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Monumentalbilder der Reformation

Meißner Stadtmuseum Monumentalbilder der Reformation

Welche Bedeutung Meißen für die Reformation des 16. Jahrhunderts hatte und wie sie das Leben dort bis ins 17. Jahrhundert hinein veränderte, das erfährt man in einer neuen Ausstellung im Meißner Stadtmuseum. „Luther, Lieder und Kanzlei“ lautet ihr Titel. Eröffnet wird sie am 8. April. Bis zum 5. November ist die Schau dann zu sehen.

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Angebot Bild: Museumsleiterin Martina Fischer in der Ausstellung „Luther, Lieder und Kanzlei“. Eröffnet wird sie am 8. April.

Quelle: Tomas Gärtner

Meißen. Welche Bedeutung Meißen für die Reformation des 16. Jahrhunderts hatte und wie sie das Leben dort bis ins 17. Jahrhundert hinein veränderte, das erfährt man in einer neuen Ausstellung im Meißner Stadtmuseum. „Luther, Lieder und Kanzlei“ lautet ihr Titel. Eröffnet wird sie am 8. April. Bis zum 5. November ist die Schau dann zu sehen.

„Luther selbst ist nie hier gewesen“, räumt Museumsleiterin Martina Fischer ein. Doch die lateinische Bibel (Vulgata genannt) übersetzte er 1521 ins Meißnische Kanzleideutsch. Das vereinheitlichte die verschiedenen Dialekte der Siedler des Mittelalters in der Mark Meißen zu einer Ausgleichsmundart und übernahm sie als Schriftsprache. So war sie allgemein verständlich – genau das, was Luther wollte.

Gedruckte Lutherbibeln sorgten ihrerseits für die Verbreitung dieser frühen Form von Hochdeutsch. Einige der alten Folianten sind zu sehen. Auch evangelische Gesangbücher, darunter eines der ältesten von 1625. Gezeigt wird auch der Nachbau einer Laute und einer Cister aus dem frühen 16. Jahrhundert – so, wie sie Luther gespielt haben könnte. Lied und Musik schätzte er besonders hoch. Fast 40 geistliche Lieder hat er selbst geschrieben, umgedichtet oder vertont.

Das Meißner Stadtmuseum befindet sich in der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters, das 1539, mit Einführung der Reformation im albertinischen Teil Sachsens, aufgelöst wurde. Wie anschließend die städtische Lateinschule hier einzog und sich das Gebäude veränderte, veranschaulicht ein Modell.

Herausragende Besonderheit sind zwei Bilder. Zum einen das monumentale Ölgemälde eines unbekannten Malers von 1656. Darauf dargestellt ist, wie 1530 auf dem Reichstag in Augsburg lutherisch gesinnte Fürsten und Vertreter der Reichsstände ihrem Kaiser Karl V. die Augsburger Konfession (Confessio Augustana) übergeben – die bis heute gültige Bekenntnisschrift evangelisch-lutherischer Christen. Sylvia Ciesielski aus Dresden hat das Bild 2014 restauriert.

Zum anderen wird erstmals wieder ein riesiger Entwurf auf Karton von Julius Schnorr von Carolsfeld aus dem Jahr 1861 ausgestellt. Er zeigt „Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521“, wo er sich weigerte, seine Glaubensüberzeugungen zu widerrufen. Große Verbreitung fand die von Schnorr von Carolsfeld bebilderte Bibel. Auch davon kann man ein Exemplar betrachten.

Spätmittelalterliche Holzskulpturen zeigen Figuren wie den Evangelisten Johannes, die heilige Anna, von Luther verehrt, oder Szenen aus dem Alten Testament, etwa den Traum Jakobs von der Himmelsleiter. Zahlreiche Gegenstände aus dem kirchlichen Leben gestalten die Ausstellung sehr anschaulich. Geeignet ist sie für die gesamte Familie. Kinder können sich zum Beispiel an Schreibpulten mit Tinte und Federkiel in Schriftgestaltung nach historischem Vorbild erproben. Eine Schau über den tschechischen Reformator Jan Hus (um 1370–1415) auf der Empore ergänzt die Schau.

Von Tomas Gärtner

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