Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Neue Bootshalle in Radebeul wird bis Ende 2017 fertig
Region Umland Neue Bootshalle in Radebeul wird bis Ende 2017 fertig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:29 18.10.2017
Arbeiter werkeln im Bootshaus derzeit an einem Stahlbetonrahmen, der das denkmalgeschützte Gebäude statisch sichern soll. Quelle: Uwe Hofmann
Anzeige
Radebeul

Geht es um den Hochwasserschutz, ist die Terrasse der wichtigste Ort für die Ruderabteilung des SSV Planeta. Auf dem Dach des Bootshallenneubaus gelegen, hat man von dort nicht nur einen schönen Blick auf die an Altkötzschenbroda vorbeifließende Elbe. Sondern auch trockene Füße. Selbst bei einem Hochwasser, wie es statistisch alle 200 Jahre vorkommt. Für die durch die Elbefluten 2002 und 2013 gebeutelten etwa 200 Radebeuler Ruderer gibt es damit den lange ersehnen sicheren Hafen: Herrscht an der Elbe wieder Hochwasseralarm, brauchen sie nur die Boote aus der Halle holen und aufs Dach legen. Dort sollten sie sicher sein.

Die neue Bootshalle in Radebeul wird bis Ende 2017 fertig

Die Bootshallenneubau, der bis Ende des Jahres für rund eine Million Euro auf der Festwiese entsteht, steht dann freilich im Wasser – so wie sein Vorgänger all die Jahre zuvor. Er ist aber so ausgelegt, dass er das aushält. „Tore auf, Flut rein, Flut raus, abkärchern“, umschreibt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) das Prinzip. Schäden sollen dabei keine zurückbleiben, auch nicht am Ruderbecken, das derzeit neu entsteht. Das alte musste beim Abriss der früheren Bootshalle zerlegt werden und ließ sich nicht mehr so zusammensetzen, dass die beteiligten Baufirmen für die Dichtheit garantieren wollten. Mit knapp 55 000 Euro Kosten für den Neubau ist man bei der Besitzgesellschaft Radebeul (BGR), die das zu 80 Prozent mit Hochwasserfördermitteln finanzierte Sanierungsprojekt leitet, überzeugt, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Erste Beckenaufbau-Angebote hatten noch Kosten über mehr als 90 000 Euro ausgewiesen.

Ein Fünftel der Sanierungskosten zahlt die Stadtkasse, weshalb die Sportstätteninvestition im Stadtrat heiß umstritten ist. Erst Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) konnte die Wogen einigermaßen glätten und ein Sanierungspaket schnüren. Dessen Auswirkungen sieht man jetzt: Auf dem Bootshausneubau steht ein kleines Haus. Darin befinden sich ein Treppenhaus und die Haustechnik – in hochwassersicherer Höhe. Es gibt Planungen, das schmucklose Penthouse um Sanitär-, Fitness- und Mehrzweckräume zu erweitern – zweiter Bauabschnitt heißt das in Lehmanns Bootshaus-Paket. Aus Vereinssicht ist der dringend nötig, ob die 800 000 Euro teure Investition wirklich direkt im Anschluss an den ersten Abschnitt angegangen werden kann, müssen die Stadträte noch im Herbst entscheiden. Schließlich müssten dann weitere rund 360 000 Euro aus der Stadtkasse fließen. Der Rest kommt aus Sportfördermitteln.

Auch bei der Sanierung des alten Bootshauses, einem denkmalgeschützten Bau aus dem Jahr 1923, wird wohl noch über das Geld zu reden sein. 400 000 Euro waren für die Dach- und Deckensanierung angedacht. Wie das bei alten Gemäuern so ist, haben sich jedoch eine Reihe von Problemen aufgetan, die vor Beginn der Sanierung nicht erkenntlich waren. Vor allem die Statik macht Planer Frank Müller vom Architektenbüro „aT2“ Probleme. Dach und Decke gründen auf demselben Lager, so dass eine getrennte Sanierung gar nicht möglich ist. Zudem wurde das ausgefachte Dach mit einer viel zu schweren Schlacke gedämmt. Über die Jahre hat sich deshalb das ganze Haus verzogen und gesenkt. Drittes Problem: Das Haus wurde nicht richtig gegründet, liegt auf einem Lehmboden, der im Hochwasserfall in Bewegung gerät. Arbeiter ziehen deswegen einen tiefgründenden Stahlbeton-Rahmen durch die Gebäudemitte, der das Haus im Boden halten und versteifen soll. Erst danach ist an die eigentliche Sanierung zu denken, bei der im Erdgeschoss Raum für die Kanuten geschaffen werden, darüber der Vereinsraum wieder entstehen soll.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Sonnabend, 21. Oktober, und Sonntag, den 22. Oktober kommt es auf der Linie RB 71 aufgrund eines Brückenabrisses zu geänderten Abfahrtszeiten und zum Einsatz von Schienenersatzverkehr zwischen Pirna und Sebnitz sowie in der Gegenrichtung.

17.10.2017
Umland Asklepios Sächsische Schweiz Klinik - Vorträge der „Patientenakademie“ in Sebnitz

Die „Patientenakademie“ der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik veranstaltet regelmäßig Vortragsreihen zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen. Am 24. und 26. Oktober geht es um die Themen Patientenverfügung und Brustkrebs.

17.10.2017
Umland Gästeführung durch Radebeul - Auf den Spuren der Winzer

Auf den Spuren der Winzer durch die Oberlößnitz können Besucher und Ortsansässige am Sonntag, den 22. Oktober in Radebeul wandeln. Während der Gästeführung der Tourist-Information Radebeul lernen Teilnehmer ab 14 Uhr Wissenswertes über den Ort und seine Winzer kennen.

17.10.2017
Anzeige