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Umland Nach Bombenfund Lob und Schelte vom Oberbürgermeister
Region Umland Nach Bombenfund Lob und Schelte vom Oberbürgermeister
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09:47 01.02.2018
Klaus-Peter Hanke Quelle: Daniel Förster
Pirna

Aufgrund einer Bombenentschärfung mussten etwa 1800 Pirnaer am vergangenen Donnerstag ihre Wohnungen verlassen. Bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend fasste Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) die Geschehenisse zusammen und zog Bilanz aus dem Großeinsatz.

„Am Donnerstag wurden wir Zeugen eines einschneidenden Ereignisses: Gegen 11.30 Uhr wurde gemeldet, dass Bauarbeiter auf einem Feld bei Pirna-Sonnenstein eine Bombe gefunden hatten. Um 14 Uhr erfolgte die erste Beurteilung durch einen Bombenentschärfer“, berichtete Hanke. 16 Uhr wurde in Abstimmung mit der Polizei und der Stadtverwaltung die Evakuierung beschlossen. Zwei Turnhallen wurden vorbereitet, Busse bereitgestellt und Straßen gesperrt. 19.30 Uhr begannen die Hilfskräfte der Feuerwehr und der Polizei mit der Evakuierung. „Wir haben ein Bürgertelefon geschaltet, das rege genutzt wurde. Über 100 Anrufer meldeten sich und stellten Fragen. Sie brachten viel Verständnis für die Situation auf“, erklärte das Stadtoberhaupt. Gegen 23 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen, um 2.20 Uhr entschärfte der Kampfmittelbeseitiger die 250 Kilogramm schwere Bombe. „Wir hatten großes Glück, dass die Elf- und 17-Geschosser am Sonnenstein nicht evakuiert werden mussten. Das hätte noch viel länger gedauert.“ Die beiden Turnhallen wären in diesem Fall an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen, so der OB. Insgesamt 150 Feuerwehr- und Rettungskräfte sowie 280 Polizeibeamte aus ganz Sachsen waren im Einsatz. Hanke dankte dem Mitarbeitern im Landratsamt, welche die Warn-App „BIWAPP“ betreiben und die Nutzer rechtzeitig von der geplanten Evakuierung in Kenntnis setzten. Zudem lobte der Oberbürgermeister das schnelle Handeln und das Verständnis der Anwohner.

Neben den vielen Danksagungen fielen aber auch harte Worte in Richtung des Stadtrates Thomas Mache (Fraktion „Wir für Pirna – Freie Wähler“). Dieser hatte am vergangenen Donnerstag auf Facebook geschrieben, die Evakuierung sei „offensichtlich schlecht vorbereitet“ gewesen. Die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes hätten „überfordert“ gewirkt. „Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit sollten die freiwilligen Kräfte in den sozialen Medien nicht noch beleidigt und als unfähig diffamiert werden“, befand Hanke. Der Oberbürgermeister appellierte an den gesunden Menschenverstand und befand, das Verhalten des Stadtrates sei eine Gemeinheit gewesen. Mache wies die Vorwürfe entschieden zurück: Als Stadtrat habe sehe er sich in der Pflicht, den Bürger über die jeweilige Situation zu informieren. „Dafür möchte ich nicht öffentlich in Misskredit gebracht werden“, sagte Mache. Er habe keinesfalls jemanden beleidigen wollen. Hanke erwiderte: „Das ist wohl eine Frage der Auslegung.“

Von Junes Semmoudi

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