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Umland Neuer Zauber auf Schloss Kuckuckstein
Region Umland Neuer Zauber auf Schloss Kuckuckstein
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15:02 02.11.2018
Zum Tag des offenen Denkmals war das Schloss Kuckuckstein erstmals seit Jahren für Besucher geöffnet. Das Baudenkmal soll wieder zu einem Ort der Kultur werden. Quelle: Marko Förster
Liebstadt

Der Überlieferung zufolge thront das Schloss Kuckuckstein schon seit mehr als 1000 Jahren auf einem Gneisfelsen über dem Örtchen Liebstadt. Und ja, man sieht dem ehemaligen Herrensitz wirklich an, dass es schon einige Jahre auf dem Buckel hat: Die Außenfassade ist marode und rissig, die Zugbrücke baufällig – und das Wahrzeichen der Stadt deswegen seit Jahren für die Öffentlichkeit geschlossen. Das soll sich allerdings bald ändern.

Kuckuckstein öffnet wieder seine Türen

Nachdem sich die Kommune Liebstadt mit dem Vorbesitzer viel Ärger eingehandelt hat, ist das Schloss nun seit mehreren Monaten im Besitz der Natur-Romantik GmbH & Co. KG, die von einem Unternehmerpaar auf Liebstadt geführt wird. Jens und Susanne Höhnel haben schon in Pirna alte Gebäude zu Ferienhäusern umgebaut, jetzt ist Kuckuckstein an der Reihe. In den kommenden Jahren wollen die Gesellschafter die historische Ritterburg sanieren, um sie wieder zu einem Ort der Kultur und Begegnung zu machen.

Das Schloss, in dem 1813 sogar Napoleon Bonaparte auf Durchreise genächtigt hat, möchte das Inhaberpaar beizeiten wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen. Hochzeiten, Privatveranstaltungen und Events sollen künftig auf Kuckuckstein stattfinden, so sieht es Jens Höhnel vor. Auch will er das Schloss für Handwerker und Künstler öffnen, die ihre Arbeiten in den Schlossgemächern ausstellen wollen. „Einige Künstler haben schon bei uns angefragt“, verrät Höhnel.

Bereits zum Tag des offenen Denkmals im September öffneten die Inhaber das Schlosstor für interessierte Besucher, und auch im kommenden Monat gibt es wieder die Möglichkeit, Kuckuckstein zu besichtigen: Am 3. und 10. November, jeweils 17 Uhr, feiert der Zauberer Peter Kersten ein Heimspiel in den Mauern des Baudenkmals. Der Magier hatte zu DDR-Zeiten seine eigene Fernsehsendung „Zauber auf Schloss Kuckuckstein“ und gastiert nun im Rahmen von zwei Zaubershows im Rittersaal auf Schloss Kuckuckstein.

Am 3. und 10. November kehrt Zauberer Peter Kersten für zwei Shows an seine alte Wirkungsstätte zurück. Auch 2019 möchte er im Schloss zaubern. Quelle: Dirk Sukow

„Ich freue mich schon sehr, an meine ehemalige Wirkungsstätte zurückzukehren“, verkündet der „Zauberpeter“ – und macht Hoffnung: „Mit ziemlicher Sicherheit werde ich auch im kommenden Jahr wieder auf Schloss Kuckuckstein zaubern.“ Und der Magier geht noch weiter: Kersten will kräftig die Werbetrommel rühren, um die Wiederbelebung von Kuckuckstein voranzutreiben. Ein Teil des Eintritts für seine Zaubershows kommt dem Schloss zu Gute.

Sanierungsarbeiten haben begonnen

Jens und Susanne Höhnel sind gerade dabei, den Verein „Schwarzes Kleeblatt“ zu formieren, der sich dem Schloss Kuckuckstein annehmen soll. Mehrere Bürger aus Liebstadt sind in die Vereinsarbeit involviert, Zauberer Kersten wurde kurzerhand zum Ehrenmitglied ernannt. Mithilfe des gegründeten Vereins wollen die Schlossinhaber ihr Anliegen auf breite Schultern legen.

Susanne und Jens Höhnel haben das Schloss Kuckuckstein im Frühjahr gekauft. Das Unternehmerpaar will dem historischen Bauwerk zu neuem Glanz verhelfen. Quelle: Daniel Förster

Doch scheint das Schloss Kuckuckstein nicht nur eine kulturelle Aufwertung zu erfahren. Auch was die versprochene Sanierung angeht, so machten die Schlossbesitzer alsbald Nägel mit Köpfen: Sie haben bereits mit den ersten Sanierungsmaßnahmen begonnen und Löcher im beschädigten Ziegeldach des Zauberschlosses gestopft. „Im nächsten Jahr soll die Außenmauer repariert werden“, sagt Jens Höhnel, „danach kommen die Zufahrt, die Zugbrücke und der Brückenkopf dran.“ Man führe derzeit Gespräche mit Vertretern von Bund und Land, um eine mögliche Förderung der Maßnahmen auszuhandeln.

Liebstadts Bürgermeister Hans-Peter Retzler (Linke) hat sich kürzlich bei einem Schlossbesuch von den fortschreitenden Arbeiten überzeugen können. Das Stadtoberhaupt gibt sich optimistisch: „Wir haben vollstes Vertrauen in die Besitzer und sind zuversichtlich, dass es nun endlich vorangeht.“ Das restaurierte Schloss würde schließlich zahlreiche Besucher in den 1400 Seelen-Ort Liebstadt locken, hofft der Linken-Politiker. „In den 90er Jahren hatten wir im Schnitt 20 000 Tagesgäste in unserer Stadt zu verbuchen. Vielleicht können wir ja dank dem Zauberschloss bald wieder solche Zahlen erreichen“, mutmaßt Retzler.

Lichtblick nach mehrjähriger Odyssee

Ein böses Déjà-vu hält der Bürgermeister für unwahrscheinlich. Im Jahr 2003 hatte Liebstadt das Schloss nämlich schon einmal zum Verkauf ausgeschrieben. Der österreichische Unternehmensberater Ralph Neunteufel kaufte das Gemäuer damals für rund 160 000 Euro und vereinbarte, mindestens eine halbe Million in die Sanierung zu investieren. Doch die Hoffnung, dass der neue Hausherr dem maroden Gebäude wieder zu altem Glanz zu verhelfen würde, verflog schnell: Die Restaurierung ließ augenscheinlich auf sich warten, stattdessen verfiel Kuckuckstein weiter. Retzler reichte 2013 Klage gegen Neunteufel ein.

Nach einem zähen Gerichtsverfahren erhielt Liebstadt im Januar dieses Jahres das Schloss zurück – und gab es gleich im Frühjahr an die Natur-Romantik GmbH weiter. „Irgendjemand musste sich ja kümmern“, begründet Jens Höhnel seine Entscheidung, die Verantwortung für das alte Schloss zu übernehmen. „Ich und meine Frau, wir kennen Kuckuckstein schon seit Kindheitstagen. Uns geht es um die Sache. Wir wollen, dass das historische Kulturgut gerettet wird“, so Höhnel weiter. Zauberer Kersten pflichtet dem neuen Schlossherr bei: „Natürlich ist am Schloss Kuckuckstein noch viel kaputt. Das Bauwerk liegt jedoch nicht nur in einer traumhaft schönen Lage und prägt das Landschaftsbild. Es ist auch von historischer Bedeutung für den Freistaat – und sollte deshalb wiederbelebt werden.“

Karten für die Zaubershow: info@schloss-kuckuckstein

www.schloss-kuckuckstein.de

Von Junes Semmoudi

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