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Neue Freitreppe an der Roten Schule in Meißen wird im Sommer fertig

Auch das Teufelsei findet endlich einen Platz Neue Freitreppe an der Roten Schule in Meißen wird im Sommer fertig

Steht man vor dem Archiv- und Verwaltungsbau, auch „Rote Schule“ genannt, führt derzeit nur eine provisorisch Holztreppe ins Innere. Dies soll sich bis zum Sommer ändern. Die Bauarbeiten an der neuen Freitreppe laufen auf Hochtouren. Dieses neue Schmuckstück für die Domstadt wird nach historischem Vorbild gebaut.

Das Fundament der Treppe steht. Nun kommen die Wandschalungs- und Bewehrungsarbeiten dran.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Meissen. Steht man vor dem Archiv- und Verwaltungsbau, auch „Rote Schule“ genannt, führt derzeit nur eine provisorisch Holztreppe ins Innere. Dies soll sich bis zum Sommer ändern. Die Bauarbeiten an der neuen Freitreppe laufen auf Hochtouren. Dieses neue Schmuckstück für die Domstadt wird nach historischem Vorbild gebaut und mit modernen Elementen verknüpft. Die alte zweiläufige Treppe wurde bereits Ende des vergangenen Jahres abgerissen. An dieser Stelle entsteht nun eine einläufige Variante. Dadurch gewinnt der vor dem Gebäude gelegene Schulplatz mehr Raum. Das ist auch gut so, denn künftig soll hier ein belebter Klosterhof entstehen. Denn die Gebäude gegenüber der Roten Schule gehörten früher zum innerstädtischen Kloster. „Der Platz soll für Handel geöffnet werden. Auch eine Klosterweihnacht könnte hier stattfinden“, sinniert Oberbürgermeister Olaf Raschke.

Linda Hillig vom Ziegelwerk in Nossen und Stadtplanerin Katja Lamnek sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen der neuen Ziegel

Linda Hillig vom Ziegelwerk in Nossen und Stadtplanerin Katja Lamnek sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen der neuen Ziegel.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Doch erstmal steht die Treppe im Mittelpunkt. Die neue Variante orientiert sich an dem Original, welches zu damaligen Zeiten von Carl August Schramm entworfen wurde. Schon in etwa vier Wochen soll der Rohbau fertig sein, das Fundament steht bereits und Interessierte können die künftige Form bereits erkennen. Eine dekorative Besonderheit stellen die Formsteine dar, welche an der abgestuften und geschlossenen Treppenbrüstung angebracht werden. Dafür beauftragte die Stadt das regionale Unternehmen Ziegelwerk Huber aus Nossen.

Traditionelles Handwerk ist das Aushängeschild des Betriebes und die Steine für Meißen werden in Handarbeit hergestellt. „Es gibt nur noch wenige Ziegelwerke, welche diese Art der Steine herstellt, das war auch einer der Gründe, warum wir uns für diese Firma entschieden haben. Auch wenn dafür etwas mehr Geld in die Hand genommen werden musste“, erklärt Bauplaner Jürgen Voigt. Die Elemente sind in ähnlicher Gestalt auch in der Fassade des Hauses, an den Fensterwänden und Geschossgesimsen, zu finden. Zusammen mit der Denkmalschutzbehörde wurden die neuen Formsteinmuster ausgewählt.

Die Zierklinker vom Nossener Ziegelwerk spiegeln den damaligen Trend der im Historismus und in der frühen Neugotik entstandenen Gebäude wieder. „Damit gelingt es uns, der künstlerischen, städtebaulichen und baugeschichtlichen Bedeutung des Gebäudes gerecht zu werden“, freut sich OB Raschke.

Die Elemente an der Fassade lieferten eine Vorlage

Die Elemente an der Fassade lieferten eine Vorlage.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Natürlich erfüllt die Treppe nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern vor allem einen praktischen Nutzen. Dieser wird, im Gegensatz zur früheren Variante, um Barrierefreiheit erweitert. Die witterungsgeschützte Rampe wird unter der neuen Freitreppe entlang geführt.

Mit dem neuen Schmuckstück an der Roten Schule wurde nun endlich auch ein geeigneter Platz für das „Meißner Teufelsei“ gefunden, welches vom Hobby-Geologen Holger Sickmann vergangenen Herbst im Triebischtal entdeckt wurde. In einer Nische der Verlängerung des Treppenzuganges kann das berühmte vulkanische Gestein, welches nur an wenigen Stellen in Deutschland zu finden ist, beleuchtet hinter einer Glaswand bestaunt werden. Rund um die Uhr.

Den Umbau der Treppe führt die Firma Brumm Bau aus. Sobald der Ausbau der Roten Schule zum Archiv- und Verwaltungsgebäude abgeschlossen ist, werden Fassade und Schulplatz, dann Klosterhof, erneuert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,75 Millionen Euro. Teilweise werden die Ausgaben, wie beispielsweise die Sanierung des Kellers mit 230 000 Euro, aufgrund des Hochwassers gefördert.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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