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Umland Miniaturfahrzeuge, die nicht nur Kinderherzen entzücken
Region Umland Miniaturfahrzeuge, die nicht nur Kinderherzen entzücken
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11:18 30.11.2018
Der 75-jährigeAlbrecht Krenkel besuchte nach 1990 viele Flohmärkte und baute im Lauf der Zeit eine beachtliche Sammlung an erzgebirgischen Miniaturen auf. Quelle: Daniel Förster
Pirna

Wenn am Spruch, „Das Glück ist ein Mosaik aus winzig kleinen Freuden“ was Wahres dran ist, dann müsste Albrecht Krenkel aus Burgstädt ein ungemein glücklicher Mann sein. Er nennt viele winzig kleine Freuden sein eigen – und lässt man mal das Immaterielle-Ideelle außen vor, dann sind es insbesondere Pferdegespanne, Autos, Lkws, Busse, Straßenbahnen oder Eisenbahnen aus Holz, die dem 75-Jährigen Freude bereiten, vor allem, wenn sie aus dem Erzgebirge stammen und irgendwann zwischen 1900 und 1960 gefertigt wurden.

Rund 2000 Objekte aller Art an erzgebirgischen Holzminiaturen umfasst Krenkels Sammlung, etwa 40 Prozent davon können jetzt in der Ausstellung „Klitzeklein“ im Stadtmuseum von Pirna betrachtet werden, wie die Ausstellungskuratorin Gerburg Sturm am Donnerstag gegenüber den DNN erklärte. Ergänzt wird die Schau durch allerlei Leihgaben.

Die Schnitzer im Erzgebirge ließen sich bei ihren Miniaturen nicht selten von real existierenden Vorbildern inspirieren. Das älteste Miniaturauto aus der Sammlung Krenkels wurde 1906 gefertigt und orientiert sich in der Form an den ersten, noch kutschenartig aussehenden Automobilen. Auch die anderen Miniaturen tragen Modellcharakter, so dass laut Sturm ein Rundgang durch die Ausstellung einer Chronik der Fahrzeuggeschichte gleicht. Noch heute werden im Erzgebirge Miniaturen gefertigt, die sich jedoch an historischen Vorbildern orientieren und keine aktuellen Fahrzeugformen nachgestalten.

Krenkel wurde vom Sammlervirus „infiziert“, als er in einem kleinen Kästchen seines Großvaters einen Wagen mit Pferdegespann entdeckte, das er dann so gut es ging restaurierte. Zu DDR-Zeiten und noch ein bisschen über die Wende 1989 arbeitete Krenkel als Fliesenlegermeister. Als sich dann nach der Wende die Sammelleidenschaft Bann brach, war er viel auf Flohmärkten unterwegs, in den Städten des Erzgebirges sowieso, aber auch in Hof ... Nach 1990 war er fast jedes Wochenende unterwegs, durchaus mit dem Segen seiner Frau, die ihn (mit einem Hobby) beschäftigt sehen wollte. Die Leute schmissen damals viel weg, räumten die Speicher. Krenkel kann sich erinnern, dass aber bereits zu DDR-Zeiten viel altes Militärspielzeug vernichtet wurde. „Das mit den Denunziationen war vor allem in den 1950er Jahren furchtbar, wehe, es spielte ein Kind im Hof mit Zinnsoldaten. Da zerstörten viele Erwachsene aus Angst vorm Nachbar lieber bestimmtes Spielzeug, um sich Ärger zu ersparen ...“

Aber so manches überdauerte zum Glück und so ist in einer Vitrine auch Miniaturspielzeug aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zu sehen. Spielzeug war, wie vermittelt wird, auch immer Abbild der Erwachsenenwelt. Und es gab nun mal Zeiten, in denen gern mit Soldaten gespielt wurde. Für Krenkel sind Panzer oder auch ein Trupp von Männern in SA-Uniform halt Zeugnisse ihrer Zeit, aber natürlich ist ihm klar, dass es heikel ist, eine Reichskriegsflagge zu zeigen. Das Gros der Fahrzeuge hat aber zivilen Charakter. In einer Vitrine sind beispielsweise Besonderheiten der 1920er- bis 1940er-Jahre zu bestaunen, als da wären Lokomotiven, ein Schneepflug, ein Campingwagen, ein Motorrad mit Holzvergaser oder auch Rennautos mit Düsenantrieb.

Als dann das Plastikspielzeug aufkam, war es aber um die Produktion von Miniaturfahrzeugen aus Holz im Kleinformat (weitgehend) geschehen. „In der DDR ging die Detailtreue ab 1960 verloren, da drehte sich an den Fahrzeugen kaum noch ein Rad, Fenster waren oft nur noch aufgestempelt“, wie Krenkel darlegte.

Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2, 2.12.2018 bis 10.3.2019, Di.–So. und feiertags 10–17 Uhr; Eintritt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Von Christian Ruf

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