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Umland Moritzburger Wildkatze bekommt dieses Jahr ein neues Domizil
Region Umland Moritzburger Wildkatze bekommt dieses Jahr ein neues Domizil
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13:02 11.03.2018
In einer Baumhöhle hinterm Maschendrahtzaun hat es sich die Waldwildkatze bequem gemacht. In diesem Jahr soll sie ein Freiluftgehege bekommen. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Moritzburg

Frühlingsgefühle im Wildgehege Moritzburg – auch wenn die Temperaturen noch winterlich sind, bei strahlenden Sonnenschein ist die Liebe unter den Tieren ausgebrochen: Sikahirsche putzen sich gegenseitig, wie eine Liebkosung sieht dies aus. Im Wildschweingehege stellt der Eber einer Sau nach. Nur die Wildkatze lässt dies Treiben scheinbar kalt. Sie hat es sich in ihrer Baumhöhle bequem gemacht und hält ein Mittagsschläfchen. Erst nach einiger Zeit kommt sie aus ihrem Versteck heraus. Gähnend und sich immer wieder streckend spaziert sie durch ihre Anlage.

Die Tage in ihrem jetzigen Zuhause sind gezählt. Noch dieses Jahr soll die Wildkatze ein neues Gehege bekommen. „Die Wildkatzenanlage entspricht nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Zeit“, sagt Markus Biernath, Leiter des Forstbezirks Dresden. Käfighaltung ist nicht mehr angesagt. Daher soll die Europäische Waldwildkatze, so der vollständige Name, eine großzügige Freiluftanlage von rund 500 Quadratmetern bekommen. Rund 125000 Euro möchte der Forstbezirk Dresden, in dessen Verantwortung das Moritzburger Wildgehege mit 26 Tierarten und circa 250 Individuen fällt, für den Bau ausgeben. Im Oktober soll die Eröffnung des neuen Katzendomizils sein.

Dazu ist gleich zu Beginn des Monats, am Tag der Deutschen Einheit, ein großes Familienfest geplant. Denn das Wildgehege hat ein Jubiläum zu feiern, und zwar sein 60-jähriges Bestehen. Auch wenn die historischen Wurzeln bis auf ein Jagdgatter der sächsischen Kurfürsten Ende des 16. Jahrhunderts zurückreichen, erlebte es seine Wiedereröffnung als Schaugehege, und zwar 1958. „Die offizielle Eröffnung war eigentlich am 5. November in jenem Jahr“, berichtet Biernath. Da aber Anfang Oktober besseres Wetter zu erwarten ist, wird das Fest einen Monat vorgezogen. Veranstaltungen zum Jubiläum sind über das ganze Jahr hinweg vorgesehen. So stehen thematische Führungen auf dem Programm. Eine ist bereits am 23. Februar um 18 Uhr und handelt von nachtaktiven Tieren.

In der kalten Jahreszeit stehen die Tore für einen Besuch nur an den Wochenenden und in den Winterferien offen. Ab 1. März hat das Wildgehege wieder täglich geöffnet. Allerdings gelten mit dem offiziellen Saisonbeginn neue Eintrittspreise. Erwachsene müssen mit fünf Euro einen Euro mehr bezahlen als jetzt. Für Kinder (drei bis 17 Jahre) erhöht sich die Tageskarte um 0,50 auf 2,50 Euro. Nach Jahren der Preisstabilität sei eine moderate Preiserhöhung erforderlich geworden. Ein Grund sind laut Biernath gestiegene Futterkosten. Rund 600000 Euro fallen an Sachausgaben im Schnitt pro Jahr an – der Großteil für Futtermittel.

Rund 142000 Besucher kamen in 2017 in das Moritzburger Wildgehege – ein leichter Besucherschwund im Vergleich zum Vorjahr. „Der Rückgang hält sich aber im Bereich der üblichen Schwankungen auf. Wir sind sehr wetterabhängig“, berichtet Biernath. Wetterkapriolen machten dem Gehege auch mit Orkantief Friederike im vorigen Januar zu schaffen. Der Sturm riss Bäume um und beschädigte Zaunanlagen. Die Reparaturarbeiten verschlingen bis zu 100000 Euro und sind noch im Gange, ohne den Publikumsverkehr groß zu stören.

Von Silvio Kuhnert

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