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Umland Neuer Bolzplatz für Sörnewitzer entsteht auf den Elbwiesen
Region Umland Neuer Bolzplatz für Sörnewitzer entsteht auf den Elbwiesen
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08:24 12.10.2017
Auf der Elbwiese neben dem Sörnewitzer Biergarten – und im Schatten des Boselfelsens – soll der neue Bolzplatz entstehen.  Quelle: Uwe Hofmann
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Coswig

 Allenthalben ist von Politikverdrossenheit die Rede, doch es gibt sie noch: gehaltene Politikerversprechen. 2013 versprach Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) den Sörnewitzern, dass er sich um Ersatz für das einem neuen Wohngebiet am Schulweg geopferte Freizeitzentrum kümmern werde. Persönlich. Die zuvor bekannt gewordenen Pläne hatten in dem 600-Seelen-Ortsteil von Coswig zuvor für Wellen der Empörung gesorgt. Eine Petition fand 400 Unterzeichner. Mit volksnahem Auftreten und seinem Versprechen, die Standortsuche zur Chefsache zu machen, sorgte Neupold damals für Ruhe. Vier Jahre – und eine gewonnene OB-Wahl – später, kann er bilanzieren: „Endlich können wir ein Versprechen einlösen, das ich im Jahr 2013 in erster Linie den Sörnewitzern gegeben habe.“

Ein neuer Bolzplatz entsteht demnach bis Ende des Jahres auf den Elbwiesen neben dem Biergarten der Gastwirtschaft Boselblick. Vorgesehen ist ein 21 mal zwölf Meter großes Kunstrasenfeld, auf dem ein 17 mal zehn Meter großes Spielfeld markiert wird. Das soll vor allem „fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche“ anziehen, wie OB Neupold hofft. Der Kunstrasenbelag ist komplett wasserdurchlässig, was verhindern soll, dass er bei einer Elbeflut aufsteigt. Weiteres Zugeständnis an die Lage im Überschwemmungsgebiet: Die beiden drei mal zwei Meter großen Tore und das Ballfangnetz samt Pfosten sind so gestaltet, dass sie bei drohendem Hochwasser ohne größere Umstände abgebaut werden können. Die Pflege der Anlage übernimmt der Baubetriebshof der Stadt. Die Nutzungszeiten für den Sportplatz sind auf 9 bis 20 Uhr festgelegt, wobei an Sonn- und Feiertagen eine Ruhezeit von zwischen 13 und 15 Uhr einzuhalten ist.

Damit sind freilich die alten Zeiten am inzwischen abgerissenen Freizeitzentrum vorbei, dass neben einer Fußball- und Basketballanlage über einen Grillplatz verfügte, der sommers an abgelegener Stelle auch gern mal mitten in der Nacht noch betrieben wurde. Die ungeregelten Verhältnisse am Freizeitzentrum waren auch einer der Gründe, warum die Stadt das Gebiet entwickeln wollte. Hinzu kommt die Notwendigkeit, Bauplätze für junge Familien im Stadtgebiet auszuweisen, auch wenn sich das an dieser Stelle wegen diverser Umweltauflagen als außerordentlich schwierig herausstellte.

Außerdem baute die Stadt in dem Areal für rund 70 000 Euro einen Parkplatz, der mit seinen 30 Stellplätzen, darunter einer für Reisebusse, die insbesondere bei Veranstaltungen im Handwerkerhof spürbare Parkplatznot im Weindorf lindert. Anfang Oktober konnte er eingeweiht werden. Hinzu kommen Ausgaben über mehr als 100 000 Euro für die Sanierung der Erschließungsstraße Schulweg und den Bau eines kleinen Spielplatzes im Areal, der für Aufenthaltsqualität sorgen und die erhofften Familien anlocken soll. Für den Bolzplatz werden nun noch einmal rund 80 000 Euro ausgegeben. Das sind rund 5000 Euro mehr als kalkuliert, was angesichts der von vielen Rückschlägen gekennzeichneten Standortsuche, bei der sich eine eigens gegründete Arbeitsgruppe lange Zeit vergeblich mühte, durchaus noch als Punktlandung gewertet werden kann.

Wegen ihrer Ausgaben erhofft sich die Stadt aus dem Verkauf der 13 Baugrundstücke, von denen einige zudem noch auf Privatland liegen, nicht mehr als eine schwarze Null. Die neu gewonnenen Einwohner und die geklärten Verhältnisse seien den Aufwand allemal wert, meint man im Rathaus. Der Verkauf der städtischen Grundstücke hat bereits begonnen.

Von Uwe Hofmann

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