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Neue Unternehmensstrategie: Meissen kündigt Stellenabbau an

Porzellan-Manufaktur Neue Unternehmensstrategie: Meissen kündigt Stellenabbau an

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen will ihr Sortiment neu gestalten und etwa 60 von derzeit 667 Stellen abbauen. Aus Europas ältester Porzellanmanufaktur solle ein „selbsttragendes Unternehmen“ werden.

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In der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH wird ein limitiertes Sammlerstück mit den Gekreuzten Schwertern versehen (Archivbild)

Quelle: dpa

Meißen. Neue Wege, alte Stärken: Die Staatliche Porzellan- Manufaktur Meissen will sich umorientieren und schon 2020 wieder Gewinne machen. Am Freitag informierte das Unternehmen über eine langfristige Strategie, die der Aufsichtsrat am Donnerstag absegnete. Demnach soll aus Europas ältester Porzellanmanufaktur mit Gründung 1710 wieder ein „selbsttragendes Unternehmen“ werden. „Überkapazitäten und Ineffizienzen werden konsequent abgebaut. Der Produktionsstandort wird durch umfangreiche Investitionen gestärkt“, teilte Meissen mit. Genaue Summen wurden nicht genannt.

„Im Zusammenspiel der geplanten Maßnahmen soll der operative Break-Even 2020 erreicht werden“, hieß es weiter. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zur „Personalanpassung“ zu treffen. Konkret geht es um einen Abbau von etwa 60 von derzeit 667 Stellen. Das soll vor allem durch Altersabgänge und Altersteilzeit geschehen. „Notwendige Arbeitszeitverkürzungen“ werden auf freiwilliger Basis angestrebt. „Die erforderlichen Personalmaßnahmen finden sozialverträglich mit einem fairen Interessenausgleich statt“, hieß es.

Das Konzept definiert fünf Schwerpunkte. Mit einer „streng marktorientierten Produktpolitik“ mit Schwerpunkt Porzellan will man sich fortan „deutlich mehr an den Bedürfnissen der Märkte und Kunden orientieren“, gab die Manufaktur bekannt. Dazu werde das Sortiment neu gestaltet, bereinigt und umfassend modernisiert. Der zweite Punkt beinhaltet auch internationales Wachstum. Auf den ausländischen Märkten sehe man großes, noch unerschlossenes Potenzial. Ferner legt das Konzept Wert auf eine effiziente Produktion.

Erklärtes Ziel ist zudem die langfristige Sicherung der Kompetenzen im kunsthandwerklichen Bereich - sprich: die Kompetenzen für handgemaltes Porzellan. Dazu soll die eigene Berufsausbildung weiterentwickelt werden und künftig mehr Raum für Kreativität und Breitenqualifikation geben. „Dieses kunsthandwerkliche Können in höchster Präzision und Qualität ist eines unserer wertvollsten Alleinstellungsmerkmale. Dies zu sichern, ist für die Zukunft des Unternehmens essenziell“, betonten die Geschäftsführer Tillmann Blaschke und Georg Nussdorfer.

Die Strategie, die auch mit zusätzlichem Kapitalbedarf verbunden sei, werde nun dem Gesellschafter Freistaat Sachsen vorgelegt, hieß es. „Aufsichtsrat und Geschäftsführung sind überzeugt, dass mit einer Strategie, die dem Porzellan verbunden bleibt, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen nicht nur auf eine einzigartige Geschichte blicken kann, sondern auch eine gute Zukunft hat.“

Meissen hatte unter dem früheren Geschäftsführer Christian Kurtzke 2009 einen Kurswechsel vollzogen. Er wollte die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umbauen und ließ auch Schmuck, Kleidung sowie Accessoires produzieren. Das Konzept misslang gründlich. 2014 stand ein Verlust von 19,2 Millionen Euro zu Buche. 2015 waren es 12,1 Millionen Euro.

dpa

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