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Umland Nach tödlichem Stromschlag: Ermittlungen bestätigen „jugendlichen Leichtsinn“
Region Umland Nach tödlichem Stromschlag: Ermittlungen bestätigen „jugendlichen Leichtsinn“
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08:17 20.05.2018
Eine Kerze und Briefe erinnern an den schrecklichen Unfall am Pirnaer Bahnhof.
Pirna

Es sei eine spontane, völlig unüberlegte Idee gewesen, auf die Elektro-Lok zu klettern. Das haben die Ermittlungen um die Todesumstände einer 17-Jährigen Schülerin auf dem Bahnhof Pirna ergeben. Die Teenagerin war dort am Abend des 5. Mai von einem Hochspannungsblitz getroffen und tödlich verletzt worden. Die Entscheidung ist „wohl in Folge jugendlichen Leichtsinns“ unter ihr und ihrer 18-jährigen Mitschülerin gereift, teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden mit.

Alkohol war im Spiel

Ohne in diesem Moment an das Risiko eines Spannungsüberschlages zu denken und sich dessen bewusst zu sein, hätten sich die beiden Gymnasiasten „unbedacht“ auf die Lok setzen und dort auf die S-Bahn, die sie zu einer Tanzveranstaltung nach Dresden bringen sollte, warten wollen, heißt es aus Ermittlerkreisen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden leicht alkoholisiert. Anhaltspunkte für Drogen- oder sonstigen Substanzmissbrauch bestehen nicht, sagt die Staatsanwaltschaft.

Fremdverschulden wird ausgeschlossen

Ergebnisse der Leichenschau am Montag und Zeugenvernehmungen hätten indes die ersten Erkenntnisse bestätigt. Demnach hat die Jugendliche durch einen Stromschlag ihr Leben verloren. Ein Fremdverschulden oder gar eine Straftat schließen die Ermittler eindeutig aus. Fest steht: Die 17-jährige und ihre 18 Jahre alte Begleiterin, die inzwischen befragt worden ist, sind unberechtigter Weise über zwei Gleisstränge zu der am Nebengleis abgestellten Lokomotive gelaufen. Danach sei die Jüngere, eine leidenschaftliche Reiterin, voran geklettert. Ihre Begleiterin hätte unmittelbar an der S-Bahn-Lok gestanden, als sich von der Hochspannungsleitung (15000 Volt) ein Lichtbogen bildete und ein Kurzschluss das Oberleitungsnetz lahm legte.

17-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden

Ein Taxifahrer am Bahnhofsvorplatz habe zunächst gedacht, die Lok brennt und wählte den Notruf. Auch die 18-jährige Begleiterin, die laut Staatsanwaltschaft selbst nicht durch den Strom verletzt wurde, soll noch die Rettungskräfte herbeigerufen haben, bevor sie einen Schock erlitt und von einer Notärztin sowie Helfern des Kriseninventionsteams betreut wurde. Feuerwehrleute entdeckten später das tote Mädchen auf dem heruntergelassenen Abnehmer der Lok und konnten sie nur noch bergen.

Das Abi war gerade geschafft

Nach dem tragischen Ereignis wurde an ihrer Schule mit sämtlichen Mitschülern über das Unglück gesprochen, Seelsorger und Schulpsychologen halfen dabei, das Geschehene zu verarbeiten. An den Tagen vor der Tragödie hatten die Gleichaltrigen ihre letzte Abi-Klausur geschrieben. Auch am Mittwoch dieser Woche gedachten noch einmal besonders viele der tödlich Verunglückten. An diesem Tag wäre sie 18 Jahre alt geworden.

Daniel Förster

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