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Naturnahe Beisetzung seit zwei Monaten möglich

Friedewald in Coswig Naturnahe Beisetzung seit zwei Monaten möglich

Der erste Eindruck des Bestattungswaldes „Naturruhe Friedewald“ ist nicht der eines Friedhofes – und das soll auch so sein. „Die Erhaltung der Natürlichkeit ist uns sehr wichtig. Wir möchten den Angehörigen ein trostspendendes Waldgebiet bieten“, erklärt Daniel Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen.

Eine vorbereitete Grabstelle für die anstehende Beisetzung.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Coswig. Der erste Eindruck des Bestattungswaldes „Naturruhe Friedewald“ ist nicht der eines Friedhofes – und das ist so gewollt. „Die Erhaltung der Natürlichkeit ist uns sehr wichtig. Wir möchten den Angehörigen ein trostspendendes Waldgebiet bieten“, erklärt Daniel Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen, der Betreiber des Bestattungswaldes und Leiter der wettinischen Forstverwaltung.

Seit dem 1. Oktober dieses Jahres können sich Menschen in dem Waldstück am Kreyernweg beisetzen lassen. 30 Bestattungen fanden seitdem statt. Daniel von Sachsen hat den Bestattungswald über sechs Jahre vorbereitet. Im Juni gab dann der Stadtrat grünes Licht. „Die letzten eineinhalb Jahre haben wir richtig Gas gegeben, um den Wald endlich eröffnen zu können. Die Nachfrage ist bereits seit dem Sommer sehr groß“, berichtet von Sachsen. Vier Mitarbeiter und zwei Forstarbeiter pflegen den Bestattungswald. An der Mittleren Bergstraße 85 gibt es inzwischen auch ein Büro als Anlaufstelle für Angehörige und Interessierte.

Bei kostenlosen Führungen durch die Naturruhe Friedewald kann ein Baum bereits zu Lebzeiten ausgewählt und reserviert werden – auch als Partner- oder Familienbaum. Es stehen unter anderem Eichen, Buchen und Kastanien zur Auswahl. Darüber hinaus gibt es die Option, einen Baum pflanzen zu lassen. „Diese Möglichkeit nutzen vor allem Menschen mittleren Alters. Der Wunschbaum wird in der Baumschule aufgezogen und anschließend im Bestattungswald platziert. Es müssen natürlich heimische Baumarten sein, Exoten sind nicht möglich“, so von Sachsen. Im jetzigen Quartier gibt es 25 Pflanzplätze, einige davon sind bereits jungen Bäumen gefüllt.

Ein Partnerbaum kostet zwischen 2800 und 5000 Euro. Der Preis für einen frei gewählten Gemeinschaftsbaum variiert zwischen 700 und 1700 Euro. Einen zugewiesenen Urnenplatz an einem Gemeinschaftsbaum gibt es bereits ab 450 Euro. Zu den Preisen kommt jeweils noch die Beisetzungsgebühr in Höhe von 300 Euro dazu.

„Die Partnerbäume sind sehr gefragt, dicht gefolgt von den Familienbäumen. Hier sind bereits alle Buchen der Preiskategorie eins und zwei vergeben“, informiert der studierte Forstwissenschaftler von Sachsen. Die Namen und die Lebensdaten der beigesetzten Personen werden in ein 10 mal 12 Zentimeter großes Schild eingraviert. Auf Wunsch kann das Grab auch anonym bleiben. Maximal zwölf Urnen finden pro Baum einen Platz, danach ist Schluss. Die Gräber bleiben für immer bestehen und werden nicht wieder freigegeben. Ist ein Quartier gefüllt, wird es für Bestattungen geschlossen und ein neues eröffnet.

Insgesamt hat die verfügbare Waldfläche eine Größe von 40 Hektar und befindet sich im Besitz der wettinischen Fortwirtschaft. Nach und nach werden einzelne Quartiere zur Nutzung freigegeben. Das erste Quartier hat eine Fläche von drei Hektar. Bereits 15 Prozent der ausgewiesenen Bäume sind reserviert.

Die Beisetzungen können von den Angehörigen ganz individuell gestaltet werden. „Wir haben bisher ein sehr positives Feedback von unseren Kunden erhalten. Viele bezeichneten die Art der Beisetzung als besonders befreiend und hilfreich für die Trauerbewältigung“, erzählt Daniel von Sachsen. Der Andachtsplatz im Wald bietet Plätze für 70 Personen. Für Beisetzungen im Kreis von bis zu 30 Personen können mobile Holzbänke direkt an der Grabstelle platziert werden.

Nach der Bestattung kann die Familie so lange an dem Baum verweilen, wie sie möchte. Auf großen Grabschmuck muss bei dieser Beisetzungsvariante allerdings verzichtet werden. Die Grabstelle wird vor der Zeremonie dezent geschmückt und kleine Beigaben können niedergelegt werden. Diese werden nach zwei Tagen entfernt und dann sind nur noch sehr dezente und naturähnliche Dekorationselemente erwünscht. „Statt in großen und vergänglichen Grabschmuck zu investieren, gibt es die Möglichkeit, eine Bankpatenschaft zu erwerben. Diese wird dann mit einem kleinen Spenderschild versehen und in der Nähe des Baumes aufgestellt“, informiert von Sachsen.

Seit dem 2. Dezember gibt es in der Region auch öffentliche Hinweisschilder im Straßenverkehr, auf denen sich allerdings ein bedauerlicher Fehler eingeschlichen hat. Statt „Friedewald“ ist „Friedwald“ zu lesen. Die Friedwald GmbH ist ein eigenständiges Unternehmen und fungiert unabhängig vom Coswiger Bestattungswald.

weitere Informationen unter www.naturruhe-friedewald.de

Von Lisa-Marie Leuteritz

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