Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Neue Schmiedepresse verbessert Freitaler Stahl
Region Umland Neue Schmiedepresse verbessert Freitaler Stahl
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:07 24.08.2017
Mit Blick auf ein glühendes Stahlteil und Computermonitor steuert David Hennig aus einer angenehm temperierten Kabine heraus die Schmiedepresse. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Freital

Was für den Schmied der Hammer ist für ein Stahlwerk die Presse. Sie bringt das glühende Eisen in die gewünschte Form. Und damit auch künftig bei Freitals größtem Arbeitgeber die Aufträge für Sonderstähle und Speziallegierungen nicht ausgehen, hat die BGH Edelstahl GmbH in eine neue Schmiedepresse investiert. „Mit Stolz blicken wir auf die 20-Meganewton-Presse“, sagte Edelstahlwerk-Geschäftsführer Alexander Grosse, als die Maschine am Donnerstag offiziell in Betrieb ging: „Sie ermöglicht uns, einen Rohblock automatisch auf das gewünschte Maß zu schmieden.“

Gewaltige Greifarme ziehen oder schieben von zwei Seiten den glühend heißen Stahl unter der Presse hin und her . Quelle: Silvio Kuhnert

Rund 160 Tonnen Gewicht bringt die neue Schmiedepresse auf die Waage. Mit einer Kraft von rund 2000 Tonnen drückt sie auf den glühenden Stahl. „Das entspricht in etwa dem Gewicht von 1300 Mittelklasse-Pkws“, informierte Grosse. Die Freitaler Stahlwerker bewegen sich sozusagen in der Schwergewichtsklasse. Das Werkstück, das zur Einweihung vor rund 80 geladenen Gästen geschmiedet wurde, wiegt selbst acht Tonnen. Rhythmisch fährt die Presse auf und nieder. Unter der enormen Kraft, die auf den glühenden Stahl schlägt, wirkt er wie Knetgummi.

Die neue Schmiedepresse ist das Kernstück einer Großinvestition von rund fünf Millionen Euro, um das Stahlwerk für die Zukunft zu rüsten und die rund 700 Jobs im Werk zu sichern. Zum einen können die Stahlwerker damit die Qualität ihrer Produkte verbessern, die Halbzeug, Stäbe und Drähte aus Sonderstählen umfassen. „Mit der neuen Presse erreichen wir eine höhere Materialdichte sowie bessere Eigenschaften“, so Grosse.

Zum anderen kann das Stahlwerk mit ihr Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Mit der neuen Anlage schreitet die Digitalisierung von Arbeitsprozessen weiter voran. Die Presse ist mit den Abteilungen Arbeitsvorbereitung und Werkstofftechnik vernetzt und automatisiert Arbeitsvorgänge, die bisher manuell geleistet werden mussten.

Mit der gleichzeitigen Anpassung von Transportwegen und Fertigungsabläufen zwischen Stahlwerk und Schmiede steigt auch die Energieeffizienz des Werkes: Bisher wurden die Blöcke nach dem Gießen gelagert, wodurch sie auskühlten. Bei der späteren Weiterverarbeitung mussten sie erst wieder erhitzt werden. Dieser Arbeitsschritt entfällt nun und die noch warmen Blöcke gehen direkt an die Presse. „Durch die Warmübergabe der Blöcke zur neuen Schmiedepresse wird der Erdgasverbrauch verringert“, berichtete Projektleiter Per Klaas. Zugleich optimiert sich die Fahrweise der Walzstraße, da die Presse den ersten Walzvorgang übernimmt.

Zur Einweihung war auch Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) gekommen. Laut ihm hat das Edelstahlwerk die richtige Antwort auf die Herausforderung einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft gefunden. „Es muss in Fabriken und in die Automatisierung investiert werden, damit wir auch in Zukunft mit weniger Menschen noch produzieren können“, so der Minister. Jährlich gehen rund 60000 Sachen in Rente und nur etwa 30000 junge Leute rücken in die Arbeitswelt nach.

Von SIlvio Kuhnert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die erste große bundesweite Ausstellung über Leben, Wirken und Verehrung des Bischofs Benno von Meißen (um 1010-1106) in der Albrechtsburg Meißen haben bisher 25 000 Menschen besucht. „Ein Schatz nicht von Gold“ besichtigten dabei seit Anfang Mai auch viele Gruppentouristen, vor allem aus Süddeutschland, wie die staatliche Schlösserverwaltung zur Halbzeit am Mittwoch in Dresden mitteilte.

24.08.2017

In Dresden herrscht allenthalben Begeisterung über den geplanten Ski-Weltcup am Elbufer. Rathaus und Stadtrat sind mehrheitlich dafür. Durch die Staatsregierung geht dagegen offenbar ein Riss, zu dessen Begleitmusik regionalpolitische Verstimmungen gehören.

25.08.2017

Auf Grund des Seifenkistenrennens in Freital wird die Steigerstraße vom 25. bis zum 28. August gesperrt. Das betrifft auch die Buslinie C, die über die Kohlenstraße mit Stichfahrten zum Meßweg in Richtung Kleinnaudorf umgeleitet wird.

24.08.2017