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Neues Leben für ausgediente Drahtesel in Radeberg

Radverleih Neues Leben für ausgediente Drahtesel in Radeberg

Kostenlos mit dem Drahtesel von A nach B kommen – Das ist seit rund drei Jahren mit dem Fahrradverleih von „Fahrradeberg“ möglich. „Wir finden, es ist an der Zeit unseren Helfern Danke zu sagen“, erzählt Hans Krauß, der sich seit Anfang an im Projekt engagiert hat. Dazu hatte die Gruppe am Donnerstag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Aus alt mach neues Leihfahrrad: „Fahrradeberg“-Mitglied Hans Krauß mit einem Spendenrad und einem fertigen Leihfahrrad in knalligem Orange.

Quelle: Tomke Giedigkeit

Radeberg. Kostenlos mit dem Drahtesel von A nach B kommen – Das ist seit rund drei Jahren mit dem Fahrradverleih von „Fahrradeberg“ möglich. „Wir finden, es ist an der Zeit unseren Helfern Danke zu sagen“, erzählt Hans Krauß, der sich seit Anfang an im Projekt engagiert hat. Dazu hat die Gruppe am Donnerstag ihre Sponsoren und interessierte Bürger zu einem Tag der offenen Tür an die Oststraße eingeladen.

„Fahrradeberg“ ist das Resultat einer Idee von dem Radeberger Arzt Hartmut Kirschner, der zusammen mit der örtlichen Ökumene, das Projekt vor drei Jahren ins Leben rief. Die ersten 10 Fahrräder, die gespendet wurden sollten auf Vertrauensbasis an verschiedenen Stationen in der Radeberger Innenstadt verliehen werden. Kleinere Mängel der gespendeten Räder wurden in ehrenamtlicher Arbeit behoben und alle Exemplare leuchtend orange angesprüht. „Der Vandalismus an unseren Rädern ist ein großes und trauriges Problem“, sagt Krauß. Einige Drahtesel wurden geklaut oder fanden ein frühes Ende auf dem Grund der Röde.

Das Prinzip auf Vertrauensbasis ist also gescheitert. Aufgeben wollte das 10-köpfige Team von „Fahrradeberg“ trotzdem nicht. Seit einem Jahr ist die Ausleihe eines Rades zwar immer noch kostenlos, aber nur noch mit der Nennung des eigenen Namens möglich. An den Verleihstationen müssen sich die Radler in eine Liste eintragen, erst darauf bekommen sie den Schlüssel ausgehändigt. „Trotzdem bleibt es ein schwieriger Spagat zwischen kostenloser Nutzung und dem Aufwand, den wir vor allem mit der Reparatur betreiben“, sagt der 68-jähriger Krauß. Mittlerweile sind 24 Fahrräder im Stadtgebiet an vier Stationen verfügbar. Dazu kommen momentan noch 80 weitere Spendenräder, die auf ihre neue Bestimmung warten.

Besonders hochwertige Fahrräder verkauft das Projekt gegen eine Spende ab 30 Euro. Mit dem Geld werden die Miete der Lagerräume und Ersatzteile finanziert. Zusammen mit einem wohltätigen Verein aus Pirna spendet „Fahrradeberg“ in regelmäßigen Abständen Drahtesel nach Rumänien. Pro Monat kommen rund fünf neue Spendenfahrräder dazu. „Wir nehmen Fahrräder auch mit kleinen Defekten“, erklärt Krauß. Der Spender bekommt von uns ein Übernahmeprotokoll und wir prüfen jedes Rad bei der Polizei, ob es möglicherweise um Diebesgut handelt.

Seit rund einem Monat hat „Fahrradeberg“ das neue Heim an der Oststraße bezogen. Mögllich gemacht haben dies der Wohnbau Radeberg, der dem Projekt einen Großteil der Miete erlässt, sowie weitere Sponsoren, wie der Sportverein SV Einheit. In der Zukunft möchte Krauß noch mehr Radebergern die Möglichkeit geben sich kostenlos mit ihrer Muskelkraft durch die Stadt zu bewegen. Besonders freut ihn daher, dass bereits Firmen am Bahnhof die Fahrradflotte für ihre Mitarbeiter nutzen. Wer Fahrräder, Geld oder Tatkraft spenden möchte, kann dies immer Donnerstags um 15 Uhr in den Räumen an der Oststraße tun. Dann findet auch immer der Fahrradverkauf gegen eine Spende statt.

Mehr Informationen sind unter www.fahrradeberg.de verfügbar.

Von Tomke Giedigkeit

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