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Neue Schmiedepresse verbessert Freitaler Stahl

Investition ins Edelstahlwerk Neue Schmiedepresse verbessert Freitaler Stahl

Freitals Edelstahlwerk machte für fünf Millionen Euro Schmiedekomplex für die Zukunft fit. Am Donnerstag ist eine neue Schmiedepresse in Betrieb gegangen. Mit ihr macht der größte Arbeitgeber der Stadt einen Sprung bei Qualität und Effizienz.

Mit Blick auf ein glühendes Stahlteil und Computermonitor steuert David Hennig aus einer angenehm temperierten Kabine heraus die Schmiedepresse.

Quelle: Silvio Kuhnert

Freital. Was für den Schmied der Hammer ist für ein Stahlwerk die Presse. Sie bringt das glühende Eisen in die gewünschte Form. Und damit auch künftig bei Freitals größtem Arbeitgeber die Aufträge für Sonderstähle und Speziallegierungen nicht ausgehen, hat die BGH Edelstahl GmbH in eine neue Schmiedepresse investiert. „Mit Stolz blicken wir auf die 20-Meganewton-Presse“, sagte Edelstahlwerk-Geschäftsführer Alexander Grosse, als die Maschine am Donnerstag offiziell in Betrieb ging: „Sie ermöglicht uns, einen Rohblock automatisch auf das gewünschte Maß zu schmieden.“

Gewaltige Greifarme ziehen oder schieben von zwei Seiten den glühend heißen Stahl unter der Presse hin und her

Gewaltige Greifarme ziehen oder schieben von zwei Seiten den glühend heißen Stahl unter der Presse hin und her .

Quelle: Silvio Kuhnert

Rund 160 Tonnen Gewicht bringt die neue Schmiedepresse auf die Waage. Mit einer Kraft von rund 2000 Tonnen drückt sie auf den glühenden Stahl. „Das entspricht in etwa dem Gewicht von 1300 Mittelklasse-Pkws“, informierte Grosse. Die Freitaler Stahlwerker bewegen sich sozusagen in der Schwergewichtsklasse. Das Werkstück, das zur Einweihung vor rund 80 geladenen Gästen geschmiedet wurde, wiegt selbst acht Tonnen. Rhythmisch fährt die Presse auf und nieder. Unter der enormen Kraft, die auf den glühenden Stahl schlägt, wirkt er wie Knetgummi.

Die neue Schmiedepresse ist das Kernstück einer Großinvestition von rund fünf Millionen Euro, um das Stahlwerk für die Zukunft zu rüsten und die rund 700 Jobs im Werk zu sichern. Zum einen können die Stahlwerker damit die Qualität ihrer Produkte verbessern, die Halbzeug, Stäbe und Drähte aus Sonderstählen umfassen. „Mit der neuen Presse erreichen wir eine höhere Materialdichte sowie bessere Eigenschaften“, so Grosse.

Zum anderen kann das Stahlwerk mit ihr Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Mit der neuen Anlage schreitet die Digitalisierung von Arbeitsprozessen weiter voran. Die Presse ist mit den Abteilungen Arbeitsvorbereitung und Werkstofftechnik vernetzt und automatisiert Arbeitsvorgänge, die bisher manuell geleistet werden mussten.

Mit der gleichzeitigen Anpassung von Transportwegen und Fertigungsabläufen zwischen Stahlwerk und Schmiede steigt auch die Energieeffizienz des Werkes: Bisher wurden die Blöcke nach dem Gießen gelagert, wodurch sie auskühlten. Bei der späteren Weiterverarbeitung mussten sie erst wieder erhitzt werden. Dieser Arbeitsschritt entfällt nun und die noch warmen Blöcke gehen direkt an die Presse. „Durch die Warmübergabe der Blöcke zur neuen Schmiedepresse wird der Erdgasverbrauch verringert“, berichtete Projektleiter Per Klaas. Zugleich optimiert sich die Fahrweise der Walzstraße, da die Presse den ersten Walzvorgang übernimmt.

Zur Einweihung war auch Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) gekommen. Laut ihm hat das Edelstahlwerk die richtige Antwort auf die Herausforderung einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft gefunden. „Es muss in Fabriken und in die Automatisierung investiert werden, damit wir auch in Zukunft mit weniger Menschen noch produzieren können“, so der Minister. Jährlich gehen rund 60000 Sachen in Rente und nur etwa 30000 junge Leute rücken in die Arbeitswelt nach.

Von SIlvio Kuhnert

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