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Umland Nachfolger für traditionsreiches Papeterie-Geschäft in Meißen gesucht
Region Umland Nachfolger für traditionsreiches Papeterie-Geschäft in Meißen gesucht
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16:33 16.09.2013

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"Brück & Sohn" steht für einen Kunstverlag mit Familientradition, berühmt geworden durch Postkarten und Adventskalender. Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens, nach sechs Generationen, soll jetzt ein externer Inhaber den Laden übernehmen. Leicht fällt es der 57-Jährigen nicht, ihr "Baby", wie sie es nennt, aus den Händen zu geben. Seit ihrer Kindheit wollte sie nichts anderes, als hier zu arbeiten. Der Vater, Dietmar Brück, hatte sie mitgenommen in die Druckereien und zum Fotografieren, immer war sie mitten drin im Geschehen. "Als Kind wollte ich auch im Laden bedienen und wunderte mich, warum die Leute mich nicht ansprachen. Ich wusste doch schließlich über alles Bescheid", erinnert sie sich schmunzelnd.

1987 übernahm sie dann schließlich das Geschäft vom Vater, genauer: sie kaufte es ihm ab. Ursprung dieses ungewöhnlich anmutenden Verlaufs waren Vorgaben der DDR-Regierung. Private Verlage durften nicht verstaatlicht, aber auch nicht von einem Nachfahren übernommen werden. Dietmar Brück aber exportierte Kunstdrucke nach England, was horrende Devisen brachte. "Man wusste ganz genau, dass England nicht mit einem kommunistischem Land zusammenarbeiten würde, deswegen fand man in unserem Fall eine Sonderregelung", so Annette Brück. Sie kaufte das Unternehmen, konnte die Summe aber zu 100 Prozent von der Steuer absetzen.

Das Geschäft bei "Brück & Sohn" lief gut, da macht auch die "Amtszeit" unter Annette Brück keine Ausnahme. 1793 gegründet, verdingten sich die ersten drei Generationen als Buchbinder. Als eine der ersten Verlage bot das Unternehmen ab 1897 auch Postkarten an. Walter Brück, der Großvater der heutigen Chefin, verkaufte erstmals Glückwunschkarten, Dietmar Brück spezialisierte sich auf den Export nach England und Annette Brück hat den Adventskalender mit historischen Stadtansichten für sich entdeckt. "Seit 1998 haben wir damit einen gigantischen Erfolg", sagt die 57-Jährige.

20 Jahre also ging alles gut. Dann kam die Diagnose: Brustkrebs. "Die Krankheit war für mich eine Botschaft. Ich war ausgebrannt, hatte mich verausgabt", gibt sie zu. Der 220 Quadratmeter große Laden wurde auf 80 Quadratmeter verkleinert, ein Nachfolger gesucht. "Ich habe meine Tochter gefragt. Obwohl unsere Kinder nie in die Firma wollten, dachte ich: Sie wird schon Feuer fangen. Sie hat ihrer kranken Mutter nichts abschlagen können und den Laden übernommen. Glücklich war sie dabei nicht", erzählt Annette Brück. Jetzt liegen die Prioritäten der Tochter bei der Gründung einer Familie. Deshalb sucht sie jetzt nach einen neuem Inhaber. Das Interesse sei da, einige Gespräche bereits geführt. Seine eigene Prägung soll der neue Inhaber dem Laden geben. Eines aber ist Annette Brück wichtig: Der Laden muss eine Papeterie bleiben.

Ganz zurück ziehen wird sich die 57-Jährige nicht. Gemeinsam mit ihrem Mann Helmut betreibt sie den Verlag, der sich in den Räumen direkt neben dem Laden befindet weiter. "Da sehe ich noch ganz viel ungenutztes Potenzial, weil ich mich bisher immer nur mit halber Kraft dort engagieren konnte." Auch der Ahnenforschung hat sie sich verschrieben, erst im vergangenen Mai besuchte sie einen entfernten Verwandten in Amerika.

Kontakt: Brück & Sohn, Burgstraße 1, Meißen, Tel.: 03521/45 24 86,

Mail: laden@brueck-und-sohn.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2013

Grödel, Christin

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