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Neue Sonderausstellung im Uhrenmuseum Glashütte eröffnet

125 Jahre Union Neue Sonderausstellung im Uhrenmuseum Glashütte eröffnet

Anlässlich des 125. Jubiläums der Glashütter Uhrenfabrik Union wird am 6. Dezember die neue Sonderausstellung des Uhrenmuseums Glashütte eröffnet. Die Schau thematisiert die historische Entwicklung des Unternehmens und den aktuellen Stand. Neben den einmaligen Exponaten bietet das Museum weitere Highlights.

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Uhrmacher Tobias Hamann zeigt live sein Können

Quelle: Junes Semmoudi

Glashütte/Sa. Mit viel Sorgfalt setzt Tobias Hamann die Rubinsteine in das Uhrwerk ein. „Als Uhrmacher muss man konzentrationsfähig sein, Fingerspitzengefühl mitbringen und ein gutes Auge haben“, erklärt der 28-Jährige Produktionsleiter der Glashütter Uhrenfabrik Union. Für die nächsten Monate wird Tobias Hamann bei der Sonderausstellung „Union Glashütte – 125 Jahre Deutsche Uhrmacherkunst“ im Deutschen Uhrenmuseum mitwirken, die am 6. Dezember ihre Pforten öffnet: Jeden Freitag ab 13 Uhr und an jedem ersten Samstag im Monat können Besucher dem jungen Dresdner Uhrmachermeister über die Schulter blicken, der live sein Können zur Schau stellt.

In den Ausstellungsräumlichkeiten an der Schillerstraße wird nicht nur handwerkliches Geschick und feinmechanische Kleinstarbeit demonstriert: Im Sonderveranstaltungsraum des Museums sind einmalige historische und aktuelle Exponate aus Feingold und Edelstahl ausgestellt. Zudem gibt die Sonderschau mit Kurzfilmen und Informationstafeln einen chronologischen Überblick zur Geschichte der Union Glashütte.

Der Dresdner Uhrengroßhändler Johannes Dürrstein gründete das Unternehmen im Jahr 1893. Uhren in allen Qualitätsstufen wurden der Fabrik produziert. Die Union überstand jedoch die Folgen des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise nicht und musste die Produktion einstellen. „Das lag auch daran, dass die Union, ebenso wie viele Uhrenfabrikanten aus Glashütte, den Umstieg von der Taschenuhr auf die praktische und günstigere Armbanduhr verschlafen hat. 1936 strich man die Union aus dem Handelsregister. Erst 1996 wurde die Union Uhrenfabrik GmbH neu gegründet und damit die Vision von Johannes Dürrstein wieder zum Leben erweckt“, erzählt Ausstellungsleiter Lutz Roscher.

Seit 2000 ist die Uhrenfabrik Teil der Schweizer Swatch Gruppe. Im Jahr 2012 zog die Union in die neue Glashütter Produktionsanlage am Frühlingsweg ein. Mittlerweile hat das Unternehmen 30 Mitarbeiter und exportiert seine Produkte nach Russland, in die Niederlande und nach Dubai. „Auch in China soll der Markt erweitert werden“, sagt Tobias Hamann. Das Hauptaugenmerk liege jedoch auf der Vermarktung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In der neuen Sonderexposition finden sich Relikte der Vergangenheit, so zum Beispiel die Universaluhr aus dem Jahr 1901 oder die 1895 fabrizierte Jubiläumsuhr. Zudem werden aktuelle Modelle zur Schau gestellt: Die „Belisar Chronograph Sport“ beispielsweise, die erst seit diesem Jahr im Sortiment zu finden ist. „Dieses sportliche Modell ist der Beweis dafür, dass auch jüngere Personen Interesse an einer schicken Uhr haben“, meint Tobias Hamann. „Viele Besitzer dieser Belisar-Uhr sind erst Anfang oder Mitte 30.“ Auch Uhren, die weiter unten im Preisklassement angesiedelt sind, werden im Uhrenmuseum ausgestellt. „Die Preisspanne liegt zwischen 1100 und 4000 Euro, bei speziellen Modellen aus Gold bei 8000 Euro“, informiert Hamann.

Die Besonderheit einer Union-Uhr liege laut dem Produktionsleiter im guten Verhältnis des Preises zur Leistung. „Das liegt daran, dass die einzelnen Rohteile unter anderem in der Schweiz vorgefertigt und in Glashütte verarbeitet werden. Dies ist der Unterschied zu ortsansässigen Manufakturen, die alle Einzelteile selbst herstellen“, so Hamann.

Mittlerweile haben neun Uhrenproduzenten ihren Sitz in Glashütte, darunter A. Lange & Söhne, Glashütte Original und Nomos Glashütte. Tobias Hamann ist zuversichtlich, dass die Nachfrage nach mechanischen Uhren für Liebhaber weiterhin bestehen wird, trotz Digitalisierung und sogenannten digitalen Smartwatches: „Ein mechanisches Uhrwerk benötigt keine Updates und ist bei guter Pflege jahrzehntelang funktionsfähig. Dennoch wissen gerade wir aus unserer Vergangenheit, dass dieser neue Trend nicht verschlafen werden sollte.“

Bis zum 2. April 2018 hat die Sonderschau täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

Von Junes Semmoudi

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