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Naturhüter der Sächsischen Schweiz inspirieren Ranger aus Mosambik

Kollegen unter sich Naturhüter der Sächsischen Schweiz inspirieren Ranger aus Mosambik

Mit einer Fläche von rund 7000 Quadratkilometern betreuen die Rangerin Alfa und ihre vier Kollegen den Banhine-Nationalpark im Süden Mosambiks, ein verhältnismäßig kleines Naturreservat in Afrika. Trotzdem kamen sie im mehr als 75 mal so kleinen Nationalpark Sächsische Schweiz aus dem Staunen nicht heraus.

Hanspeter Mayr vom Nationalpark Sächsische Schweiz (l.) zeigt der Mosambikanerin Rangerin Alfa (3.v.l.) und ihren vier Kollegen aus dem Nationalpark Bahine die wundervolle Aussicht von den Schrammsteinen.

Quelle: Archiv Nationalparkverwaltung, Tim Bornholdt

Pirna.

Denn im Rahmen einer gemeinsamen Initiative mit dem Nationalpark Unteres Odertal, der seit 2014 eine feste Partnerschaft mit dem Bahine-Nationalpark in Mosambik pflegt, konnten die fünf Ranger aus dem südwestafrikanischen Land am vergangenen Freitag und Sonnabend Einblicke in die Arbeit im Nationalpark Sächsische Schweiz gewinnen. Natürlich stand dabei auch ein Besuch der Bastei auf dem Programm, die mit jährlich etwa 1,5 Millionen Besuchern gut die Hälfte der Gesamtzahl im Nationalpark stellt. „Diese Tatsache fanden die Ranger überaus interessant“, erklärt Mayr. Denn seine mosambikanischen Kollegen kamen zu dem Rückschluss, dass auch in ihrem Nationalpark einzelne Anziehungspunkte geschaffen werden müssten, die die verbleibenden Wildnisbereiche des Nationalparks entlasten. Doch das ist gar nicht so einfach, den der Bahine-Nationalpark muss sich weitgehend selbst finanzieren.

Die Naturhüter aus Afrika hatten darüber hinaus auch viel Spaß bei ihrem Besuch im Elbsandsteingebirge. „Die Ranger steckten mit ihrer guten Laune alle entgegenkommenden Wanderer an“, so Mayr, der zudem selbst das ein oder andere mal ungläubig aus der Wäsche guckte. Denn trotz der für die Afrikaner hin und wieder abenteuerlich anmutenden und steilen Steige in der Sächsischen Schweiz – der Bahine-Nationalpark ist weitgehend flach – sei die Arbeit hier nicht ganz so gefährlich wie der Heimat, wie Ranger Lionell erzählte. Im Banhine-Nationalpark werde man schon ab und zu von bis zu 20 Wilderern unter Beschuss genommen, wenn man versuche, Löwen, Elefanten und Strauße in freier Wildbahn zu schützen, so der Ranger. Dennoch hielt der Mosambikaner fest: „I really like my Job!“Doch nicht nur die Afrikaner konnten von dem Erfahrungsaustausch profitierten. „Für mich war die spürbare Übereinstimmung beeindruckend, dass wir bei allen Unterschieden doch für das gleiche Ziel arbeiten, eine wertvolle Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten und erlebbar zu machen“, erzählt Mayr.

Zudem wolle man in Zukunft die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz noch mehr intensivieren, denn auch in Afrika spielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Nationalparks verschiedener Staaten eine immens wichtige Rolle, wie die Ranger betonten. Möglich gemacht hat dieses Treffen die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die den Austausch zwischen europäischen und afrikanischen Nationalparks gezielt fördert. Mittlerweile sind so über 2000 Reservate mit einander vernetzt.

Über dieses Netzwerk verwirklichen auch der Banhine-Nationalpark in Mosambik und Nationalpark Unteres Odertal das gemeinsame Projekt, welches letztlich auch den Besuch der Ranger in der Sächsischen Schweiz ermöglichte. Tim Bornholdt aus Nationalparkverwaltung Unteres Odertal erklärt, warum gerade diese Art von Austausch die sinnvollste ist: „Der Schutz möglichst unbeeinflusster Natur ist bei allen Nationalparks oberstes Ziel. Die Bedingungen sind aber sehr unterschiedlich. Und genau diese Unterschiede sind es, die den Beteiligten neue Blickwinkel und Impulse bringen.“

Bei ihrem vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland sollen die Ranger hauptsächlich das Management anderer Nationalparks kennenlernen.

Von Sebastian Burkhardt

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