt Dr. Thomas Peschel, der das Notfallzentrum leitet. 65 Prozent von ihnen könnten auch ambulant von einem Hausarzt behandelt werden. Allerdings sind an Wochenenden deren Praxen geschlossen. Im Landkreis Meißen besteht ein weiteres Problem, warum Menschen zunehmend die Notaufnahme aufsuchen. Ärzte auf dem Land schließen ihre Praxen altersbedingt und finden keinen Nachfolger. Vor diesem Hintergrund hat sich das Elblandklinikum für die Etablierung einer Praxis am Notfallzentrum eingesetzt. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung rief es das Modellprojekt der Notfall-Triage-Praxis ins Leben. In dieser Praxis werden zudem junge Medizinabsolventen zu Allgemeinmedizinerin weitergebildet. Die Hoffnung ist, dass sie nach ihrer Ausbildung im Landkreis Meißen bleiben.

Von Silvio Kuhnert

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