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Mit Flaggschiff Dresden auf Gästefang - Werbung soll helfen, Tourismus in Radebeul anzukurbeln

Mit Flaggschiff Dresden auf Gästefang - Werbung soll helfen, Tourismus in Radebeul anzukurbeln

"Tourismus ist ein harter Wirtschaftsfaktor", sagt Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Er fungiert zugleich auch als Vorsitzender des Tourismusverbands Sächsisches Elbland, weiß also, wovon er spricht.

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Schön ist's im Weinberg im sächsischen Elbtal. Das wissen zumeist aber nur die Einheimischen, die kräftig die Wanderwege durch die Rebanlagen nutzen, Touristen jedoch eher weniger.

Quelle: Martin Förster

Das Problem: Zwar ist das Elbtal mit seiner Weinbaulandschaft und den vielen Kulturangeboten auf engstem Raum höchst attraktiv, nur weiß man davon außerhalb Sachsens zu wenig.

Welche Bedeutung hat der Tourismus in Radebeul?

Mit den mehr als 200 000 Übernachtungen jährlich und den Tagestouristen besuchen laut einer Studie rund 1,7 Millionen Touristen jährlich die Lößnitzstadt. Sie sorgen für rund 60 Millionen Euro Bruttoeinnahmen. Davon bleiben 27 Millionen Euro als "Einkommenseffekt" in Radebeul hängen. Direkt und indirekt hängen 1700 Arbeitsplätze im Gastgewerbe, aber auch bei Friseur oder Bäcker von den Touristen ab. Und die Tendenz ist steigend. So stieg die Anzahl der Gästebetten seit 2000 von 1400 auf 1900. Dennoch sagt OB Wendsche: "Wir haben noch erhebliche Potenziale."

Womit kann Radebeul um Touristen werben?

"Weinbau" lautet die zumeist wie aus der Pistole geschossene Antwort. Oder besser: "Die einmalige Weinkulturlandschaft", wie Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) sagt. Jedoch ist die Mehrheit der Trockenmauern, die die so ansehnlichen Weinbergsterrassen halten, baufällig und droht bei Starkregen einzustürzen. Gerade in Radebeul können Winzer für die Sanierung aber keine Förderung bekommen, weil die Stadt nicht zum ländlichen Raum zählt. Man arbeite seit zwei Jahren an einer Lösung, sagt Rößler. Es muss und werde in der Frage etwas passieren. Aus touristischer Sicht noch gravierender: "Wein ist kein Alleinstellungsmerkmal", sagt Wendsche. Andere Regionen in Deutschland sind für ihre Rebanlagen bekannter, außerhalb Sachsen weiß kaum jemand vom hiesigen Wein.

"Womit wollen wir dann Touristen aus ganz Deutschland in die Region locken?"

Das fragt Hans-Joachim Stephan, Leiter des DDR-Museums Zeitreise. "Dresden ist der Hauptmagnet. Wir müssen hoffen, dass das auch auf uns abstrahlt", lautet die schlichte Antwort von CDU-Kreis-Chef Geert Mackenroth. Das sieht Wendsche ähnlich: Nur die gemeinsame touristische Vermarktung mit Dresden als Kulturlandschaft habe Erfolgschancen. "Außerhalb der Region weiß doch niemand von Klein-Radebeul", sagt er drastisch. Die Idee hat ihren Charme: Dresden verzeichnet seit Jahren wachsende Gästezahlen und spricht ähnliche Touristen an wie Radebeul. Laut einer Untersuchung seien das vor allem Deutsche mittleren Alters, die sich für Kultur interessieren. Wie Radebeul hat aber auch Dresden das Problem, dass die Gäste selten mehr als zwei Tage bleiben.

Was sagt der Touristiker?

Jan Burghardt ist Direktor des Radisson Blu Parkhotels, des mit 450 Zimmern größten Hotels in Radebeul. Er bestätigt die Attraktion Dresdens. "Wenn die Hotels in der Innenstadt voll sind, merken wir das am Rand", sagt er. Allerdings verlässt er sich nicht auf solche Effekte, zumal in Dresden ständig neue Hotels gebaut werden. Sein Parkhotel ist mit einem Tagungsbereich für bis zu 1100 Personen das größte Konferenzhotel in der Region. Eine Nische, die entsprechend für Kunden sorge. Das viele Konferenzteilnehmer kaum einen Blick in die Landschaft werfen, steht auf einem anderen Blatt. Probleme gibt es aber auch bei ihm: "Dresden liegt viel zu abgelegen", sagt er. In Zeiten, in denen Busreisen seltener würden, käme es vor allem auf Bahn- und Flugverbindungen an. Beide seien alles andere als gut ausgebaut.

Was tun also?

Für neue Flugverbindungen sorgt vor allem die Nachfrage von Reisewilligen. Um die anzukurbeln, soll die touristische Werbung verbessert werden. Als geeignete "Zielmärkte" hat der Tourismusverband Sächsisches Elbland gemeinsam mit Dresden den Raum Berlin, Ostdeutschland und den Hamburger Raum ausgemacht. Schwierigkeiten macht allerdings das zu geringe Werbebudget. Nur 50 Cent je Übernachtungsgast fließen in Radebeul in die Außenwerbung, sagt Wendsche. Anderswo seien es 1,50 Euro. Entsprechend müsse sich die Quote auch in Radebeul wenigstens verdoppeln. "Tourismus funktioniert nicht im Selbstlauf. Wir sollten Geld auf den Tisch legen", sagt Wendsche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.05.2014

Uwe Hofmann

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