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Nach Tod einer 85-Jährigen in Hartha: Tierarzt warnt vorm Betreten einer Weide

Nach Tod einer 85-Jährigen in Hartha: Tierarzt warnt vorm Betreten einer Weide

Den tragischen Tod einer 85-Jährigen im Kurort Hartha kann Ordnungsamtsleiter Holger Jakob noch nicht recht fassen: "Über 40 Jahre ging sie den Trampelpfad zu ihrem Garten hoch und runter.

Nie ist etwas passiert", sagte gestern der Mitarbei-ter der Stadtverwaltung Tharandt. Er wohnt auch im Ortsteil Hartha, wo am Pfingstsonntag eine Kuhherde eine Rentnerin tot trampelte (DNN berichteten).

Der Trampelpfad führt über eine Wiese. Er ist als Schleichweg zwischen Ober- und Unterdorf bei Gartenbesitzern sowie bei Kindern beliebt. Zwei- bis dreimal im Jahr lässt die Agrarvereinigung Grumbach-Hartha GmbH dort allerdings ihre Kühe weiden. Die Geschäftsführung wollte sich gestern zu dem Vorfall nicht äußern. Ordnungsamtsleiter Jakob sieht keine Anzeichen für ein Fehlverhalten oder ein Versäumnis des Agrarbetriebs: "Augenscheinlich war alles in Ordnung." Die Wiese war mit einem Weidezaun gesichert. Mitarbeiter kontrollieren mehrmals täglich die Koppel und schauen nach den Kälbern und den trächtigen Kühen.

Lutz Gläser, Tierarzt des Ortes, warnt davor, eine Viehweide zu betreten: "Auf einer Weide haben Fremde nichts zu suchen." Rinder seien auf ihre Bezugspersonen geeicht. Unbekannte empfinden sie als Eindringlinge und reagieren auf sie mit Panik. "Jungrinder rennen in der Gruppe los", berichtet der Vete-rinär. Sie suchen einen ruhigen Ort, wenn sie den auf der Weide nicht finden, kann selbst ein Elektrozaun die Rinderherde nicht aufhalten. Die Kühe brechen aus.

Bei dem Unglücksfall in Hartha blieb das Vieh allerdings auf der Weide und attackierte die Frau. Rinder seien zwar Haustiere. Aber eine Mutterkuh könne sich wieder in ein Wildtier verwandeln. "Wird der Individualbereich des Muttertiers verletzt, ruft sie die anderen zu Hilfe und greift den Eindringling an, um das Jungtier zu verteidigen", so Gläser. Deshalb betreten Landwirte immer nur zu zweit eine Weide mit Mutterkühen.

Die 85 Jahre alte Frau war am Sonntagabend allein auf der Weide unterwegs, als sie einer Mutterkuh und ihrem Kalb zu nah kam. Als das Rindvieh auf sie los rannte, stürzte sie und wurde von weiteren Kühen attackiert. Jede Hilfe kam zu spät.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.05.2013

Silvio Kuhnert

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