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Neue Sektmanufaktur Perlgut bereichert sächsische Weinwelt

Winzer Weber setzt auf feinperligen Genuss Neue Sektmanufaktur Perlgut bereichert sächsische Weinwelt

Freude, aber auch Erleichterung stehen Hendrik Weber ins Gesicht geschrieben. Am Montag hat der gelernte Winzer und studierte Oenologe seine ersten eigenen Sekte offiziell vorgestellt. Zugleich bereichert mit seiner Sektmanufaktur Perlgut ab sofort ein neues Unternehmen die sächsische Weinwelt.

Winzer Hendrik Weber verkostet seinen Rosé-Sekt, eine von vier Schaumweinsorten seiner Sektmanufaktur Perlgut.

Quelle: Lars Müller

Coswig.  Freude, aber auch Erleichterung stehen Hendrik Weber ins Gesicht geschrieben. Am Montag hat der gelernte Winzer und studierte Oenologe seine ersten eigenen Sekte offiziell vorgestellt. Zugleich bereichert mit seiner Sektmanufaktur Perlgut ab sofort ein neues Unternehmen die sächsische Weinwelt. Es ist derzeit der einzige Betrieb in Sachsen, der sich ausschließlich der Sektherstellung verschrieben hat.

Der 29-Jährige ist in der Region kein Unbekannter, hat er sich doch in den vergangenen Jahren schon als Kellermeister im Coswiger Weingut Matyas einen Namen gemacht. Kellermeister bleibt er auch weiter bei Matyas. Mit seiner eigenen Sektmanufaktur, die er zusätzlich und komplett in Eigenregie betreibt, hat er sich nun einen persönlichen Traum erfüllt. Dafür hat sich Weber, der in Glaubitz bei Riesa aufgewachsen ist, in den vergangenen vier Jahren kaum einen freien Tag gegönnt. Er hat seine Weinberge gepflegt und eine neue Anlage aufgerebt. Anpacken kann der gut trainierte Weinfachmann, der sich in seiner knappen Freizeit als Leichtathlet in den Wurfdisziplinen betätigt.

Filigraner geht es bei der Sektherstellung zu. Seine hochwertigen Lagen- und Jahrgangssekte werden nach traditioneller Flaschengärung hergestellt. Geduld sei dabei wichtig, sagt Weber und schmunzelt, denn eigentlich kann er keine halbe Stunde am Stück einfach nur so herumsitzen. Langweilig ist es dem Weinfachmann bei der Reife seiner Sekte aber auch nie geworden. Quasi ganz nebenbei baut er nämlich noch die Räume für seine Sektmanufaktur aus, in einem alten Gehöft am Rande des Meißner Spaargebirges. „Ohne die Hilfe meiner Eltern, meiner Freundin und ihrem Opa sowie die Unterstützung von Freunden wäre das natürlich nicht zu schaffen“, betont Weber. Auch auf das Weingut Matyas könne er immer zählen, wenn er Hilfe benötigt. Während seines Studiums an der renommierten Hochschule in Geisenheim im Rheingau und während Praktika bei namhaften Sektherstellern sei bei ihm die Begeisterung für den prickelnden Genuss entstanden, erinnert sich Weber. Noch während des Studiums hat er sich um Rebflächen in seiner sächsischen Heimat bemüht, bewirtschaftet inzwischen rund 1,5 Hektar. Die nächste Erweiterung hat er bereits in Sicht.

Für seine Sekte verwendet der Winzer nach eigenen Angaben ausschließlich naturnah erzeugte, handverlesene sächsische Trauben. Das meiste Lesegut stammt von den eigenen Rebflächen. „Die Qualität der Trauben ist besonders wichtig, dafür ist entsprechender Aufwand im Weinberg erforderlich.“ Die von Hand zum für Sekt optimalen Zeitpunkt geernteten Trauben würden äußerst schonend verarbeitet, dazu gehört die Ganztraubenpressung. Die Mostausbeute sei dabei geringer als bei der Weinbereitung, erklärt der Experte. In den vergangenen Monaten hat er die Hefe in den Flaschen abgerüttelt, wozu zunächst die noch mit Kronkorken verschlossenen Flaschen in hölzernen Rüttelpulten langsam von Hand gedreht und dabei immer steiler gestellt werden. Hat sich die Hefe in den Flaschenhälsen gesammelt, kommen die Flaschen ins Eisbad. Beim anschließenden Degorgieren schießt der gefrorene Hefepfopfen mit lautem Knall heraus, der Sekt wird mit einer Dosage versetzt, verkorkt und mit einer Agraffe verschlossen. „Das ist bei mir alles Handarbeit“, sagt der bescheiden auftretende Sektmacher. Von seinen ersten beiden Jahrgängen will er insgesamt rund 10 000 Flaschen der edlen Sektkreationen verkaufen.

Sachsen sei geradezu prädestiniert für hochwertige Sekte, ist der Fachmann überzeugt und zielt mit dieser Aussage vor allen Dingen auf das Klima ab. Das sei vergleichbar mit dem der französischen Champagne, wo die wahrscheinlich berühmtesten Schaumweine der Welt hergestellt werden. Aus der Champagne schwappte die Sekttradition auch vor 180 Jahren nach Sachsen. Daran will Weber anknüpfen.

Die Geschäftsführerin des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth, Sonja Schilg, freut sich übrigens über den neuen Mitstreiter. Es sei für die Weinbauregion immer von Vorteil, wenn sich junge, gut ausgebildete Leute in der Branche engagierten. Wackerbarth versteht sich als Nachfolger der Bussard-Sektkellerei und setzt dabei ebenfalls auf klassische Flaschengärung.

Zum Start hat die Sektmanufaktur Perlgut vier verschiedene Sekte (Riesling, Weißburgunder, Rosé und Spätburgunder Blanc de Noir) vorgestellt. „Das Sortiment wird nach und nach erweitert“, kündigte Weber an. Schon für seine Premierensekte hat er von Weinfachleuten aus Gastronomie und Fachhandel viel Lob erhalten. Die exklusiven Kreationen gibt es vorerst im Weingut Matyas in Coswig sowie in ausgewählten Vinotheken und nach Terminvereinbarung direkt beim Winzer.

www.perlgut.de

Von Lars Müller

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